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Ohne genaues Messen keine korrekte Fertigung

Bei Wild Hi-Precision in Völkermarkt wird seit zwei Jahrzehnten auf Präzision gesetzt – vom Kalibrieren über Messservice und Prüfmittelmanagement bis hin zu Audits und Schulungen.

Anita Arneitz

Zum 20-Jahr-Jubiläum gab es das Stadtwappen: Die 30 Mitarbeiter der Wild Hi-Precision aus Völkermarkt freuten sich gemeinsam mit Firmen­inhaber Hermann Rodler über die Auszeichnung.
© KK/Wild Zum 20-Jahr-Jubiläum gab es das Stadtwappen: Die 30 Mitarbeiter der Wild Hi-Precision aus Völkermarkt freuten sich gemeinsam mit Firmen­inhaber Hermann Rodler über die Auszeichnung.

90 Prozent des Erfolges ist eine gute Vorbereitung. Das lebt Hermann Rodler in seinem Unternehmen Wild Hi-Precision vor. Am Firmenstandort in Völkermarkt werden Kunden aus ganz Österreich neueste Mess-, Prüf- und Inspektionssysteme im eigenen Labor geboten. Zudem ist das Unternehmen die erste vom Wirtschaftsministerium akkreditierte Kalibrierstelle für Länge, Winkel und Drehmomente.

Ohne genaues Messen ist keine korrekte Fertigung möglich. „Die beste Fertigungsmaschine hilft nichts, wenn Sie das Ergebnis nicht verifizieren können“, sagt Rodler. Deshalb setzen Kunden verschiedener Branchen wie der Automobilindustrie, Medizintechnik oder Luft- und Raumfahrt auf das Know-how der Kärntner. An die 100.000 Handmessmittel werden pro Jahr überprüft. „Derzeit arbeiten wir in Österreich für rund 1600 Kunden“, erzählt Firmeninhaber Rodler stolz. Neben Lohnmessungen ist auch die Computertomographie ein wachsender Bereich. Damit können Gutachten erstellt sowie die Forschung oder Entwicklung von neuen Produkten und Messsystemen unterstützt werden.

„Eisenbahnsicherheitssysteme,Rotoren für Hubschrauber oder Zahnbürsten, es gibt kaum einen Bereich, für den wir nicht arbeiten dürfen“, sagt Rodler. Sogar Klarinettenmundstücke werden tomografiert und Babyschnuller in Völkermarkt überprüft. Und zwar dann, wenn die Schnuller speziell für Kieferkorrekturen angefertigt werden. Die Vielfalt macht die Arbeit abwechslungsreich.

„Durch 3D-Koordinatenmesstechnik, Computertomographie und das Kalibrieren leisten wir einen entscheidenen Beitrag zur Herstellerqualität und können Produkthaftungsfälle oder Ersatzansprüche vermeiden“, berichtet Rodler. Damit das gelingt, braucht es aber auch das Vertrauen der Kunden in die Prüfung. „Dieses Vertrauen zu bekommen, ist neben Qualität und Zuverlässigkeit eines der wichtigsten Dinge.“ Wenn etwas von Wild Hi-Precision zugesagt wird, wird es zu 100 Prozent eingehalten. Darauf legt der Fimenchef großen Wert und investiert selbst viel Zeit in den Betrieb.

Hobby hat Rodler nur eines: das Unterrichten. Seit 1985 ist er Lehrbeauftragter am WIFI in Klagenfurt und Villach. Über 1000 Werkmeister hat er bereits ausgebildet. Dazu kommt das firmeneigene Schulungscenter mit Audits und verschiedenen Messlehrgängen. „So lange ich etwas weitergeben kann, mache ich das.“ Deshalb ist es für ihn wichtig, immer am laufenden Stand der Entwicklung zu sein.

Das vermisst er ein wenig an den Berufsschulen. „Ich habe das Gefühl, hier wird zu wenig für die Zukunft getan und manches ist zu weit weg von der Praxis.“ Junge Mitarbeiter, die in seinem Betrieb anfangen, werden je nach Bereich bis zu zwei Jahre eingearbeitet. Eine Herausforderung. Denn eigentlich hat heute keiner mehr Zeit. „Auch Kunden wollen nicht warten. Alles soll so schnell wie möglich erledigt werden, oft ohne Vorankündigung“, weiß Rodler. Hektik oder Stress lässt er ungern aufkommen, schließlich darf kein Fehler passieren.

Die Energie und Kraft für den beruflichen Alltag holt sich der Unternehmer aus seiner Familie: „Wer eine intakte Familie hat, ist in der Arbeit viel ausgeglichener.“

Dieser Artikel erschien in Ausgabe 50/51 der "Kärntner Wirtschaft".

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