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Schicker Strick und Walk von Hand genäht

Bei Boos in Friesach wird mit großer Liebe zum Detail in den Räumlichkeiten des ehemaligen Dominikanerklosters hochwertige Trachtenbekleidung für Damen, Herren und Kinder erzeugt.

Birgit Sacherer
Ein eingespieltes Team: Bernhard und Wolfgang Boos führen die Kleiderfabrik Boos in Friesach. In der angeschlossenen Trachtenstube kann man die Produkte kaufen.
© Lobitzer Ein eingespieltes Team: Bernhard und Wolfgang Boos führen die Kleiderfabrik Boos in Friesach. In der angeschlossenen Trachtenstube kann man die Produkte kaufen.

Von außen ist das altehrwürdige Dominikanerkloster, dessen älteste Gemäuer bis weit in das 13. Jahrhundert zurückreichen, unscheinbar. Dass in einem Teil der ehemaligen Kreuzgänge eine Kleiderfabrik ihren Sitz hat, vermutet man auf den ersten Blick überhaupt nicht. „Seit über 60 Jahren werden hier mit großer Sorgfalt und Liebe zum Detail aus reiner Schurwolle Strick- und Walkwaren für Damen, Herren und Kinder von Hand hergestellt“, erklärt Wolfgang Boos. Vor 43 Jahren hat der gebürtige Bayer die Firma übernommen. Seit sieben Jahren steht ihm sein Sohn Bernhard, der ursprünglich aus dem Sportmanagement kommt, zur Seite. Auch wenn sich im Laufe der Jahre vieles verändert hat, eines ist bis heute gleichgeblieben: Jedes Stück, das die Kleiderfabrik Boos verlässt, ist zu hundert Prozent „Made in Friesach“. „Eine unserer mechanischen Maschinen ist über 50 Jahre alt, sie braucht in etwa zwanzig Minuten für einen Meter Strick“, erzählt Wolfgang Boos mit Stolz. Und sollte diese einmal kurzfristig ausfallen, dann kennt Bernhard Boos die Handgriffe, wie man sie wieder zum „Arbeiten“ bringt.

Mit den insgesamt 15 Mitarbeitern, darunter auch Heimarbeiterinnen, erzeugt das familiengeführte Unternehmen an die 8000 Strickwaren im Jahr. Die fertigen Walkjanker, Strickjacken, Gilets, Pullover, Ponchos oder Gehröcke werden ausschließlich an den Fachhandel innerhalb von Österreich, Deutschland, Italien, Schweiz oder Frankreich geliefert. Angrenzend an die Produktionsräume in Friesach befindet sich eine Trachtenstube, wo die Modelle verkauft werden.
Sämtliche Arbeitsschritte werden direkt im Haus unter ständiger Qualitätskontrolle durchgeführt. Das Rohmaterial ist hochwertige Merinoschurwolle und wird aus Österreich, Italien und Schottland bezogen. Daraus entstehen dann in der hauseigenen Strickerei und Walkerei die Ausgangsmaterialien für die Kollektionen. Die Design- und Musterabteilung entwirft traditionelle Modelle genauso wie Stücke, die gerade die Modewelt vorgibt. Waren vor einigen Jahren vorwiegen die herkömmlichen Trachtentöne wie grau, braun, grün oder rot gefragt, ist die Farbpalette mittlerweile sehr bunt geworden. Nach dem Zuschnitt wird genäht, gekettelt, eingehäkelt und gebügelt. Während des gesamten Produktionsprozesses wird auf chemische Zusatzstoffe verzichtet. „Wir arbeiten mit reinem Bergwasser, das schont nicht nur die Umwelt, sondern erhält die besonderen Eigenschaften des Rohstoffes als wertvolles und unverfälschtes Naturprodukt“, unterstreicht Bernhard Boos und erklärt: „Schurwolle ist ein einzigartiges Naturprodukt, das wir mit unserem wertvollen Know-how zu hochwertigem Gestrick und Walk veredeln.“ 

Die unzähligen langjährigen zufriedenen Kunden wissen um die Vorteile der reinen Wolle. „Wolle ist nicht nur weich und kuschelig, sie wärmt, isoliert, reguliert die Feuchtigkeit und weist den Schmutz ab.“ Aber auch die Tragequalität, edle Optik und Formstabilität wird von den Kunden seit jeher geschätzt. Und so kommt es nicht selten vor, dass Lieblingsstücke an die nächste Generation vererbt werden, die dem Nachwuchs weiterhin viele Jahre eine große Freude bereiten.

Dieser Artikel erschien in Ausgabe 24 der "Kärntner Wirtschaft".

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