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Mit den Vorteilen eines Familienbetriebs punkten

„wtronic – electronic production“ in Völkermarkt hat die Krise sehr gut gemeistert und blickt dank flacher Hierarchien auch positiv in die Zukunft. 

Claudia Blasi
Die nächste Generation  arbeitet bereits im Familien­betrieb mit:  Eigentümer Christian Walchhofer mit den Kindern Florian und Cornelia.
© Mori Die nächste Generation arbeitet bereits im Familien­betrieb mit: Eigentümer Christian Walchhofer mit den Kindern Florian und Cornelia.
60 neue Projekte alleine im Jänner 2021– die Auftragsliste der Firma wtronic kann sich sehen lassen. Leiterplatten sind gefragt, ebenso wie ihre Bestückung und Komplettgeräte. All das bietet der Familienbetrieb aus Völkermarkt und kann somit an den Erfolg des vergangenen Jahres anknüpfen.  „Wir hatten 2020 ein Umsatzplus von über 20 Prozent“, erzählt Geschäftsführer Christian Walch­hofer, „Kurzarbeit war nicht erforderlich, im Gegenteil, zu den 14 Mitarbeitern vor Ort kamen zwei weitere hinzu.“ 

Auch an den beiden Produktionsstandorten in Italien und Slowenien mit rund 60 Mitarbeitern war die Lage trotz Corona-Krise stabil. Eine große Hilfe war dabei die Außenwirtschaft der Wirtschaftskammer Kärnten. „Sofort als die Grenzen zu Italien geschlossen wurden, erhielten wir alle notwendigen Informationen und haben so keinen einzigen Tag in der Produktion verloren“, betont Walchhofer. Doch der Elektronik-Experte bleibt bodenständig: „Auch wenn es gerade gut läuft, die Zeiten werden härter, die Konkurrenz nimmt zu und es wird zunehmend schwieriger, mit den Preisen mitzuhalten. Vor allem aufgrund der extrem hohen Lohnnebenkosten.“ 

Also müsse an anderen Schrauben gedreht werden, um wettbewerbsfähig zu bleiben, wie etwa der Kalkulation und dem Einkauf. Ein weiterer Pluspunkt, um sich vom Mitbewerb abzuheben, sei das engmaschige Netz aus Materialzulieferern im mitteleuropäischen Raum. Hinzu komme der umfassende Full-Service-Ansatz: wtronic begleitet den Kunden von der Materialbeschaffung über die Bestückung bis hin zur Endmontage bei garantiert hohen Qualitätsstandards. Im Zentrum eines jeden Auftrages steht dabei ein Ansprechpartner aus dem Competence-Center, der alle Stationen im Blick behält und den Kunden bei Bedarf über Verbesserungsmöglickeiten informiert.
Von entscheidendem Vorteil sei besonders in schwierigen Zeiten die Firmenstruktur. Den Familienbetrieb prägen flache Hierarchien, große Flexibilität und Entscheidungsfreiheit. Nur so sei es möglich, ganz individuelle Aufträge von kleiner bis mittlerer Stückzahl auch kurzfristig ohne Verzögerung fertigzustellen. Das wissen vor allem die langjährigen Kunden aus Österreich und Deutschland zu schätzen. Neue Kunden gewinne man ausschließlich aufgrund von Empfehlungen – in Werbung werde nicht inves-tiert. Dafür nehme man lieber an anderer Stelle Geld in die Hand. Etwa um bei der Technik und der Software immer auf dem neuesten Stand zu sein. So werden in diesem Jahr 800.000 Euro in zwei neue Maschinen investiert. 

Diesen Weitblick teilt mittlerweile auch schon die nächste Generation: Cornelia und Florian Walchhofer. Die Vision im Familienbetrieb ist klar definiert: „Wir sind nicht die Größten, aber mit unserem umfassenden Wissen und unserer Kompetenz wollen wir zu den führenden qualitativ hochwertigen Unternehmen in unserer Branche für mittlere Serien im Alpen-Adria-Raum werden.“

Dieser Artikel erschien in der "Kärntner Wirtschaft" Ausgabe 4

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