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Nahversorger sind der Herzschlag auf dem Land

Die Nahversorger-Förderung wird 2017 fortgesetzt und soll die regionalen Wirtschaftskreisläufe in Schwung halten.

© Fotolia/Robert Kneschke Nahversorger stellen Waren des täglichen Bedarfs bereit und sind oftmals das Kommunikationszentrum eines Ortes. Mit einer Verlängerung der Nahversorger-Förderung sollen diese Lebensadern am Land erhalten bleiben.

Lotto spielen, Paket abholen, Mantel in die Reinigung bringen, Milch und Brot kaufen und noch schnell beim Partyservice eine Bestellung für das Wochenende aufgeben – all das zählt zu den Leistungen, die viele regionale Nahversorger heute erfüllen. Der reine Verkauf von Lebensmitteln reicht in den meisten Fällen nicht mehr aus, um mit dem Einkommen auszukommen. Die Landbevölkerung schrumpft, die Kaufkraft schwindet und die Greißler von heute müssen Kreativität beweisen, um sich weiterhin den Zuspruch ihrer Kunden zu sichern. Die große Konkurrenz von den Diskontern in Stadtnähe und die fehlenden Nachfolger verschärfen die Situation. „Es ist ein Teufelskreis, aus dem man nur schwer ausbrechen kann“, weiß der WKSprecher der Lebensmittelhändler, Robert Ebner.

Doch gerade die Nahversorger sind ein wesentlicher Bestandteil eines jeden Ortes. Sie punkten mit persönlichem Service und können aufgrund ihrer Betriebsgröße flexibel agieren und speziellen Kundenwünschen nachkommen. „Und sie sorgen dafür, dass die Wertschöpfung in der Region bleibt“, betont Landesrat Christian Ben-ger. Immer mehr Gemeinden wünschen sich daher wieder einen Nah­versorger. „Studien der WK be­le­gen, dass der Mehrheit der Bevölkerung eine klassische Nahversorgung wichtig oder sehr wichtig ist“, berichtet Raimund Haberl, WK-Spartenobmann des Handels.

Förderung ausgeweitet

In diesem Sinne wird auch die Nahversorger-Förderung des Wirtschaftsreferats des Landes 2017 fortgesetzt. In Summe wurden im vergangenen Jahr 60 Nahversorger in Kärnten unterstützt und 242 Mitarbeiter gesichert. Insgesamt haben die Nahversorger 455.000 Euro investiert.
In diesem Jahr wurde das Budget auf 200.000 Euro aufgestockt und zusätzlich ein Regionalitäts-Bonus eingeführt. Wenn Nahversorger ein eigenes Regional-Regal einrichten, erhalten sie zusätzlich zur Förderung einen Bonus, sollte auch die Gemeinde dieses Vorhaben unterstützen. Der Gemeindebetrag wird dann von Landesseite bis maximal 1000 Euro verdoppelt.
Die Förderung sei eine hilfreiche Unterstützung für viele Betriebe, doch das erklärte Ziel Ebners lautet: „Jeder Greißler sollte von seinem Tun leben können und nicht von einer Förderung.“


Sie haben die Förderung genutzt

Ich freue mich, dass es eine Förderung für Nahversorger gibt, doch es sollte viel mehr für uns getan werden. Neben dem Kaufhaus habe ich auch das ‚Espresso Da Capo‘ und beschäftige in Summe sieben Personen. Wir versorgen unsere Kunden also nicht nur mit Waren des täglichen Bedarfs, sondern sind auch ein wichtiger Arbeitgeber in der Region, und das seit über 40 Jahren.
Heimo Truntschnig, Espresso Kaufhaus Trafik Da Capo, Stadelbach
Der ländliche Raum lebt von uns Nahversorgern und eine Förderung kann dazu beitragen, dass es auch weiterhin so bleibt. Um einem kleinen Ort wieder eine Zukunftsperspektive zu geben, bedarf es aber größerer Maßnahmen. Ich sichere hier im kleinen Rahmen mit meinem Geschäft drei Prozent aller Arbeitsplätze in der Gemeinde und investiere die Förderung wiederum in die Aufstockung des Personals.
Hugo Kraßnitzer, Nah & Frisch, St. Veit an der Glan
In Zeiten wie diesen braucht ein Nahversorger jeden Cent. Es wird immer schwieriger, mit den Preisen der großen Konkurrenten wie Spar oder Billa in den umliegenden Gemeinden mithalten zu können. Eine Förderung ist zwar sehr hilfreich, sichert jedoch nicht unsere Existenz. Langfristig gesehen wäre es wichtig, dass Menschen wieder Arbeitsplätze und leistbare Wohnungen in den Gemeinden finden.
Tanja Steinwender, IGN Nahversorger GmbH, Eberstein
Wie es mit dem Geschäft nach mir einmal weitergehen soll, steht noch in den Sternen. Ich bin seit 52 Jahren mit Leib und Seele Kaufmann und habe wirklich gute Umsätze erzielt. Heute ist es etwas schwieriger – wir müssen alle Filialaktionen mitmachen und da kann es sein, dass ein Produkt mit bis zu vier Aktionen belegt ist. Eine Dauerförderung wäre ein Ansatz, um in einer Gemeinde mit 600 Einwohnern zu überleben.
Walter Rakuschek, Sparmarkt, Zell-Freibach
Die Förderung stärkt uns ‚Greißler‘ und trägt dazu bei, besser wirtschaften zu können. Unser Kaufhaus ist seit fast 100 Jahren in Familienhand und ich wünsche mir, dass das auch weiterhin so bleibt. Das Angebot reicht von der Milch über die Schuhe bis hin zur Wolle. Wir sind auch ein Postpartner und haben eine Lottoannahmestelle. Unsere Stammkunden schätzen vor allem unseren Partyservice.
Wolfgang Haßler, Adeg-Kaufhaus,St. Georgen/Lavanttal
Wir feiern heuer unser 20-jähriges Jubiläum und sind etwas besorgt über die Entwicklung der Nahversorger. Das große Umdenken hat leider noch nicht stattgefunden. Es freut uns aber, dass regionale Produkte immer beliebter werden und wir nach wie vor ein Treffpunkt für den Austausch im Ort sind. Mit der Förderung werden wir wahrscheinlich einen Teil der Kosten der Registrierkasse begleichen.
Hemma Hohenwarter und Tanja Umfahrer, Dorfladen Birnbaum


Infos zur Förderung und das Antragsformular gibt es in der Abteilung 7 des Amtes der Kärntner Landesregierung.

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