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Schmeckt heute noch wie vor 200 Jahren

Tradition wird in der Lebzelterei von Familie Stöckl großgeschrieben: Seit über 200 Jahren wird Lebkuchen produziert, dann auf Märkten verkauft – und natürlich das Lebkuchenrezept geheim gehalten.

Angelika Dobernig
Ob Nusskipferl, Schaumrolle oder Lebkuchen: Gottfried Stöckl fertigt in seiner Backstube täglich frisch.
© Peter Just Ob Nusskipferl, Schaumrolle oder Lebkuchen: Gottfried Stöckl fertigt in seiner Backstube täglich frisch.
Geheimnis? Gibt es keines!“, sagt Gottfried Stöckl und lacht dabei. Ein wenig geheim ist die Gewürzmischung, die in seinen Lebkuchen kommt, dann aber doch: genaue Zutaten sind dem Bleiburger Unternehmer nicht zu entlocken. „Es kommt eben alles hinein, was hinein muss. Das ist die ganze Bandbreite, die es für Lebkuchenteig gibt. Und eine gewisse Abrundung braucht man natürlich auch.“ Wichtig sei es vor allem, dem Teig Zeit zu geben. Bis zu einem halben Jahr kann der ungewürzte Honigteig gelagert werden; wenn er dann gewürzt ist, wird der Geschmack der Gewürze von Woche zu Woche stärker.
Das ist aber nicht das einzige, was rund um den Stöckl-Lebkuchen geheimnisvoll bleibt. Wie lang er bereits nach diesem Rezept hergestellt wird, lässt sich ebenso wenig genau datieren wie die Betriebsübernahme durch Urgroßvater Stöckl. „Wir wissen nur, dass er den Betrieb im 18. Jahrhundert von einem kinderlosen Lebzelter-Ehepaar übernommen hat. Das war eine Übernahme auf Leibrente“, erzählt er.

Vieles blieb über die Jahrzehnte gleich

Schon damals befand sich das Unternehmen am Hauptplatz in Bleiburg, wo es noch heute seinen Sitz hat. Und schon damals setzte man auf Märkte als wichtigsten Vertriebsweg. „Lebkuchen ist ein Produkt, mit dem man zu den Menschen gehen muss. Das hat sich über die Jahre nicht verändert“, sagt er, während er nebenbei Schaumrollen an einen Stammkunden verkauft und einer Dame erklärt, wie sie den Lebkuchen-Rohteig zuhause am besten verarbeiten kann. Wenn man mit Gottfried Stöckl reden möchte, geht man nämlich am besten zu einem seiner Fixtermine – wie dem Wochenmarkt auf dem Völkermarkter Hauptplatz. Das Wetter hat es an diesem Tag nicht gut mit den Fieranten gemeint: Es regnet, dazu kommt frischer Wind. Doch um die Mittagszeit bessert sich das Wetter und es kommen mehr Besucher. „Das gehört eben zu unserer Arbeit: Das Wetter können wir uns nicht aussuchen“, zuckt der Lebzelter mit den Schultern und wirft mit einem schelmischen Lächeln ein: „Aber dafür haben wir ja Hauben!“ 
Einen Markttermin auszulassen kommt für ihn nicht in Frage. Ganz im Gegenteil: Er legt Wert auf Pünktlichkeit und Verlässlichkeit. Anders sei auch kein Geschäft zu machen, sagt er: „Man kann nicht eine Stunde zu spät auf einen Markt kommen, dann hat man das meiste Geschäft oft schon versäumt. Besser ist es, eine Stunde zu früh zu sein.“
Nicht immer sei das so einfach, denn zwischendurch überschneiden sich Markttermine auch. „Einmal ist uns passiert, dass wir flott von einem Markt zum nächsten mussten. Als wir dort angekommen sind, war die Kirche schon etwas früher als geplant aus. Wir hatten nicht mal mehr Zeit, um unseren Stand aufzustellen, die Leute haben uns die Lebkuchen direkt aus dem Wagen abgekauft. Und wenn wir zehn Minuten später gewesen wären, hätten wir gar kein Geschäft gemacht.“


Vor den Markttagen gibt es viel zu tun

Noch arbeitsintensiver als die Marktstunden ist die Vorbereitung darauf. Das ganze Jahr wird von Stöckl genau durchgeplant, damit die Waren für jeden Markttermin frisch zubereitet werden können. „Immer am Punkt zu sein, das ist sicher die größte Herausforderung. Wir haben ja keine langen Vorlaufzeiten, sondern produzieren immer nach Bedarf. Unsere Kunden wissen, dass sie bei uns nur Frisches bekommen.“
Und diesen Qualitätsanspruch gelte es auch zu halten: „Einen guten Ruf erarbeitet man sich über Jahre, binnen Sekunden ist er verloren.“ Zusätzlich betreibt Gottfried Stöckl mit seiner Gattin Gerhild die Konditorei in Bleiburg, die es seit den 1950er-Jahren zusätzlich zur Backstube und dem Marktverkauf gibt.


„Etwas tun, wenn man einen Geist hat“

Damit alles läuft, hilft die ganze Familie mit. „Wir sind ein richtiger Familienbetrieb. Meine Mutter Renate wird 80 und hilft noch immer mit, auch meine Söhne und Schwiegertöchter sind im Einsatz“, erzählt er. Und wenn der Unternehmer nicht gerade in seiner Backstube oder auf einem Markt steht, ist er wahrscheinlich auf der Faschingsbühne zu finden.
Seit vielen Jahren ist er in der örtlichen Kulturinitiative aktiv und als Akteur beim Bleiburger Faschingskabarett im Einsatz. Zwischendurch denke er sich zwar, er sollte ein wenig leiser treten, „aber mit der Kulturinitiative stellen wir so viele Dinge auf die Beine – von Lesungen über Konzerte bis hin zu den Theatertagen. Man muss einfach etwas tun, wenn man einen Geist hat“!


Dieser Erfolg aus Kärnten erschien in Ausgabe 1 der "Kärntner Wirtschaft".

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