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Luxusjachten bestechen mit Kärntner Handwerk

Luxus bedeutet Qualität und Qualität braucht Handwerk – zumindest was den Innenausbau von Jachten betrifft. Das Griffner Unternehmen Sinnex positionierte sich erfolgreich in dieser Nische und setzt seine Segel weiter auf Expansionskurs.

Anita Arneitz
Sinnex-Geschäftsführer Wolfgang Walzl (zweiter von links) bespricht mit Sandra Aichbauer, Markus Lobnig, Ennio Sachs (stehend) und Michael Radler die aktuellen Projekte für die Produktion.
© Mori Sinnex-Geschäftsführer Wolfgang Walzl (zweiter von links) bespricht mit Sandra Aichbauer, Markus Lobnig, Ennio Sachs (stehend) und Michael Radler die aktuellen Projekte für die Produktion.

Fingerfertigkeit, ein Blick für das Detail und die Liebe zum Beruf – in den lichtdurchfluteten Produktionshallen von Sinnex Innenausbau in Griffen wird noch das traditionelle Tischlerhandwerk hoch gehalten. Bretter werden per Hand gehobelt, jedes Furnier Zentimeter für Zentimeter kontrolliert und selbst kreative Oberflächen entwickelt. 

Gearbeitet wird dabei immer in Projektteams, die die Vorstellungen der Designer für die Luxusjachten umsetzen. Während das Unternehmen in der Startphase auch Innenausbauten für Konzertsäle, Villen und Apartments umsetzte, zählen heute fast ausschließlich Werften aus Norddeutschland, Holland und Italien zu den Kunden. 120 Mitarbeiter sind bei Sinnex beschäftigt – und das ist noch zu wenig. 

„Wir hatten den großen Vorteil, dass wir mit dem Ausbau von Luxusjachten relativ früh am Markt waren und wir uns so mit unseren Kunden weiterentwickelt haben“, erzählen die Geschäftsführer Wolfgang Walzl und Erika Verachter. Gefertigt werden ausschließlich Unikate. „Wir sind eine Manufaktur. Zwei gleiche Teile sind bei uns schon eine Großserie.“ Das komme bei den Kunden gut an.
Der Betrieb will weiter expandieren und ist laufend auf der Suche nach Mitarbeitern – vor allem Tischler oder Lehrlinge für die Produktion. Freilich ist das nicht so leicht. Es fehlt an Fachkräften und Ausbildungswilligen. Deshalb bietet Sinnex jetzt auch Lehre mit Matura und plant eine eigene Akademie für Mitarbeiter.„Aber noch immer ist das Handwerk in der Gesellschaft nicht so hoch angesehen. Dabei bietet es so viele tolle Möglichkeiten“, sind Walzl und Verachter überzeugt. So werden in einer eigenen Abteilung von den Mitarbeitern selbst  kreative Oberflächen für die Einrichtungen entwickelt.

Leidenschaft für den Beruf

In den nächsten Monaten will sich Sinnex am Standort auch noch räumlich vergrößern. Momentan sei der Markt sehr gut und es gebe mehr Projekte als Ressourcen. Die Konzentration auf die Nische habe sich gelohnt. Vor allem, weil es inzwischen bei Sinnex nicht nur um den Neubau von Jachteinrichtungen geht, sondern auch um sogenannte Refits. Schiffe, die älter als fünf oder sechs Jahre sind, werden dabei wieder komplett umgebaut und erneuert. Um hohe Qualität bieten zu können, müsse jeder seinen Beruf lieben. „Das versuchen wir unseren Mitarbeitern vorzuleben“, sagen Verachter und Walzl. Es gibt flache Hierarchien, die Tür zu den Chefs steht immer offen und Probleme werden im Team gelöst.
Selbst Lehrlinge dürfen von Anfang an bei Kundenprojekten mithelfen. Von jedem Innenausbau wird zuerst ein Muster hergestellt. Die Designer kommen dann zur Abnahme direkt nach Griffen. Erst danach wird mit der eigentlichen Produktion begonnen. Ein aufwendiger Prozess, der sich aber lohnt. Sinnex hat sowohl die größte Motorjacht als auch die größte Segeljacht der Welt im Inneren luxuriös ausgebaut.

Dieser Artikel erschien in Ausgabe 24/25 der "Kärntner Wirtschaft".

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