th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht twitter search print pdf mail linkedin google-plus facebook whatsapp arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home
news.wko.at

Muxel: "Qualität kann man in jeder Kategorie erleben"

Tourismusgemeinden sind anders als andere Gemeinden, weiß Lechs Bürgermeister Ludwig Muxel. Er hofft auf eine Wiederbelebung.

© KK/Kärnten Werbung/Zangerle Lechs Bürgermeister Ludwig Muxel hofft auf eine Wiederbelebung der österreichischen Tourismusgemeinden.

Lechs Bürgermeister Ludwig Muxel fordert eine Erhöhung der Zweitwohnsitzabgabe in Tourismusgemeinden und hofft darauf, dass die nächste Generation mit ihrem Einsatz die Betriebe in den Tourismusregionen belebt.

Ihr Leitsatz ist, leere Ferienwohnungen sind die Totengräber des Qualitätstourismus. Warum ist es soweit gekommen?

Ludwig Muxel: Es gab in den 60er und 70er Jahren einen Boom, zu Ferienzwecken in guten Tourismusgemeinden zu einem Zweitwohnsitz zu kommen. Es gab dann speziell bei uns in Lech einen enormen Zuwachs. Die Vorarlberger Landesregierung hat ein In­vestormodell in Zürs sanktioniert, bei dem jeder ein Zimmer oder eine Ferienwohnung anmelden konnte. In Lech sind so 85 Prozent der Zweitwohnsitze entstanden. Seit 1993 sind wir sehr restriktiv, seither gibt es nur in besonders berücksichtigungswürdigen Fällen Ausnahmen für einen Zweitwohnsitz. Seit 2015 gibt es sogar ein neues Raumplanungsgesetz und seither keine Zweitwohnsitze mehr.

Die Immobilienpreise haben sich in Orten wie Lech an der Zahlungsbereitschaft des internationalen Klientels orientiert.

Das ist richtig. Für einen normalen Einheimischen ist es meist nicht mehr möglich, eine Wohnung oder ein Haus zu bauen – außer man hat Grund und Boden. Zum Teil werden für Wohnungen von Einheimischen bis zu 12.000 Euro pro Quadratmeter verlangt. Wohnungen mit Zweitwohnsitzbewilligungen sind noch um ein Vielfaches teurer.

Wird man diese Zukunftsfalle überhaupt noch einmal los?

Nein, wir können nur sehr res­triktiv mit dem Thema umgehen. Wir fordern für die Tourismusgemeinden insgesamt, dass die Zweitwohnsitzabgabe drastisch erhöht wird. Damit die Kosten für Infrastruktur der Gemeinden auch halbwegs getragen werden. Ansons­ten sind wir in Lech vor allem auch bemüht, jungen Einheimischen im Bereich des gemeinnützigen Wohnungsbaus eine Alternative anzubieten.

Warum bewilligen dennoch viele Bürgermeister solche Projekte?

Es gibt Investoren, die erzählen, dass ein Hotel oder eine Wohnungsanlage den Ort belebt. Das ist kurzfristig gesehen vielleicht richtig. Mittel- und langfristig ist es eine Falle. Langfristig sagt der Besitzer, dass er nicht andauernd Gäste in seiner Wohnung haben möchte. Viele, die eine solche Wohnung gekauft haben, möchten die Wohnung dann nur mehr für sich alleine nützen. Und so kommt es, dass dann viele solcher Häuser in Tourismusorten leer stehen.

Rentiert es sich für die nächs­te Generation überhaupt noch, in ihre „geerbte“ Tourismusimmobilie zu investieren?

Ja, ich glaube schon. Ich rede aus eigener Erfahrung. Meine Frau hat ein Hotel, unsere beiden Töchter sind ins Hotelgewerbe eingestiegen. Es gibt durchaus eine Generation, die ein Interesse hat, in diesem Dorf zu leben und zu wirtschaften. Ich sehe es nicht so schwarz.

Wo sehen Sie den Tourismus in zehn Jahren?

Ich hoffe, dass Österreich in den nächsten zehn Jahren attraktiv bleibt, dass wir nach wie vor einen guten Winter und ausreichend Schnee haben. Und dann hoffe ich auch, dass eine Generation nachkommt, die bereit ist, sich einzusetzen, zu arbeiten und die Dörfer und Hotels zu beleben.

Welchen Tipp können Sie Kärntens Touristikern geben?

Kärnten ist ein sehr schönes Land und hat Seen, um die auch wir Kärnten beneiden. Nur muss in die Qualität investiert werden. In Lech wurden für diese Wintersaison über 120 Millionen Euro, vorwiegend in den Qualitätsausbau, investiert. Der Gast möchte im Urlaub nicht schlechter wohnen als zuhause. Man kann Qualität in jeder Kategorie erleben – in der Zwei- oder Drei-Sterne-Kategorie genauso wie in der Fünf-Sterne-Kategorie.

Das könnte Sie auch interessieren

  • WK-Zeitung
Newsportal Russwurm:

Russwurm: "Erfolg hat viel mit richtigem Denken zu tun"

Erfolg und soziales Engagement verbindet viel. Die promovierten Medizinerin, Autorin und Moderatorin Vera Russwurm ist am Mittwoch 5. April bei der Casinos Austria Ladies Lounge zu Gast. Dort spricht sie ab 18 Uhr über soziales Engagement und signiert ihr neues Buch. Wir haben bereits vorab mit ihr gesprochen. mehr

  • WK-Zeitung
Newsportal Ikrath:

Ikrath: "Urlaub als Gegensatz zum Alltag"

Trendforscher Philipp Ikrath unterscheidet Reisende und Touristen. mehr

  • WK-News
Newsportal Mandl: Wirtschaft begrüßt Paket der Bundesregierung

Mandl: Wirtschaft begrüßt Paket der Bundesregierung

Richtige Schritte zum richtigen Zeitpunkt sind für WK-Präsident Mandl besonders die Erleichterung von Investitionen, die Entlastung bei den Lohnnebenkosten und die weitere Deregulierung. mehr