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Metallschrott wird neues Leben eingehaucht

Die SBH Rohstoffhandel GmbH macht aus dem Metallschrott von Industriebetrieben spezielle Legierungen. Das kann österreichweit niemand anders.

Angelika Dobernig

Hier ist noch Handarbeit gefragt: Das Metall wird von Mitarbeitern, am Bild: Patrick Puchachewski, sortiert.
© Emhofer Hier ist noch Handarbeit gefragt: Das Metall wird von Mitarbeitern, am Bild: Patrick Puchachewski, sortiert.

Sammeln, sortieren und aufbereiten: Die SBH Rohstoffhandel GmbH hat sich auf die Rückgewinnung von Metallen spezialisiert. „Dieses Thema hat mich schon seit meiner Jugend interessiert", erzählt Thomas Bojer. Nach einigen Jahren bei der Voestalpine entschloss er sich im Jahr 2003, selbstständig zu werden – und zwar als Schrotthändler. Wer auf dem Werksgelände in St. Andrä unterwegs ist, merkt aber gleich: Schrott ist nicht gleich Schrott. Mit der landläufigen Vorstellung von einem Schrottplatz hat dieses Unternehmen nichts gemein.

Große Häufen aus glänzendem Aluminium, Stahl, Kupfer oder Zink reihen sich hier aneinander. Die meisten von ihnen befinden sich in der großen Werkshalle, damit sie vor der Witterung geschützt sind. Bevor die Metallabfälle in großen Lkws von Kunden abtransportiert und nach St. Andrä kommen und zu diesen Haufen gestapelt werden, müssen sie zuerst fein säuberlich sortiert und gereinigt werden. Danach werden sie verarbeitet und an die Kunden geliefert.

CO2-freie Produktion im Unternehmen

„Bei uns dreht sich alles um zwei Dinge: Qualität und Umwelt", sagt Bojer. Für Letztere produziert das Unternehmen seit zwei Jahren völlig CO2-frei. Gearbeitet wird beispielsweise mit elektrisch betriebenen Baggern und Radladern, die mit Solarstrom betrieben werden. „Unsere Dächer sind voll mit Solarpaneelen. Wir erzeugen damit mehr Strom, als wir verbrauchen können." Auch die Dienstfahrzeuge des Unternehmens sind E-Autos. „Das gehört einfach zu unserer Unter­nehmensphilosophie. Wir wollen nicht nur reden, sondern tatsächlich etwas für die Umwelt tun", so Bojer. Deshalb werde modernste Technologie eingesetzt, um Umweltverschmutzung durch Ölabscheidungen zu verhindern.

Doch zurück zum Kerngeschäft des Unternehmens: Über die Qualität der Metalle hebt man sich deutlich von der Konkurrenz ab. Dahinter steckt jahrelange Forschungsarbeit, die der Geschäftsführer selbst leitet. Im hauseigenen Labor tüftelt er mit modernen Analysegeräten an neuen Werkstoffen, die später unter anderem in der Weltraum- und Luftfahrttechnik zum Einsatz kommen. „Das Labor ist das Herz unseres Unternehmens. Wir entwickeln hier neue Maschinen und testen Werkstoffe. Alles beginnt hier", erklärt Thomas Bojer.

„Neue Wege zu gehen" beschreibt der Unternehmer als seine größte Motivation. „Schon bei der Unternehmensgründung habe ich gewusst, dass wir uns nicht mit ‚normalem‘ Stahlschrott beschäftigen werden. Mein Ziel war es immer, der richtige Ansprechpartner für Betriebe zu sein, die Speziallegierungen benötigen." Dieses Konzept habe sich bewährt: „Mittlerweile gehören wir zu den größten Recyclern für niedrig- und hochlegierten Stahl in Österreich. Außerdem sind wir österreichweit die Einzigen, die spezielle Legierungen herstellen können."

Welche Legierungen das sind und wie die Produktion abläuft, will er nicht verraten. „Das ist unser Betriebsgeheimnis. In unserer Branche gibt es viele Mitbewerber, man muss deshalb vorsichtig sein, welche Informationen man hinausgibt", erklärt Bojer, dessen nächste Projekte bereits in den Startlöchern stehen.

Modernste Sortieranlage in Österreich geplant

So wird er noch heuer die modernste Aluminium-Sortieranlage Österreichs in seinem Werk aufstellen lassen. „Wir haben sie gemeinsam mit einem deutschen Partner entwickelt, 95 Prozent des Know-hows dafür stammen aber aus unserem Unternehmen." Die Anlage wird Aluminium mit Magnet- und Röntgentechnik voll­automatisch sortieren, „das gibt es in dieser Form weltweit noch nicht", sagt der Unternehmer. Dass durch diesen Schritt in Richtung Industrie 4.0 Arbeitsplätze gefährdet wären, verneint er: „Ganz im Gegenteil. Dadurch werden neue Arbeitsplätze geschaffen. Dazu muss man wissen, dass die Alusortierung eine körperlich schwere Arbeit ist, für die man kaum Mitarbeiter findet." Spezialsorten werden auch künftig ma-nuell sortiert, so Bojer.

Dieser Artikel erschien in Ausgabe 32/33 der "Kärntner Wirtschaft".

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