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Mandl für mehr E-Commerce in der Handelsausbildung

Die Zeichen der Zeit sind eindeutig: Kärntens WK-Präsident Jürgen Mandl setzt auf Online und Internationalisierung im Handel und wünscht sich mehr Entschlossenheit der Sozialpartner.

Angesichts der Zuwachsraten des Onlinehandels in Österreich und des enormen Kaufkraftabflusses ins Ausland tritt Kärntens Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl dafür ein, den E-Commerce in der Lehrlingsausbildung des Handels massiv auszubauen. Es sei unübersehbar, dass der Trend im Handel in Richtung der Online-Shops gehe, unterstreicht Mandl: "Die heimischen Unternehmen verlieren massiv an das Internetbusiness und damit meist an ausländische Anbieter. Mit der richtigen Qualifikation ist es möglich, Umsätze im eigenen Webshop und damit im Land zu halten – und vielleicht sogar auszubauen."

Dazu brauche es allerdings die geeigneten Mitarbeiter, die Kenntnisse der Funktionsweise von Webshops, aber auch in der Logistik und Kalkulation mitbringen müssten. Mandl, der selbst beruflich aus dem Handel kommt: "Je früher man damit anfängt, dem Fachkräftenachwuchs diese Kompetenzen mitzugeben, desto besser wird das Ergebnis sein." Den von der Bundessparte Handel kürzlich beschlossene Ausbildungsschwerpunkt „Digitaler Verkauf“ in Kombination mit jeweils einem Branchenschwerpunkt (Lebensmittel, Mode etc.) bezeichnete Mandl als einen Schritt in die richtige Richtung, er würde sich aber noch mehr Entschlossenheit der Sozialpartner wünschen: "Angesichts der Veränderungen, die die Digitalisierung mit sich bringen wird, habe ich Zweifel, dass unser Tempo hier ausreichend ist."

Deshalb bringt Mandl auch neuerlich sein Modell des „Alpen-Adria-Lehrlings“ ins Spiel: Er schlägt vor, gemeinsam mit den Partnern in Slowenien und Friaul-Julisch Venetien ein Drei-Länder-Ausbildungsprojekt für Handelslehrlinge zu starten. Mandl: "Diese Regionen werden zusammenwachsen. Da geht es um Sprachen, um regionale Besonderheiten, um Qualität für den Kunden, egal woher er kommt." Er werde mit dem Landeshauptmann Kaiser und den Freunden im New Alpe Adria Chamber Network dieses Vorhaben weiter vorantreiben, erklärte Mandl, der in Summe mehr Bewegung und Tempo einfordert: "Man sollte nicht vergessen: Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit."

Dass Jugendliche moderne Lehrangebote gerne annehmen, zeigen Kärntner Pilotprojekte: Seit April 2015 läuft in der Spar Akademie-Klasse in der Fachberufsschule Spittal/Drau auf Initiative von Hervis Sports in Zusammenarbeit mit der Kärntner Landesregierung, der Wirtschaftskammer Kärnten und dem Landesschulrat die österreichweit erste Hervis-Klasse für die Einzelhandelskauffrau/-mannslehre mit der Zusatzqualifikation "Digitaler Verkäufer". Auch in der Berufsschule 2 in Klagenfurt wird das Thema E-Commerce groß geschrieben: Hier haben Schüler in Eigenregie einen Webshop für ihre Kantine erstellt, der im Rahmen des "Top-of-webshop"-Contest der Wirtschaftskammer Kärnten einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

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