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Notfalluhr für Senioren ist weltweit im Einsatz

Sie rufen auf Knopfdruck Hilfe und überwachen Gesundheitswerte:Die Produkte der ilogs Healthcare GmbH sollen älteren Menschen so lange wie möglich das Leben in ihren eigenen vier Wänden ermöglichen.

Angelika Dobernig
Walter Liebhart mit einigen seiner Produkte: die „James“-Sicherheitsuhr in unterschiedlichen Varianten sowie das „James“-Tablet mit vernetztem Blutdruckmessgerät.
© Peter Just Walter Liebhart mit einigen seiner Produkte: die „James“-Sicherheitsuhr in unterschiedlichen Varianten sowie das „James“-Tablet mit vernetztem Blutdruckmessgerät.
Die Covid-19-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig es ist, Kontakt zu halten – ohne persönlich in
Kontakt zu treten. Doch regelmäßiges Telefonieren allein reicht bei älteren Menschen oft nicht
aus. Gesundheitswerte müssen laufend kontrolliert werden und im Notfall wird schnelle Hilfe benötigt. Die Antwort auf diese Herausforderung kommt von einem Klagenfurter Unternehmen:
Die „ilogs Healthcare“ hat ein System für die optimale Tele-Betreuung entwickelt. „Das Ziel unserer Arbeit ist, dass ältere Menschen länger zuhause leben können“, sagt Geschäftsführer
und Unternehmensgründer Walter Liebhart.

Sicherheitsuhr auch auf Baustellen im Einsatz

Bereits weltweit in Verwendung ist die „James“-Sicherheitsuhr mit der auf Knopfdruck Hilfe gerufen werden kann oder die Alarm schlägt, wenn beispielsweise eine demente Person ihre Sicherheitszone verlässt. Durch die eingebaute Sim-Karte funktioniert die Uhr überall und übermittelt über eine kostenlose Handy-App auch den Standort des Uhrträgers – sofern
der Empfänger zur Abfrage dieser Daten berechtigt ist.

Zu den Kunden des Klagenfurter Unternehmens zählen vor allem Notfalldienste wie bespielsweise
das Rote Kreuz in Deutschland. „Sie ist aber auch für andere Einsatzgebiete interessant. Wir haben
zum Beispiel Kunden, die Mitarbeiter damit ausstatten, die allein auf Baustellen im Einsatz
sind. So können sie im Notfall Hilfe rufen und werden rasch gefunden“,
erklärt Liebhart.

Erhältlich sind die Uhren in unterschiedlichen Modellen, zum Beispiel als Klassiker in runder
Form oder als sportive Variante, die einer Fitness-Smartwach zum Verwechseln ähnlich sieht. „Man muss ja nicht auf den ersten Blick sehen, dass es sich dabei um ein Notfalluhr handelt. Auch Sportler, die allein unterwegs sind, schätzen diese Form der Sicherheit.“

Die neueste ilogs-Entwicklung ist ein Tablet, das mit den unterschiedlichste Anwendungen vernetzt
ist. So sendet beispielsweise das digitale Blutdruck-Messgerät seine Daten automatisch an das Tablet – und im „Care-Center“ werden diese Daten überwacht und Abweichungen festgestellt.
„Wir haben eine Krankenschwester, die alle Messdaten kontrolliert. Ist der Blutdruck zu hoch
oder wurde über einen gewissen Zeitraum keine Messung durchgeführt, ruft sie den Kunden an
und fragt nach, wie es ihm geht“, erklärt Walter Liebhart.

In Zukunft soll dieses System an Notfalldienste auf der ganzen Welt verkauft werden. Das „Care-
Center“ wird dann nicht mehr von der ilogs Healthcare GmbH betrieben sondern von dem jeweiligen Notfalldienst. „Hier stehen wir noch ganz am Anfang, deshalb bieten wir es vorerst selbst an. Aber die Nachfrage ist groß und die ersten Pilotprojekte mit großen Kunden sind bereits in Vorbereitung.

Unser Ziel ist es, dieses Modell international auf Schiene zu bringen.“ Kombiniert wird die Kontrolle der Gesundheitsdaten mit Kommunikation und Information. Das Angebot reicht von de Suche nach Youtube-Videos, dem Lesen der aktuellen Tageszeitung bis zur Video-Telefonie in Gruppen.
„Das ist – neben Sicherheit und Gesundheit – der dritte wichtige Pfeiler unseres Produkts: Es
ist ein Hilfsmittel für das gemeinschaftliche Erleben. Schließlich ist die soziale Vereinsamung ein
großes gesellschaftliches Problem“, so Liebhart. Mit dem Tablet sei es beispielsweise möglich, in
einer Gemeinde mehrere Menschen mit denselben Interessen zu einer Gruppe zusammenzufügen.

Regelmäßige Online-Treffen könnten so auch in Zeiten, in denen man einander nicht treffen
kann – oder darf –, für Abwechslung und soziale Kontakte sorgen. Dieser Aspekt hat in den vergangenen Wochen zum Verkauf hunderter Tablets an das Land Kärnten gesorgt. Diese kommen nun in Pflegeheimen zum Einsatz, um Besuchern den Kontakt zu ihren Familien zu ermöglichen.

Der Schlüssel zum Erfolg der High-Tech-Geräte ist die einfache Bedienung. Denn während im
Hintergrund komplexe Prozesse arbeiten, wirkt die Benutzeroberfläche simpel und spartanisch.
„Unsere Kunden wollen ein Produkt, das so einfach wie möglich funktioniert. Man soll sich auf den
ersten Blick zurechtfinden können. Deshalb kommt man bei uns auf Knopfdruck zurück ins Hauptmenü“, erklärt Walter Liebhart.

Dieser Artikel erschien in  Ausgabe 15 der "Kärntner Wirtschaft".

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