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Mandl: "Kärnten muss seine Jahrhundertchancen nutzen!"

Im Zeichen der Abwahl der Bundesregierung stand die Frühjahrssession des Kärntner Wirtschaftsparlaments. Der neue Wirtschaftslandesrat Schuschnig traf den Nerv der versammelten Unternehmer.

Präsident Jürgen Mandl nahm ausführlich auf die aktuelle politische Situation Bezug und sparte nicht mit Kritik, ohne allerdings Schuldzuweisungen vorzunehmen.
© WKK/Bauer „Vertrauen und Glaubwürdigkeit sind die wichtigsten Geschäftsgrundlagen, nicht nur im Business, sondern auch in der Politik“, mahnte Mandl.

Gemessen am Applaus ist der Einstand geglückt: Die etwa 120 Delegierten zum Kärntner Wirtschaftsparlament hießen Neo-Landesrat Sebastian Schuschnig herzlich willkommen. Kein Wunder, erzählte er doch von seiner Kindheit im elterlichen Familienbetrieb, wo er schon früh gelernt habe, welchen Einsatz und welche Herausforderungen die berufliche Selbstständigkeit mit sich bringe. Und wie wichtig eine starke Interessenvertretung sei, unterstrich Schuschnig: „Mit Ihnen im Schulterschluss werde ich mit ganzer Kraft für die Wirtschaft dieses Landes arbeiten – dieses Versprechen gebe ich heute ab."

Kärnten steht als Rekord-Bundesland an fünfter Stelle

Und dass es noch viel Arbeit gibt, steht für Schuschnig außer Zweifel: Kärnten sei ein Rekord-Bundesland, aber das wisse keiner. In der Kombination von Industrie und Tourismus stehe Kärnten in einer Untersuchung von 300 EU-Regionen an 5. Stelle, bei der Nächtigungsintensität an 20., bei der Forschung und Entwicklung an 28. Schuschnig: „Kärnten ist in vielen Bereichen top, aber wir müssen an der Strahlkraft arbeiten, dem Wirtschafts- und Lebensstandort mehr Image geben. Professionelles Standortmarketing braucht aber auch entsprechende Mittel, dafür werde ich mich einsetzen.“

Für die Zukunft kündigte Schuschnig an, den Fachkräftemangel anzupacken. Auch die Bildungsinstitutionen bräuchten mehr digitale Kompetenzen. Die im Aufbau befindliche Wirtschaftsombudsstelle bezeichnete er als „Reformturbo“, ebenso den bereits gestarteten Entbürokratisierungsprozess „Kärnten unternehmensfreundlich“: „Die Unternehmer als Leistungsträger sollen ohne überbordende bürokratische Hürden arbeiten können!“ Wichtig sei auch der Ausbau der Infrastruktur, vor allem von Breitband-Internetanbindungen.

Vertrauen als Geschäftsgrundlage in der Politik

Präsident Jürgen Mandl nahm ausführlich auf die aktuelle politische Situation Bezug und sparte nicht mit Kritik, ohne allerdings Schuldzuweisungen vorzunehmen. „Vertrauen und Glaubwürdigkeit sind die wichtigsten Geschäftsgrundlagen, nicht nur im Business, sondern auch in der Politik“, mahnte Mandl. Österreich sei immer ein teurer Standort gewesen, aber ein verlässlicher: „Ich warne eindringlich davor, diese Verlässlichkeit Österreichs für politisches Kleingeld aufs Spiel zu setzen. Das wäre Betrug an der Bevölkerung.“

Als Jahrhundertchancen für Kärnten bezeichnete Mandl einerseits den Koralmtunnel, die die starken Wirtschaftsräume Klagenfurt und Graz aneinanderrücken ließe. Andererseits bedeute die „neue Seidenstraße“ von China bis Triest neue Möglichkeiten, die Kärnten aus der jahrzehntelangen Randlage herausholen und zu einem attraktiven europäischen Logistikknotenpunkt zwischen Adria und Ostsee machen könnten.

Wirtschaftskammer Kärnten hat ausgeglichene Bilanz

Der vom Wirtschaftsparlament einstimmig beschlossene Rechnungsabschluss der Wirtschaftskammer für das Jahr 2018 weist ein ausgeglichenes Ergebnis aus. Die Gesamteinnahmen inklusive dem Finanzerfolg belaufen sich auf 30.317.883,82 Euro. Davon entfällt auf die Finanzierung aus Kammerumlagen 69,3 %.  Die gesamten betrieblichen Aufwendungen, der Personal- und Materialaufwand sowie die Zinsertragssteuer beliefen sich auf 27.494.660,63 Euro. Die Investitionen haben 2.187.266,02 Euro betragen. 635.957,17 wurde den zweckgebundenen Rücklagen zugewiesen. Somit ist das Ergebnis für 2018 ausgeglichen. Das effiziente Kostenmanagement trug dazu bei, dass auch zur Finanzierung von Investitionen keine Rücklagen aufgelöst werden mussten.

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