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Mauern aus Stein und das Lavanttal am Teller

Knoblauch, Artischocken, Schafskäse: Im Gasthaus Poppmeier treffen die kulinarischen Schätze desLavanttals aufeinander – und das seit 140 Jahren.

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© Peter Just

Könnten die dicken Steinmauern des Gasthauses Poppmeier in St. Paul im Lavanttal erzählen, was sie in den vergangenen Jahrhunderten erlebt haben, man würde aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. Im Mittelalter wurde das „Kreuzbäck-Haus“ errichtet, hatte viele Besitzer, brannte ab, überstand eine Überschwemmung – und wurde schließlich im Jahr 1877 von Maria Poppmeier gekauft. Seitdem ist es das Gasthaus Poppmeier, das seit 1997 von Richard und Gisela Poppmeier geführt wird.

Eines hat sich in all der Zeit nicht verändert: Das Gasthaus ist heute nach wie vor eine Institution im Ort. Hier trifft man sich, um frühmorgens einen Kaffee zu trinken und mittags oder abends zu essen. „Es gibt mittlerweile nur mehr wenige Wirte in der Umgebung“, erzählt Gisela Poppmeier nachdenklich, „immer mehr sperren zu.“ Das führe nicht nur dazu, dass das eigene Gasthaus noch stärker zum Treffpunkt werde, sondern auch zu einem schrittweisen Umdenken in der Gesellschaft, sagt sie: „Früher war es selbstverständlich, dass es mehrere Wirtshäuser in einem Ort gab. Heute sind die Leute froh und sagen: ‚Gott sei Dank gibt es euch noch.‘“

Dabei war es nicht immer klar, dass Richard Poppmeier den Betrieb einmal weiterführen wird. Nach seiner Koch-Lehre im Villacher Warmbaderhof zog es ihn ins Ausland. „Aber es hat sich dann zuhause ergeben und hat gepasst“, erinnert sich der Wirt. Bereut habe er die Entscheidung nie – und es sei klar gewesen, dass der Betrieb weitergeführt werden musste. Erst sechs Jahre zuvor wurde das Gasthaus, das am Fuße des Stiftes St. Paul liegt, umgebaut, erweitert und modernisiert. „Das war 1991, kurz vor der Landesausstellung im Stift“, so Richard Poppmeier.

Aus dem Mostkeller wurde ein eleganter Speisesaal und das kleine Wirtshaus zum großen hellen Lokal. „Wir haben damals alles neu gemacht“, erzählt Vater Emmerich Poppmeier, der heuer seinen 80. Geburtstag feiert und – ebenso wie seine Frau Herta – noch immer im Betrieb mithilft. Wenn Emmerich daran denkt, wie viel der Umbau gekostet hat, schüttelt er den Kopf: „Aber zum Glück war die Landesausstellung ein voller Erfolg. Die Hälfte der Investition war im ersten Jahr wieder herinnen."

Genial regional

Mit dem Aufschlagen der Speisekarte beginnt eine kulinarische Reise durch das Lavanttal. Und es ist auch die eine oder andere Überraschung dabei – wenn beispielsweise „Salat vom Willi“ auf der Speisekarte steht. Dann wissen viele der Gäste schon Bescheid: Heute gibt es Salat aus dem Garten eines Nachbarn. Denn Familie Poppmeier bezieht ihr Gemüse nicht nur von regionalen Produzenten, sondern auch von den Gästen. „Immer wieder steht in der Früh ein Korb mit Salat, Kräutern oder Ribiseln vor der Tür – und dann schreibe ich natürlich auf die Speisekarte, von wem es ist“, sagt Richard. Den Gästen gefällt der regionale Bezug, genauso wie den Poppmeiers der persönliche Kontakt zu ihren Lieferanten. So setzt sich der Wirt immer wieder ins Auto, um bei Familie Holzer Knoblauch oder Artischocken vom Kammerhof zu holen. „Es ist einfach etwas anderes, wenn man weiß, woher die Lebensmittel kommen und wie sie hergestellt werden. Dann schmeckt es noch besser“, sind sich Richard und Gisela Poppmeier einig.


Interview mit dem Wirt Richard Poppmeier

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© Peter Just Seit 20 Jahren führt Richard Poppmeier gemeinsam mit seiner Frau Gisela das Gasthaus Poppmeier.

Was ist die größte Herausforderung für Ihr Unternehmen?

Richard Poppmeier: Die Zeit. Für mich ist es die größte Herausforderung, alles in der vorhandenen Zeit zu schaffen. Vor allem die Bürokratie ist für uns sehr mühsam.

Wie werden Sie durch Bürokratie blockiert?

Ein gutes Beispiel ist die Allergenverordnung: Im Dezember wurde sie eingeführt und Anfang Jänner war schon der Lebensmittelkontrollor im Haus und hat nachgesehen, ob alles passt. Wir waren gut vorbereitet, es gab keine Probleme. Aber ich frage mich, wofür es nötig ist, jedes Gericht zu rezeptieren. Wir haben laufend neue Gerichte auf der Karte, der Aufwand dafür ist immens. Auch die Nichtraucherverordnung ist so ein Thema. Wir sind schon froh, wenn dann ab 2018 für alle dieselben Regeln gelten.

Warum sind Sie fürs Nichtrauchen?

Weil die Diskussionen dann ein Ende haben. Für die Gäste ist es schwer nachvollziehbar, warum sie in dem einen Lokal rauchen dürfen und in dem anderen nicht.

Wo sehen Sie Ihren Betrieb in zehn Jahren?

Wir wollen so weitermachen wie bisher. Wir haben genug Arbeit, aber es kommt nicht von selbst, dafür muss man auch etwas tun. Heuer organisieren wir zum Beispiel wieder das Knoblauchfest im Juni. Als Wirt braucht man insgesamt viel persönlichen Einsatz, die Gäste wollen einen selbst im Lokal sehen.

 

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