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Politische Querelen stürzen Kärntens Tourismus in Lockdown-Chaos

Eine klare Strategie und parteiübergreifende Zusammenarbeit: So sieht der optimale Fahrplan durch die Krise aus. Davon ist man derzeit aber weit entfernt. Stattdessen sorgt politisches Hick-Hack für eine Blockade des „Freitestens“.

roßer Unmut über die Blockade im Parlament für das „Freitesten“ und den dadurch verlängerten Lockdown herrscht bei Kärntens Tourismus.
© envato elements/DragonImages
Großer Unmut über die Blockade im Parlament für das „Freitesten“ und den dadurch verlängerten Lockdown herrscht bei Kärntens Tourismus: Nachdem bereits die Vorbereitungen für die Wiedereröffnung auf Hochtouren liefen, müssen die Betriebe nun wieder – für unbestimmte Zeit - warten. „Wir haben in den vergangenen Monaten viel Nachsicht und Flexibilität bewiesen. Jetzt sind wir aber mit unserer Geduld am Ende“, fasst Josef Petritsch, Obmann der WK-Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft, die Stimmung in Kärntens Tourismus zusammen. Es gehe dabei nicht nur um diese eine Woche, um die der Lockdown verlängert wurde, sondern auch darum, wie dies geschah. Entschieden wurde nicht auf Basis von Zahlen und Fakten sowie einer durchdachten Strategie, sondern aufgrund von Parteipolitik.

In den Betrieben herrsche Fassungslosigkeit über die aktuellen Entwicklungen, berichtet Petritsch: „Uns ist natürlich bewusst, dass es in einer Pandemie keine hundertprozentige Sicherheit geben kann. Die derzeitige Situation ist aber untragbar. Der Tourismus ist eine wichtige Säule der heimischen Wirtschaft und darf nicht zum Spielball politischer Querelen werden!“

Wirtschaft fordert klare Strategie ein

Die Angst vor einem Totalausfall der Wintersaison wächst – und damit auch die Frustration bei Unternehmern und Mitarbeitern. Zusätzlich sorgt der fehlende Fahrplan für das Wiederaufsperren für enorme Unsicherheit, sagt Stefan Sternad, Obmann der WK-Fachgruppe Gastronomie: „Viele Unternehmerinnen und Unternehmer wenden sich an uns und sagen: ‚Wir wissen nicht, wie es nun weitergehen soll. Dürfen wir unsere Betriebe im Jänner überhaupt noch aufsperren und unsere Mitarbeiter beschäftigen? Wie soll es danach weitergehen? Welche Regelungen werden gelten?‘“

Es müsse schnellstmöglich einen klaren Plan für die Zeit nach dem Lockdown geben. „Insgesamt erwarten wir uns Planungssicherheit und klare Richtlinien von der Politik“, bringt es Sternad auf den Punkt. Dafür müssen Fakten auf den Tisch gelegt und Antworten auf wichtige Fragen gegeben werden: Wie weit muss die Zahl der Neuinfektionen sinken, um die Betriebe wieder aufzusperren? Welche Branchen werden zuerst öffnen dürfen? Welche Auflagen werden für die Betriebe gelten? „Dass regelmäßige und umfassende Testungen für Mitarbeiter in der Gastronomie und Hotellerie ein wichtiger Schlüsselfaktor sind, davon sind wir überzeugt“, so Petritsch.

Fachkräfte-Krise durch Lockdowns

Wenn sich nicht schnell etwas ändert, werden außerdem langfristig negative Auswirkungen für den touristischen Arbeitsmarkt befürchtet. Da nach wie vor unklar ist, wann Tourismusbetriebe tatsächlich wieder öffnen dürfen, und da Kurzarbeit nur für Mitarbeiter gilt, die bereits im Betrieb beschäftigt waren, können keine neuen Dienstverhältnisse eingegangen werden, erklärt Petritsch: „Einerseits wird dadurch die Arbeitslosigkeit weiter massiv steigen. Andererseits geben wir zu bedenken, dass gute Tourismusfachkräfte nach dem Lockdown nicht mehr verfügbar sein könnten, weil sie in der Zwischenzeit in andere Branchen gewechselt sind.“

Die Lehrlingsausbildung werde damit vor eine schier unlösbare Aufgabe gestellt: In geschlossenen Betrieben können die Fachkräfte von morgen nicht ausgebildet werden. Jugendliche, die sich bereits für eine Tourismuslehre entschieden hatten, gehen nun notgedrungen in andere Branchen. „Die große Gefahr ist, dass wir eine ganze Generation an Lehrlingen durch die ständigen Lockdowns verlieren“, warnt auch Sternad.

Rückfragen
Wirtschaftskammer Kärnten
Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft
Wolfgang Kuttnig, M.A.S.
T 05 90 90 4-600
E wolfgang.kuttnig@wkk.or.at

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