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Nach der ersten Stromleitung nun die digitale Zukunft

Vor 115 Jahren stellte sie die ersten Stromleitungen in Kärnten auf, heute ist die Elektro & Metall Dullnig GmbH auf dem Weg in die digitale Elektro-Zukunft.

© Peter Just Über 700 Lehrlinge wurden im Unternehmen bereits ausgebildet. Einer davon ist Johann Wurm (rechts neben Harald Dullnig): „Ich habe im Jahr 1984 hier mit meiner Lehre begonnen“, erzählt er.

Digitalisierung wurde in den vergangenen Monaten zum geflügelten Wort. Viele mittelständische Handwerksbetriebe wissen damit aber nur wenig anzufangen und müssen sich die ersten digitalen Schritte mühsam erarbeiten. Diesen Weg ist die Dullnig Elektro & Metall GmbH bereits vor 15 Jahren gegangen.

„Alles hat mit der Iso-Zertifizierung im Metallbereich begonnen“, erzählt Harald Dullnig. Der 36-Jährige stieg im Jahr 2000, nach Abschluss der HTL, ins Unternehmen ein – zunächst als Gesellschafter, seit sieben Jahren ist er der Geschäftsführer. Für die Zertifizierung mussten alle Prozesse im Betrieb durchleuchtet und schriftlich erfasst werden. „Ein unglaublicher Aufwand. Aber es hat uns sehr dabei geholfen, die Arbeitsabläufe neu zu denken und das Qualitätsbewusstsein über alles zu stellen.“

Im Metallbereich, der ein Drittel der Geschäftstätigkeit des Unternehmens ausmacht, ist diese Zertifizierung bereits ein Standard. Nicht in der Elektrotechnik: Hier gibt es zwar Normen und Auflagen, aber keine reglementierte Zertifizierung. „Mir war aber klar, dass wir dieses Qualitätsdenken auch im Elektrobereich brauchen“, so Dullnig. Auch hier begann er die Prozesse zu erfassen und Daten digital zu nutzen. „2002 haben wir begonnen, eine Datenbank zu führen. Mit ihr haben wir jetzt die Ist-Daten zur Verfügung und können sagen, welcher Teil wo und wie lang bearbeitet wird. Ruft ein Kunde an und will eine Auskunft, können wir sie auf Knopfdruck liefern. Mehr Transparenz  – darum geht es uns bei der Digitalisierung.“

Nun steht der nächste große digitale Schritt bevor: von den Ist-Daten zur Planung. Gerade in der Elektrotechnik ist das eine Herausforderung, erklärt Dullnig: „Wir müssen dabei mit vielen Variablen arbeiten. Einerseits ist da die Mitarbeiterplanung, die sich durch Krankenstände verändern kann, andererseits arbeiten wir stark im Störungsdienst. Und das ist ein Bereich, der kaum planbar ist.“ Davon lässt er sich aber nicht abschrecken: „Es ist schwierig, aber schaffbar. Vor 40 Jahren wurde auf der Baustelle noch mit Funkgeräten gearbeitet, heute sind Laptops im Einsatz. Alles entwickelt sich weiter.“ Das Ziel ist es, „beim nächsten großen Jubiläum“ diesen Digitalisierungsschritt abgeschlossen zu haben – das ist in fünf Jahren, beim 120-Jahr-Jubiläum.

Dass das Unternehmen auf eine so lange und erfolgreiche Zeit zurückblicken kann, liegt vor allem daran, dass es sich der Nachfrage immer angepasst hat. Alles begann mit der Stromversorgung der Kärntner Gemeinden, Freileitungen wurden errichtet. Später kam der private Bereich hinzu. „In den 70er-Jahren sind wir dann vor dem Problem gestanden, dass es nur hölzerne Verteilerkästen gab“, erzählt Harald Dullnig. Das war die Geburtsstunde des zweiten Geschäftszweigs. Das Klagenfurter Unternehmen begann, Verteilerschränke aus Metall – auch für andere Betriebe – herzustellen.

Auch heute werden die Verteilerschränke noch selbst gemacht, der Schwerpunkt in der Metallverarbeitung ist aber ein anderer. Die Elektro & Metall Dullnig GmbH hat sich als Problemlöser einen Namen gemacht. Komplexe Blechteile für die Medizintechnik, die auf Hundertstel genau gefertigt werden müssen, werden ebenso hergestellt wie Prototypen für die Serienproduktion. Auf modernsten CNC-Maschinen werden dafür Programme geschrieben. „Das ist nicht so einfach, da sich Blech sehr schnell verformt und dadurch Maßtoleranzen schwer einzuhalten sind. Da kommt uns die langjährige Er-fahrung zugute.“ Das ist auch der Grund, warum Harald Dullnig seine Mitarbeiter als wichtigsten Erfolgsfaktor sieht: „Gute Mitarbeiter sind das Um und Auf, ihr Know-how macht den Unterschied aus. Viele arbeiten schon lange bei uns, 90 Prozent haben die Lehre in unserem Betrieb abgeschlossen.“ Die Zukunft seines Unternehmens sieht er in der weiteren Verschränkung der Bereiche Metall und Elektro, „die sich sehr gut miteinander kombinieren lassen“. Insgesamt wird Beratung immer wichtiger. „Der Kunde kommt mit einem Problem zu uns und erwartet sich Lösungen. Wir erarbeiten beispielsweise Energiemanagementkonzepte für die Industrie. Das beginnt bei  der Planung, geht über Gespräche mit dem Energieversorger bis hin zu Umsetzung und Störungsdienst.“


Interview mit dem Chef eines der ältesten Elektro-Unternehmen Kärntens, Harald Dullnig

Dullnig
© Peter Just Harald Dullnig stieg vor 17 Jahren in das Familienunternehmen ein, seit sieben Jahren führt er die Geschäfte.

Was ist die größte Herausforderung für Ihr Unternehmen?

Harald Dullnig: Ein großes Thema ist die Billigkonkurrenz aus dem Ausland. Bei diesen Preisen kann man als Kärntner Unternehmen nicht mithalten, darum haben wir uns für einen anderen Weg entschieden. Wir heben uns durch noch mehr Qualität von den anderen ab. Unsere Mitarbeiter bilden sich ständig weiter und im Hintergrund arbeiten wir daran, noch flexibler und transparenter für den Kunden zu werden.

Sind die vielen Normen ein Problem in Ihrer Branche?

Grundsätzlich haben Normen schon einen Sinn. Mit ihnen werden gewisse Qualitätsstandards festgelegt. Schwierig wird es aber, wenn sich nicht alle an diese Normen halten. Ausländische Betriebe interessieren sich oft überhaupt nicht für österreichische Normen. Da geht dann die Chancengleichheit verloren

Was wünschen Sie sich von der Politik?

Beim Bestbieterprinzip geht es in die richtige Richtung. Wir müssen darauf schauen, dass der Preis nicht das einzige Entscheidungskriterium bei öffentlichen Ausschreibungen ist. Und es sollte stärker darauf geachtet werden, dass sich ausländische Betriebe an unsere Gesetze und Normen halten.

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