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Zug fährt ab: Mit der Koralmbahn entsteht der zweitgrößte Ballungsraum Österreichs

Der „Stern des Südens“ geht auf: Mit der Verbindung durch den Koralmtunnel wachsen Kärnten und die Steiermark zum neuen „Wirtschaftsraum Süd“ zusammen – mit enormen Chancen für Menschen und Unternehmen, aber auch einem Sack voll Hausaufgaben für die Politik.

Pressekonferenz Koralmbahn
© WKK/Gutschi

„Im Herzen des Wirtschaftsraums Süd“ eröffnete der Hausherr in der Wirtschaftskammer Wolfsberg, Bezirksobmann Gerhard Oswald, am Donnerstag ein politisches Gipfeltreffen: Er konnte zur Studienpräsentation über das „Jahrhundertprojekt Koralmbahn“ nicht nur die beiden Landeshauptleute Peter Kaiser und Christopher Drexler begrüßen, sondern auch weitere Vertreter von Wirtschaft und Industrie beiderseits der Koralm. 

Bahnstrecke der Rekorde

Der sie unterquerende Tunnel wird mit 33 Kilometern der längste Eisenbahntunnel Österreichs. Er ist das Herzstück der Koralmbahn, die ab 2026 die Landeshauptstädte Klagenfurt und Graz in einer Fahrzeit von nur 45 Minuten verbindet. Studienautor Eric Kirschner von der Joanneum Research Forschungsgesellschaft: „Das ist das größte sozioökonomische Projekt in Österreich seit dem Bau der Semmeringbahn 1845. Mit der vorliegenden Analyse lässt sich zeigen, dass die Auswirkungen, die sich aus der veränderten Erreichbarkeit ergeben, signifikant positiv sind, sowohl in Bezug auf die wirtschaftliche Dynamik und Wettbewerbsfähigkeit als auch in Bezug auf die demographische Entwicklung.“ Kirschner betonte, dass die neuen Synergien, sowohl regional als auch interregional, proaktiv genutzt werden müssen. Ein Hinweis, den Oswald umgehend verstärkte: „Ob intermodaler Verkehr, neue Zubringer, Park&Ride -  die Erreichbarkeit auch in den Regionen, die nicht direkt an der neuen Strecke liegen, ist entscheidend.“

Bilder der Pressekonferenz

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Wolfsberg und Deutschlandsberg hätten bereits damit begonnen, die Eckpunkte einer ersten gemeinsamen regionalpolitischen Agenda und Strategie auf Bezirksebene zu schmieden. „Ende September findet die erste gemeinsame Ausschusssitzung statt. Je schneller und besser abgestimmt wir arbeiten, desto besser wird die Entwicklung in beiden Bezirken sein und desto unmittelbarer wird sich die positive Wirkung dieses Jahrhundertprojektes einstellen“, ist Oswald überzeugt. 

Bezirke erwarten Aufschwung und Zuzug

Volle Unterstützung kommt auch vom Deutschlandsberger Regionalstellenobmann Manfred Kainz. Für ihn ist schon jetzt klar, dass sowohl Deutschlandsberg als auch Wolfsberg nach Fertigstellung der Bahnlinie einen gewaltigen Aufschwung und massiven Zuzug erleben werden. „Jetzt gilt es, eine gemeinsame, bundeslandübergreifende Perspektive über die Bezirksgrenzen hinaus zu entwickeln“, sagte Krainz und spannte den Wirkungskreis des neuen Wirtschaftsraums vom Burgenland über Murau bis nach Slowenien. 

LH Kaiser betonte, die Verantwortungsträger in Kärnten und der Steiermark hätten das enorme Zukunftspotential für die beiden Bundesländer erkannt, das in gemeinsamen Kooperationen und in einem gemeinsamen Wirtschaftsraum Süd liege: „Kärnten und die Steiermark entwickeln sich zum ‚Stern des Südens!‘“ Kaiser verwies darauf, dass durch Kooperation, wie beispielsweise mit dem Joanneum Research, den Silicon Austria Labs, dem Digital Innovation Hub Süd, dem Green Tech Cluster, dem Silicon Alps Cluster, diese Potentiale bereits erfolgreich genutzt werden. „Die Koralmbahn wird als Wirtschafts- und Beschäftigungsmotor zu einem Kooperations- und Innovationsbeschleuniger. Indem wir unsere Stärken weiter bündeln und koordinieren, haben wir die Chance, gemeinsam im europäischen und internationalen Wettbewerb erfolgreich zu sein, sichtbar und attraktiv sowohl für Unternehmen als auch für dringend benötigte Arbeitskräfte zu werden“, betonte Kaiser. 

Wegweiser für die Regionalentwicklung

Auch sein Amtskollege Christopher Drexler steht hinter dem „Jahrhundertprojekt“: „Es freut mich ganz besonders, dass diese neue Studie so viele positiven Effekte insbesondere für die Region im steirisch-kärntnerischen Grenzgebiet aufzeigt“. Für den steirischen Landeshauptmann ist die Studie sowohl Grundlage, als Wegweiser für die Regionalentwicklung. „Wir setzten einen weiteren Schritt in der traditionell guten Zusammenarbeit zwischen der Steiermark und Kärnten. Unsere steirisch-kärntnerische Achse wird noch stärker – das schafft Wachstum, Arbeit und eine noch bessere Lebensqualität“, ist Drexler überzeugt. 

Die beiden Landeshauptleute betonten, dass bereits jetzt wichtige Maßnahmen eingeleitet werden müssten, um die Vorteile des neuen Ballungsraumes optimal ausschöpfen zu können. Konkret geht es u.a. um die Anbindung der Umlandgemeinden an die Koralmbahn durch öffentliche Verkehrsmittel, eine bundesländerübergreifende Zusammenarbeit im Bereich der Bildung und die Vermeidung von Doppelgleisigkeiten. „Wir müssen geschlossen beim Bund auftreten, um notwendige Investitionen und Weichenstellungen vorzunehmen und werden weiter eng miteinander zusammenarbeiten“, bekundeten die Landeshauptleute. 

Auch Industrie profitiert

Horst Johann Jöbstl, GF der Schwing GmbH in St. Stefan im Lavanttal, sieht als Vertreter der IV Kärnten in der Koralmbahn eine große Chance für die Entwicklung des Industriestandorts in der Region. „Mit der Koralmbahn rückt der Bezirk nun in die Mitte des Zentralraumes zwischen Graz und Klagenfurt/Villach und wird viel besser erreichbar sein. So erschließen sich die Uni- und Forschungsstandorte in den Metropolen in bequemer umweltfreundlicher Pendlerdistanz“, fasste Jöbstl zusammen. Für Gerold Grill, den Geschäftsführer der SVI Austria GmbH und Vertreter der IV Steiermark, eröffnen sich durch die Koralmbahn viele neue Möglichkeiten. „Für uns als Industrie ist ganz klar, dass beide Seiten – also Kärnten und die Steiermark – von dieser neuen Verbindung enorm profitieren werden“, berichtete Grill. 

Ewald Verhounig vom Institut für Wirtschafts- und Standortentwicklung ergänzte: „Um die enormen regionalökonomischen Chancen, die die Koralmbahn mit sich bringt, nachhaltig zu nutzen, bedarf es einer abgestimmten, interregionalen strategischen Bewirtschaftung der gesamten Achse mit den Bezirken Deutschlandsberg und Wolfsberg im Fokus“. Von den Studienautoren wurden auch fünf Handlungsfelder herausgearbeitet, die eine optimale Bewirtschaftung des Ballungsraumes sicherstellen sollen. Diese sind: Die strategische Entwicklung von Flächen, eine thematische Schwerpunktsetzung entlang der Stärkefelder, die rasche regionale Erreichbarkeit, Südösterreich als international attraktiven Standort zu positionieren und Strategien zur Verbindung des Ballungsraumes mit anderen Metropolregionen. 

Ballungsraum mit 1,1 Millionen Einwohnern

Die Fakten sind beeindruckend: Durch die Koralmbahn entsteht ein neuer Ballungsraum, in dessen Einzugsgebiet rund 1,1 Millionen Einwohner und eine halbe Million unselbstständig Beschäftigte leben, wobei über 130.000 im produzierenden Bereich tätig sind. Mit dem neuen Ballungsraum Graz- Klagenfurt entsteht der zweitgrößte Ballungsraum in Österreich. Im deutschen Raum zählen nur die Ballungsräume Berlin, Wien, München, Hamburg und Köln mehr als eine Million Einwohner. Die Bezirke Wolfsberg und Deutschlandsberg werden ab 2026 im Tagespendlerbereich von Klagenfurt und Graz liegen. Sowohl der Bezirk Deutschlandsberg als auch der Bezirk Wolfsberg haben in den vergangenen zwei Jahrzehnten eine enorm positive Entwicklung genommen. Beide Bezirke sind industriell-gewerblich geprägt und konnten den in weiten Teilen Europas zu beobachtenden De-Industrialisierungstendenzen nicht nur trotzen, sondern entgegenwirken. Die Verbesserung der Verkehrsanbindung wird sich auch auf die Bevölkerungsentwicklung in den beiden Bezirken auswirken. Die Studienautoren gehen davon aus, dass es in der Region zu einem Bevölkerungswachstum und, damit einhergehend, zu einer demographischen Veränderung kommen wird. 

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