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Liebe zur Musik und viel Handwerk

Wenn die Liebe für Musik auf die Begeisterung für das Handwerk trifft: Daria Kreuter repariert Blas­instrumente.

Erwin Figge
Daria Kreuter ist nicht nur selbst begeis­terte Musikerin, in ihrer Villacher Werkstatt repariert sie Blasinstrumente.
© KK Daria Kreuter ist nicht nur selbst begeis­terte Musikerin, in ihrer Villacher Werkstatt repariert sie Blasinstrumente.
Schon als Kind begeisterte sich die 26-jährige Villacherin für das Waldhorn, die Liebe zum Handwerk entdeckte sie als Begleiterin ihres Vaters bei Reparaturarbeiten als Installateur. „Aus einem Stück Rohr-Verschnitt habe ich die erste Flöte gebastelt“, erinnert sie sich.

Der Start verlief zäh, weil es schwierig war, eine Lehrstelle zu finden. „Ich bekam viele Absagen mit der Begründung, dass der Lehrberuf des Musikinstrumentenbauers nichts für Mädchen sei.“ Ihre Lehrjahre sollte sie schließlich in Graz verbringen, Erfahrung nach der abgeschlossenen Lehre sammelte sie in Niederösterreich, ehe es im vergangenen Jahr an die Gründung ihres Unternehmens in der Draustadt ging. Durch ihr Engagement als Musikerin beim Kelag-Blas­orchester, der Jagdmusik Villach und dem Alpenklang Dobratsch ergaben sich die ersten Aufträge praktisch von selbst. „Das Geschäft läuft, ich bin in der glücklichen Lage, nichts für Werbung ausgeben zu müssen, weil ich von den Musikerfreunden weiterempfohlen werde.“

Es sind viele kleine Reparaturen mit völlig unterschiedlichen Anforderungen, die Daria Kreuter ausführt. Nach Generalreparaturen sehen die Instrumente wie neu aus, ab und zu hat sie es auch mit kniffligeren Fällen zu tun, wenn beispielsweise eine verbeulte Trompete als „Opfer“ eines Beziehungsstreits in ihrer Werkstätte landet. Bei Service- und Reparaturarbeiten macht sie in den Instrumenten nicht selten außergewöhnliche Entdeckungen – vom Liebesbrief bis zum Frankfurter Würstel reicht die Palette an Fundstücken.

Neben Kunden aus allen Kärntner Landesteilen ist sie auch für Musiker in Niederösterreich und der Steiermark tätig. Nach einem Jahr in der Selbstständigkeit zieht sie ein mehr als zufriedenstellendes Resümee: „Ich habe durch mein Hobby zum Beruf und zum Unternehmertum gefunden. Ich bin in einer Nische tätig und es läuft besser als ich es mir erträumt habe.“ Die ursprüngliche Angst, zu wenig Arbeit zu haben, hat sich jedenfalls verflüchtigt. Mit ihrem Credo, sich für eine qualitativ hochwertige Arbeit die notwendige Zeit zu nehmen, ist sie erfolgreich am Markt.

Dieser Artikel erschien in Ausgabe 20 der "Kärntner Wirtschaft"

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