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Mission Mercosur: Höhepunkt in Sao Paulo

Seit Anfang der Woche ist eine Kärntner Wirtschaftsdelegation mit rund 20 Unternehmen in Südamerika unterwegs, um Marktchancen zu erkunden. Gestern Abend erreichte die „Mission Mercosur“ mit einem Netzwerkempfang in Sao Paulo ihren Höhepunkt.

Kärntens Wirtschaftsdelegation besuchte die ZONAMERICA, eine topmodern ausgestattete (und privatwirtschaftlich finanzierte und geführte) Freihandelszone in der Nähe von Montevideo.
© WKK/KK Kärntens Wirtschaftsdelegation besuchte die ZONAMERICA, eine topmodern ausgestattete (und privatwirtschaftlich finanzierte und geführte) Freihandelszone in der Nähe von Montevideo.
Nach mehr als 24-stündiger Anreise war die Gruppe unter Leitung von WK-Präsident Jürgen Mandl am Sonntag in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires eingetroffen. Allein die dürren Zahlen sind beeindruckend: Argentinien erstreckt sich vom tropischen Norden bis zum subpolaren Süden über 3700 Kilometer, umfasst mehrere Klimazonen und bietet der Landwirtschaft – immer noch einer der stärksten Wirtschaftsbereiche des Landes – drei Ernten jährlich.  Von den rund 44 Millionen Einwohnern lebt mehr als ein Drittel (16 Millionen) im Großraum der Hauptstadt Buenos Aires, an der meerähnlichen, aber Süßwasser führenden Mündung des Rio de la Plata gelegen und eine der Megacitys der Erde.

Größer als anderswo sind allerdings auch die wirtschaftlichen Herausforderungen. Das Land leidet unter Rezession und Inflation. Präsident Mauricio Macri, der 2015 mit großen Hoffnungen nach der ökonomisch fatalen Ära von Cristina Kirchner antrat, das einst reiche Land aus der Stillstandsfalle zu führen, ist mittlerweile auf dem harten Boden der politischen Realität angekommen: Für seine Reformpläne fehlen die Mehrheiten im Parlament, seine anfänglich unterstützte Wirtschaftspolitik blieb Stückwerk; eine Wiederwahl im heurigen Oktober ist unsicher, sogar ein Comeback Kirchners wird nicht ausgeschlossen. 30 Prozent der Argentinier leben unter der Armutsgrenze, und „Mercosur“ – der gemeinsame südamerikanische Markt, der theoretisch 75 Prozent des BIP des lateinamerikanischen Kontinents umfasst – kommt seit Jahrzehnten nicht vom Fleck. Ein Handelsabkommen mit der EU ist in Verhandlung, aber die Aussichten sind überschaubar. Immerhin: Waren im Wert von 133 Millionen Euro exportierten heimische Betriebe 2018 in das landschaftlich beeindruckende, sehr europäisch wirkende Land. „Argentinien, das ist wie der italienische Süden – allerdings ohne den reichen Norden. Das bedeutet aber keineswegs, dass es keine Geschäftschancen gibt“, fasst Marco Garcia, österreichischer Wirtschaftsdelegierter für Argentinien, Paraguay und Uruguay, die Lage zusammen.

Besuch der ZONAMERICA

In dessen Hauptstadt Montevideo bietet sich der Kärntner Unternehmerdelegation ein etwas anderes Bild. Eine stabile Wirtschaftslage, geordnete soziale Verhältnisse und funktionierende institutionelle Strukturen machen das Land interessant für Exporteure. 2017 feierte Uruguay die längste Wachstumsperiode seiner Geschichte mit 15 Jahren Wirtschaftsexpansion und durchschnittlichen Zuwachsraten von 4,3 Prozent. Von der positiven Entwicklung konnte sich die Kärntner Wirtschaftsmission in der ZONAMERICA selbst ein Bild machen: eine topmoderne Freihandelszone, in der sich mehr als 350 Unternehmen mit insgesamt über 10.000 Mitarbeitern angesiedelt haben. Der Business Park und das ganze Land werben damit, nach offiziellen Rankings den höchsten Connectivity Index, den besten Transparency Index und die höchste Lebensqualität in Lateinamerika aufzuweisen. Einziger Wermutstropfen: Uruguay ist zwar etwa doppelt so groß wie Österreich, aber mit nur 3,3 Millionen Einwohnern – von denen die Hälfte in Montevideo lebt, wo es vieles gibt, aber keinerlei Berge – recht spärlich besiedelt.

Davon kann in der brasilianischen Megacity Sao Paulo, dem Höhe- und Schlusspunkt der Wirtschaftsmission, keine Rede sein: Zwischen 25 und 30 Millionen Menschen leben in der Region, Brasilien selbst ist größer als Europa und sieht sich dementsprechend als eigenen Kontinent. Nach Jahren der Krise, in denen das Land allein 2015 und 2016 mehr als sieben Prozent seiner Wirtschaftskraft einbüßte, hat der weltgrößte Exporteur von Soja, Geflügel, Rindfleisch, Zucker, Fruchtsäften und Kaffee mittlerweile wieder auf einen vorsichtigen Wachstumskurs zurückgefunden. Unter dem seit Anfang 2019 regierenden Präsidenten Jair Messias Bolsonaro sehen viele Analysten und Investoren in- und außerhalb Brasiliens diese Entwicklung allerdings in Frage gestellt: Der ehemalige Fallschirmjägerhauptmann gilt als schusswaffennärrischer Trump-Nachahmer, der eine wirtschaftsliberale und gesellschaftskonservative Agenda gleichzeitig verfolgt – viel Konfliktpotential für das sozial gespaltene Land, in dem bittere Armut neben märchenhaftem Reichtum existiert. Dazu kommt, dass China heute schon der größte Handelspartner Brasiliens ist, die USA liegen an zweiter Stelle. Ob das zum Trump-freundlichen Kurs des neuen Präsidenten passt? „Das Gift für die Wirtschaft ist die Unsicherheit. Doch die Fundamentaldaten sind gut: geringe Inflation, überschaubare Staatsverschuldung, hohe Devisenreserven“, erzählt Allessandra Ribeiro, die Chefin des renommierten Beratungsunternehmens Tendencias.

Großer Netzwerkempfang in Sao Paulo

Nach zahlreichen B2B-Terminen fand die Wirtschaftsmission am Donnerstagabend mit einem großen Netzwerkempfang von WK-Präsident Mandl und dem österreichischen Außenwirtschaftscenter Sao Paulo einen glanzvollen vorläufigen Höhepunkt: Mehr als 200 hochrangige Gäste aus der brasilianischen Wirtschaft kamen zusammen, um die Kärntner Delegation kennenzulernen und sich über Geschäftsmöglichkeiten auszutauschen. Mandl: „Das Interesse der brasilianischen Wirtschaft und die überaus positiven Feedbacks unserer Kärntner Unternehmer sind eine schöne Bestätigung dafür, dass unsere von der Exportoffensive des Landes Kärnten unterstützten Wirtschaftsmissionen der richtige Weg sind, die Kärntner Wirtschaft noch breiter aufzustellen und den Export als unseren Wohlstandsmotor weiter auszubauen.“

Am Freitag stehen zahlreiche weitere B2B-Termine für die Kärntner Unternehmer auf dem Programm, bevor sich die Delegation am Nachmittag auf den weiten Weg zurück nach Kärnten macht. Walter Kohlbach, einer der Teilnehmer der „Mission Mercosur“, der in zahlreichen Terminen mit ortsansässigen Unternehmen und der öffentlichen Verwaltung die potentiellen Marktchancen in Südamerika für sein Wolfsberger Bioenergieunternehmen geprüft hat, ist mit der Reise zufrieden: „Das Thema Biomasse ist in Brasilien jedenfalls angekommen, Argentinien ist hier vielleicht noch ein paar Jahre zurück. Die Länder haben offenbar recht komplizierte Strukturen, was die Administration angeht – aber, wenn man so wie wir in Russland unterwegs war, wo die Infrastruktur auch nicht berauschend ist, oder jahrzehntelange Erfahrung in Italien und Frankreich hat, wo auch die gesetzlichen Grundlagen extrem komplex sind, dann schreckt einen das nicht ab. Da ist eher die Frage entscheidend, wo diese Länder in ihren Wirtschaftszyklen stehen und ob eine Investitionsbereitschaft da ist.“

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