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Mit Beeren fing bei Rosen Prinz alles an

Rosen sind die Leidenschaft von vier Prinz-Generationen in Wolfsberg. Die Zeiten waren aber nicht immer leicht. Dass das Unternehmen seit 82 Jahren existiert, verdankt es vor allem seiner Wandlungsfähigkeit.

Zwei Generationen an Rosenzüchtern: Christian und Arthur Prinz.
© KK/Prinz Zwei Generationen an Rosenzüchtern: Christian und Arthur Prinz.

Es gibt Dinge, die sich nur schwer beschreiben lassen. Das gilt auch für die Begeisterung, mit der Chris­tian Prinz durch seine 4000 Quadratmeter an Glashäusern marschiert und Tipps zur Rosenzucht gibt. Lachen und ungläubiges Staunen seiner Zuhörer sind dabei garantiert – wenn er beispielsweise das Liebesleben mit der Rosenpflege vergleicht oder alte Kärntner Sprichwörter für die Rosenzucht adaptiert. „Ich sage immer: Prinz-Rosen halten länger als so manche Beziehung“, wirft er mit spitzbübischem Lächeln ein, während er erklärt, was Pflanzen mögen: „Wenn man ein paar Dinge verstanden hat, ist es ganz einfach. Für Mensch, Tier und Pflanze gilt immer dasselbe: Wechselnde Bedingungen wie kalt, nass, trocken, warm sorgen für Stress – und Stress macht krank.“ Einer Dame, die ihm erzählt, wie schwer sie sich beim Zuschneiden der Rosen tue, sagt er: „Das ist keine Wissenschaft. Der wichtigste Schnitt ist jener im März, und der kann durchaus radikal sein.“

Beinahe täglich schreitet der Wolfsberger Unternehmer mit Busreisenden aus Österreich oder Deutschland durch seine Hallen und will dabei eines machen: Lust auf Rosen. Und da ihm das meist gelingt, gehen viele der Zuhörer anschließend in den angeschlossenen Shop, um sich mit Rosen, Rosensekt, Rosenseifen oder Deko-Gegenständen einzudecken. 

Rosen waren anfangs nur eine Liebhaberei

Die Direktvermarktung ist heute das wichtigste Standbein des Unternehmens, das im Jahr 1936 von Josef Prinz gegründet wurde. Damals lag der Schwerpunkt auf der Zucht von Beeren und Obst. „Beerenobst war in den Kriegszeiten von großem Wert. Die Rosen waren aber die eigentliche Leidenschaft meines Großvaters“, erzählt Christian Prinz. Es dauerte fast 20 Jahre, bis sich diese Leidenschaft bezahlt machen sollte: In den 50er-Jahren wurde das Schnittrosengeschäft zum wichtigsten Standbein des Unternehmens.

Der Großhandel wurde für fast 50 Jahre der wichtigste Partner von Prinz Rosen. „Es gab noch keine Konkurrenz aus Afrika und Südamerika. Alles, was produziert wurde, konnte auch verkauft werden. Wir haben Blumengeschäfte und Großhändler in ganz Österreich beliefert“, so Prinz. Das Geld, das damals erwirtschaftet wurde, investierte Dieter Prinz, Vater des jetzigen Geschäftsführers, unter anderem in Glashäuser mit 4000 Quadratmetern Fläche, um die Pflanzen vor Hagel zu schützen.

Billigkonkurrenz machte Neuausrichtung nötig

Als Christian Prinz das Unternehmen vor 18 Jahren übernahm, waren die goldenen Jahre vorbei. Im Handel hatte die Billigkonkurrenz begonnen, das Kommando zu übernehmen. Es mussten rasch Entscheidungen getroffen werden. „Das war damals keine einfache Zeit. Von 2004 bis 2008 waren wir ein untergehendes Schiff. Unser wichtigster Kunde brach weg und es hat dann einige Zeit gedauert, bis wir die Direktvermarktung als tragende Säule aufgebaut hatten“, erzählt Prinz.
Gemeinsam mit seiner Frau Rosemarie gelang es ihm schließlich, erstarkt aus dieser Krise zu kommen. Aus dem Produk­tionsbetrieb für den Großhandel wurde eine Marke, die von der Direktvermarktung lebt.

Der persönliche Einsatz der beiden sei dabei der Schlüssel zum Erfolg: „Die Kunden kommen zu uns, weil sie beraten werden wollen. Das machen unsere zehn Mitarbeiter auch sehr kompetent, aber der persönliche Kontakt zum Unternehmer ist trotzdem wichtig“, so Rosemarie Prinz.
Die nächste Generation steht übrigens schon in den Startlöchern: Der 25-jährige Arthur Prinz legte bereits die Meisterprüfung für Gartengestaltung ab und gründete sein eigenes Unternehmen. Als Gartengestalter ist er nun mit Mitarbeitern in ganz Kärnten unterwegs. Später wird er das Familienunternehmen übernehmen, was seinen Vater stolz macht: „Die Nachfolge von Rosen Prinz ist gesichert. Wir sind vier Generationen mit derselben Leidenschaft, aber jeder hat seinen Schwerpunkt und bringt neue Ideen ein.“


Interview mit dem „Rosenprinzen“ aus dem Lavanttal

Christian Prinz leitet den Familienbetrieb.
© KK/Prinz Christian Prinz leitet den Familienbetrieb.

Würden Sie in Ihrem nächs­ten Leben wieder Unternehmer werden?
Christian Prinz: Ja und nein. Ich liebe und schätze meine Arbeit, aber es gab in den vergangenen 18 Jahren auch Momente, in denen ich mir einen anderen Weg gewünscht habe. Heute bin ich glücklich, so wie es ist, und ich denke, ich würde es wieder genauso machen. Schließlich haben auch die Tiefs ihren Sinn.

Welchen Sinn?

Man wird von Tiefs geprägt und bekommt eine andere Perspektive. Wenn man als Unternehmer immer das Gleiche macht und das funktioniert, muss man sich nicht verändern. Je mehr Tiefs man hat, desto offener wird man und kann auch seine Sichtweise verändern.

Was würden Sie sich von der Politik wünschen?

Die Politik soll für ihre Entscheidungen genauso haften, wie es ein Unternehmer tut. Und zwar auch für Nicht-Entscheidungen. Dann würde vieles anders laufen.

Wie bringen Sie sich in Ihrer Region ein?

Wir haben viele Kooperationen mit anderen Firmen. Nur das Gemeinsame bringt uns weiter. Zusammenarbeit wird für Klein- und Mittelunternehmen generell immer wichtiger.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Ein bisschen mehr Freizeit. Keine Yacht im Mittelmeer, aber ein paar Tage Urlaub zwischendurch. Für Rosen muss man 365 Tage im Jahr und 24 Stunden am Tag da sein. Aber da mein Sohn jetzt schon einspringen kann, wird alles einfacher.


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