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Mandl: "Fünf Wochen Urlaub sind genug!"

Kärntens Wirtschaftskammerpräsident lehnt die Forderungen der Gewerkschaft ab und warnt vor weiteren Verlusten bei Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätzen.

Heftige Kritik an der Haltung der Gewerkschaften im Zuge der unterbrochenen Kollektivvertragsverhandlungen kommt aus Kärnten. Österreich sei mit mindestens 38 bezahlten freien Tagen im Jahr heute schon an der Weltspitze zu finden, kritisiert WK-Präsident Jürgen Mandl: "Allerdings sind wir auch bei den Lohnnebenkosten ganz vorne dabei und werden deshalb in allen internationalen Rankings nach hinten durchgereicht!"

Allein seit 2008 seien die Arbeitskosten in Österreich um 18 Prozent explodiert, während sie in der Eurozone nur um 13 und in Deutschland gar nur um zehn Prozent gestiegen seien. Angesichts dieser gefährlichen Situation könne es nicht um eine Ausweitung von Urlaubsansprüchen gehen, sondern man müsse über eine Reduktion sprechen, verlangt Mandl: „Fünf Wochen Urlaub für alle sind genug!“ Unterstützung für diese Forderung kommt von einer Umfrage des market-Instituts, der zufolge 88 Prozent der Österreicher mit der derzeit geltenden Urlaubsregelung zufrieden seien.

In der aktuellen wirtschaftlichen Situation über weitere Belastungen der Unternehmen nachzudenken, sei geradezu fahrlässig, kritisiert Mandl. Die Wirtschaft habe ihre bürokratischen und kostenmäßigen Belastungsgrenzen erreicht, wenn nicht überschritten: "Mehr Urlaub oder andere zusätzliche Erschwernisse werden die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Betriebe weiter verschlechtern und zu noch mehr Arbeitslosigkeit führen." Wer das nicht begreife, habe den Wandel in der Wirtschaft und auf der Welt noch nicht verstanden, unterstreicht Mandl: "Die Wirtschaft ist gewohnt, sich veränderten Rahmenbedingungen anzupassen. Nur die Gewerkschaft glaubt offenbar immer noch, wir leben in den goldenen Siebzigerjahren!"

Laut Mandl kann es nicht um weitere Belastungen der Betriebe gehen, vielmehr sei es aufgrund der wirtschaftlichen Lage dringend geboten, über Erleichterungen zu sprechen. So sei es zum Beispiel hoch an der Zeit, den Teilzeitkrankenstand einzuführen, weil beispielsweise ein Montagemitarbeiter mit einer Handverletzung durchaus innendiensttauglich sein und für das Unternehmen bis zu seiner Wiederherstellung an anderer Stelle wertvolle Dienste leisten könne, anstatt auf Kosten des Unternehmens untätig zuhause herumzusitzen. Auch sollte über die Fairness bei der Entgeltfortzahlung im Krankenstand nachgedacht werden, regt Mandl an: "Warum kann der Arbeitnehmer nicht die ersten zwei Tage des Krankenstands selbst tragen?  Und warum muss der Unternehmer sechs Wochen lang den Lohn weiterzahlen, wenn sich ein Mitarbeiter in der Freizeit beim Fußballspielen oder Mountainbiking verletzt? Da sollte es dringend eine Lösung in Form einer verpflichtenden privaten Unfallversicherung geben."

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