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Mit innovativer Nische zum Global Player

Seit über 30 Jahren ist Mai International in Feistritz an der Drau einer der führenden Hersteller von Putz- und Injektionsmaschinen weltweit. Begonnen hat alles mit einem Sprung ins kalte Wasser.

MAI International_Papousek_Feistritz_Putzmaschine_Injektionsmaschinen
© Patrick Sommeregger-Baurecht Hannes Papousek hat ein klares Ziel – er möchte mit Mai International in seiner Nische Weltmarktführer sein.
„Mut wird belohnt“, lautet ein altes Sprichwort. Im Fall von Hannes Papousek hat sich diese Weisheit auch bewahrheitet. Gemeinsam mit seinem Vater und seinem Bruder Herbert war er lange Zeit als Unternehmensberater tätig. „Die Kluft, zwischen dem was möglich wäre, und dem was in den Firmen passiert ist, hat uns in vielen Fällen nachdenklich ­gestimmt“, erzählt Papousek. So entstand die Idee, es selbst als Unternehmer besser zu machen. 1991 übernahmen sie die GD-Anker, Gebirgs-Dübel-Anker GmbH. „Von Verankerungssystemen hatten wir aber überhaupt keine ­Ahnung“, gesteht Papousek, „mein Vater kannte den Inhaber und schließlich kam es zum Kauf.“ 

Die ersten Schritte als Unternehmer waren extrem schwierig, doch durch Fleiß, harte Arbeit und ein Quäntchen Glück gelang es dem Unternehmertrio, ein neues Injektionsankersystem zu entwi­ckeln. Die Produktion wurde aufgebaut, Patente wurden gesichert und Mai International damit weltweit erfolgreich. „Man muss die richtigen Dinge tun und die Dinge richtig tun“, ist der Unternehmer überzeugt.

Heute leitet Hannes Papousek das Unternehmen, das in der Entwicklung, Produktion und dem Vertrieb von innovativen Mörtelmischpumpen und Injektionsmaschinen für den Hoch- und Tiefbau weltweit zu den führenden Herstellern zählt. Der Bruder ist für die Injektionstechnik im Betrieb zuständig und sein Vater Herbert bereits in Pension.

Vorsprung durch Top-Mitarbeiter absichern 

32 Mitarbeiter zählt Mai International. „Viele kommen aus dem eigenen Haus“, ist der Geschäftsführer stolz. Auch aktuell werden zwei Lehrlinge in der Elektro-, Betriebs- und Maschinenbautechnik ausgebildet. Fünf Mitarbeiter, drei Maschinenbau- und zwei Elektrobauingenieure, arbeiten in der Forschung und Entwicklung – dem Herzstück des Unternehmens. Das Know-how des Entwicklungsteams, erworben durch intensive Zusammenarbeit mit Partnern aus der Baubranche ­sowie Materialherstellern aus ganz Europa, soll praktische und baustellengerechte Lösungen sichern. Dabei werde besonders auf ein umweltfreundliches Fer­tigungsverfahren geachtet. Alle Produkte unterliegen dem strengs­-
ten ISO-Qualitätsmanagement.

Das Geschäftsfeld gliedert sich in die drei Bereiche Verputzsys­teme, Estrichverarbeitung und Injektionstechnologie. In der Verputztechniksparte werden Geräte für den Hochbau hergestellt – ­neben klassischen Maschinen für Innen- und Außenputze auch pneumatische, mit Druckluft
arbeitende Förderanlagen und Estrichverarbeitungsgeräte sowie Silomischsysteme und Untersilomischpumpen für die Trockenmörtelindustrie. 

Automatisch zum Erfolg

Die Automatisierung des Bauwesens wird in der Estrichver­arbeitung besonders deutlich. Mai International bietet vollautomatisch arbeitende Maschinen für die Estrichförderung und Glättung an und ermögliche den Mitarbeitern auf der Baustelle somit ein ermüdungsfreies Arbeiten.

Einen besonderen Stellenwert  im Unternehmen habe die Injektionstechnologie. Die Injektionspumpen werden auf der ganzen Welt im Tunnel-, Tief- und Bergbau oder bei Baugruben und Hangsicherungen eingesetzt. Mit der Echtzeit-Datenaufzeichnung von Druck, Volumen, Durchfluss und Zeit setze der Betrieb neue Maßstäbe in der Branche. „Mai ist das Coca Cola im Tunnelbau – auf jeder Baustelle kennt man unseren Namen“, weiß Papousek. Ob in einem Bergwerk in der Mongolei oder beim Bau des Brenner Basis­tunnels – an der Front jeder Bohrung stehe eine Maschine des Nischenführers. 

Ausgezeichneter Betrieb mit klarem Leitbild

Dennoch arbeite man daran, sich ständig zu verbessern. Die Mühe wird auch regional mit Preisen und Auszeichnungen wie etwa dem Innovations- und Forschungspreis des Landes Kärnten gewürdigt. „Unsere Ausrichtung ist klar: Wir wollen mit unserem Nischenprodukt Weltmarktführer sein“, betont Papousek. Unter dem Schlagwort Industrie 4.0 wird auch eng mit der Technischen Universität Graz und einer Universität in Singapur zusammengearbeitet. Dabei stehen Zukunftsfelder wie der 3D-Betondruck oder polymere Werkstoffe im Vordergrund.
Doch die Fühler werden auch in gänzlich andere Richtungen ausgestreckt. Ein neuer Geschäftszweig widmet sich der Medizintechnik. Aktuell wird ein Therapiesystem in Form einer Liege entwickelt, das bei degenerativen Störungen des Bewegungsapparats schon bald zum Einsatz kommen soll. 


Interview mit Geschäftsführer Hannes Papousek

Hannes Papousek, Mai International, Putz- und Injektionstechnologie.
© Patrick Sommeregger-Baurecht Hannes Papousek ist führender Anbieter in der Putz- und Injektionstechnologie.

Was sind Gefahren für das Unternehmertum?

Hannes Papousek: Sich auf dem erreichten Erfolg aus­zuruhen ist sicherlich die größte Gefahr für Unternehmen. Auch wenn etwas gut läuft, gibt es immer noch Luft nach oben.

Für welche Werte hat ein Unternehmen zu stehen?

Ich denke, es ist Zeit, bestehende Werte zu überdenken und neuen Gedanken Raum zu geben. Die Starre des Sys­tems in Österreich und speziell in Kärnten passt nicht mehr zur schnelllebigen Welt, in der wir leben. Da sehe ich Handlungsbedarf.

Was ist Ihr wichtigster Wunsch an die politischen Entscheidungs­träger?

Endlich wach zu werden und den Staat an die Erfordernisse des 21. Jahrhunderts anzupassen. Das wäre sicherlich ein radikaler Umbau, doch wir müssen flexibler werden. Andere Länder gehen hier mit gutem Beispiel voran – man muss das Rad nicht neu erfinden.

Im nächsten Unternehmerleben würde ich ...

... wahrscheinlich wieder die besten Mitarbeiter suchen.

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