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Schildbürgertum in der Landeshauptstadt?

Verkehrskonzept: Straßenbaureferent Scheider irritiert gleichermaßen Bevölkerung wie Unternehmer mit geplantem Umbau der Innenstadt.

Bezirkstellenobmann Max Habenicht
© WKK "Wie viele andere Klagenfurter auch bin ich entsetzt, dass aufgrund einer zusammenhanglosen verkehrstechnischen Stellungnahme eines Bauwerbers, die halbe Klagenfurter Innenstadt umgestaltet werden soll."
Verwundert zeigt sich Wirtschaftskammer-Bezirksstellenobmann Max Habenicht von Straßenbaureferent Christian Scheider und dessen Plan eines Generalumbaus der Klagenfurter Innenstadt. "Wie viele andere Klagenfurter auch bin ich entsetzt, dass aufgrund einer zusammenhanglosen verkehrstechnischen Stellungnahme eines Bauwerbers der Vizebürgermeister die halbe Klagenfurter Innenstadt von der Waaggasse über die Bahnhofstraße bis zum Kardinalplatz umgestalten will", so der Wirtschaftsvertreter.

Im morgen stattfindenden Tiefbau-Ausschuss soll das Projekt behandelt werden, das zum Ziel hat, am Standort Waaggasse ein Einkaufszentrum zu errichten. Die hierzu vorhandene Stellungnahme strotzt indessen vor Fehlern und Lücken. Die räumliche, zeitliche und inhaltliche Abgrenzung des Untersuchungsrahmens wurde zu eng gewählt. Für die Auswirkungen der zusätzlichen Verkehrserzeugung des motorisierten Individualverkehrs (MIV) auf gleich- und übergeordnete Straßenzüge (Zu- und Abfahrt, Ausweichverkehr, Verkehrsverlagerung) sowie zur angestrebten Änderung der Verkehrsführung in der Innenstadt (z.B. im Gegenverkehrsbereich Priesterhausgasse) fehlen gesicherte Analysen. Habenicht: "An Spitzentagen bzw. zu Spitzenzeiten sind die Verkehrsbereiche Heuplatz-Waaggasse und Waaggasse-Bahnhofstraße bereits jetzt an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit. Betreffend den Zulieferverkehr fehlen einschlägige Berechnungen überhaupt." Mit den angestrebten Parkflächen würden die Vorhaben Scheiders außerdem über dem Schwellenwert von 125 Stellplätzen nach dem UVP-G 2000 liegen: Das an die berühmten Schildbürger erinnernde Vorhaben Scheiders werde daher erst im Rahmen eines intensiven UVP-Verfahrens abzuklären sein.

"Ich bin immer wieder erstaunt, wie unprofessionell und unseriös seitens der Klagenfurter Politik agiert wird. Es ist grundsätzlich abzulehnen, dass beabsichtigte Verkehrsmaßnahmen versuchsweise eingerichtet werden. Der Klagenfurter Innenstadtverkehr ist doch kein Versuchsobjekt nach dem Motto: Drehen wir mal ein paar Einbahnen um und schauen, was passiert", so Habenicht abschließend.

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