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Malerei Wieser vereint Handwerk und Kunst

In Lassendorf im Gitschtal befindet sich die Malerei Wieser. Dort steht Ernst Wieser auf drei Standbeinen, leis­tet wichtige Nachwuchsarbeit und ist durch Bodypainting weit über Österreichs Grenzen bekannt. 

Corina Thalhammer
Ernst Wieser von der gleichnamigen Malerei gestaltet auch Skihelme. Auf dem Bild mit Sportler Markus Salcher und Elisabeth Presslauer.
© WieserArt Ernst Wieser von der gleichnamigen Malerei gestaltet auch Skihelme. Auf dem Bild mit Sportler Markus Salcher und Elisabeth Presslauer.
Wände, Böden, Fassaden, Container, Skihelme, Tassen und Urnen – nichts entkommt den kreativen Fängen des Gitschtaler Unternehmers Ernst Wieser. Vor 30 Jahren begann seine unternehmerische Laufbahn, die Vorliebe für das Zeichnen zeigte sich bereits im Kindesalter. 1989 begann er mit dem Bodypainting, bot jahrelang Airbrush-Kurse an. Teilnehmer aus aller Welt pilgerten nach Lassendorf, um von ihm zu lernen. 

Angefangen hat alles damit, als Wieser als Jugendlicher eine Lehrstelle suchte „und ein Maler hat mich dann genommen“. Nach der Lehre absolvierte er die Meisterprüfung, „aber nie mit dem Gedanken mich selbstständig zu machen“. Als er sich 1991 dann dazu entschloss, einen Betrieb zu gründen, war sein Ziel: „Immer schön klein bleiben.“ Durch Gespräche und Mundpropaganda kamen die ersten Aufträge. „Netzwerken ist wichtig und es muss ein ständiges Geben und Nehmen herrschen“, weiß Wieser. Auch heute funktioniere die Mundpropaganda, jetzt vorwiegend über das Internet. Früh hat der Unternehmer das erkannt und seine Leistungen und Produkte online präsentiert und in einem Webshop angeboten. 

Von Anfang an legte Wieser besonderen Wert auf die Lehrlingsausbildung. Rund 60 junge Menschen hat er in den vergangenen Jahren ausgebildet. Der Andrang ist groß, regelmäßig muss er Bewerbern Absagen erteilen. Weil er so viele Lehrlinge ausbildete, hatte er nie Probleme damit, Mitarbeiter zu finden. 
Die Jugend liegt ihm am Herzen. Daher ist er auch im Vorstand des Vereins „Zukunft Handwerk Industrie Gailtal“, der sich etwa damit befasst, das Image handwerklicher Berufe zu heben. Wieser spricht auf Messen und in Schulen und engagiert sich für die Lehre. Viel Wert legt er auf soziale Kompetenzen. In der Freizeit schult er Lehrlinge, um ihnen Selbstwertgefühl zu vermitteln. Spielerisches Lernen ist ihm dabei wichtig. „Wir setzen das ohne Bürokratie um. Unser Ziel ist es, mit geringsten Mitteln so viel wie möglich zu erreichen.“
Als Unternehmer müsse man wissen, was Mitarbeiter wollen. „Das Wichtigste sind leistbare Wohnverhältnisse, ein gutes Betriebsklima, ausreichend Freizeit und erst zum Schluss kommt der Verdienst.“ 
In seinem Betrieb sind rund 30 Mitarbeiter beschäftigt – Männer und Frauen zu gleichen Teilen. Ein großes Problem sei die Kinderbetreuung. „Wenn wir in der Früh beginnen, gibt es keine und am Abend, wenn wir aufhören, auch nicht – das muss sich dringend ändern.“ 
Der Unternehmer bricht klassische Mus­ter auf, indem er traditionelles Handwerk mit neuen Technologien vereint. Fortschritt und Weiterentwicklung haben einen hohen Stellenwert, denn „ein Betrieb ist ein lebender Organismus, der sich immer weiterentwickeln muss, ansonsten stirbt er.“ Das setzt er auch in seinem Unternehmen um, das in drei eigenständige Bereiche unterteilt ist: Digitaldruck, Malerei und Wieser-Art. 

In den nächsten fünf Jahren möchte er seinen Betrieb in jüngere Hände geben. Einen potenziellen Nachfolger gebe es bereits, deshalb möchte er seinen Betrieb übergeben: „Damit ich wieder kreativ sein kann, denn in den vergangenen Jahren wurde ich immer mehr zum Konfliktmanager.“ Seinem Nachfolger möchte er weiterhin beratend zur Seite stehen und sein Wissen weitergeben. Prinzipiell fände er es schön, wenn gestandene Unternehmer den Jungen beibrächten, was es heißt, ein Unternehmer zu sein. 


Dieser Artikel erschien in Ausgabe 23 der "Kärntner Wirtschaft". 

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