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Nein zu einer Ausnahme für alle Vereine von der Registrierkassenpflicht

Verständnis für die Sorgen der heimischen Vereine hat die WK-Fachgruppe Gastronomie. Eine Ausnahme von der Registrierkassenpflicht für alle Vereine, wie sie nun wieder gefordert wird, ist aber der falsche Weg: Damit würde das Wirtesterben am Land zusätzlich gefördert werden. Für gemeinnützig tätige Vereine gibt es ohnehin bereits Ausnahmen von der Registrierkassenpflicht!

Dass Vereine seit 1. Jänner 2016 ebenso eine Registrierkasse benötigen wie Unternehmer, bezeichnet Stefan Sternad, Obmann der WK-Fachgruppe Gastronomie, als durchaus fair: "Nicht fair wäre es, wenn Vereine künftig ein Fest ohne Registrierkasse organisieren könnten." Eine Aufweichung der Registrierkassenpflicht für Vereine aller Art würde in der Praxis bedeuten, dass Vereine Veranstaltungen ohne Registrierkasse durchführen können - und dieselbe Veranstaltung von Gastronomen mit erheblich höherem administrativem Aufwand verbunden wäre.

Für gemeinnützig tätige Vereine gibt es ohnehin bereits Ausnahmen von der Registrierkassenpflicht. "Wir bekennen uns klar zu gemeinnützigen Vereinen", sagt Sternad: "Aber es ist nicht zu akzeptieren, dass es unzählige Spaßvereine gibt, die ausschließlich das Ziel haben, die für die gewerbliche Gastronomie geltenden strengen Bestimmungen und Auflagen zu umgehen. Mittlerweile haben wir schon über 120.000 Vereine in Österreich!"

Worauf in der Diskussion rund um die Registrierkassenpflicht offenbar vergessen werde, ist die Tatsache, dass Registrierkassen auch für Unternehmer einen enormen zusätzlichen Aufwand bedeuten: Rund 6000 Kärntner Gastronomie- und Hotelleriebetriebe sind von der Registrierkassenpflicht betroffen. Gerade für kleinere Betriebe ist das eine massive finanzielle und administrative Belastung, die sie an den Rand ihrer Möglichkeiten treibt. "Deshalb sagen wir: Wenn schon Registrierkassen, dann für alle! Wir sprechen uns ganz klar gegen Ausnahmen und weitere Bevorzugungen für Vereine und politische Vorfeldorganisationen aus", so Sternad. Eine Ausnahme würde vor allem Wirte in den ländlichen Regionen, also zwei Drittel der Kärntner Gastronomen, massiv unter Druck setzen.

Auch Adolf Kulterer, WK-Sprecher der Aktion "FairPlay", fordert die gleichen Regeln für alle, denn sonst werde es bald keine Betriebe und damit auch keine Arbeitgeber im Land geben: "Wir wissen die Arbeit von Vereinen und gemeinnützigen Organisationen zu schätzen. Sie sind ein integrativer Bestandteil des Ortslebens - aber trotzdem dürfen sie nicht in Konkurrenz zu Gastgewerbebetrieben auftreten und so die wirtschaftliche Existenz von Unternehmern, Mitarbeitern und ihren Familien gefährden."

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