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Lehrlinge sorgen für frischen Wind

Die Lehrlingsstatistik 2016 ist da. Das Ergebnis ist durchwachsen, die Perspektiven für die Zukunft sind aber positiv.

© WKÖ Mit einem Lehrling am Start sichern sich Unternehmen ihre eigenen Fachkräfte und tragen auch zur niedrigen Jugendarbeitslosigkeit in Österreich, im Vergleich zu anderen EU-Staaten, bei.
Jung, motiviert und unentschlossen – so könnte man die Mehrheit der Pflichtschulabgänger beschreiben. Eine Lehre ist für viele eine Option, aber oft nicht die erste Wahl. Das spiegelt sich auch in den aktuellen Ergebnissen

der Lehrlingsstatistik wider. 7135 Lehrlinge wurden im vergangenen Jahr von 2116 Lehrbetrieben in 154 verschiedenen Berufen ausgebildet, dass sind nahezu fünf Prozent weniger als im Jahr davor. Der Rückgang der Lehrlinge  liegt in erster Linie im demografischen Wandel, also an sehr schwachen Geburtenjahrgängen.

Erfreulich konstant ist die Anzahl der Lehrlinge, die sich für eine Lehre mit Matura entschieden haben. 707 Lehrlinge wählten diese Ausbildungskombination, 377 wurden in einer verlängerten Lehre oder Teilqualifikation ausgebildet. Nahezu unverändert blieb hingegen die Beliebtheitsskala der Berufe nach Geschlecht. Einzelhandelskauffrau, Friseurin und Bürokauffrau sind die drei Top-Berufe der Mädchen. Bei den Burschen sind der Metalltechniker, Elektrotechniker und Kraftfahrzeugstechniker an der Spitze.

Gute Fachkräfte sind in jeder Branche gefragt

Mit rund 45 Prozent wird fast die Hälfte aller Lehrlinge im Gewerbe und Handwerk ausgebildet, gefolgt vom Handel, der Industrie und der Tourismus- und Freizeitwirtschaft. Und das auf hohem Niveau: 2702 Kandidaten haben ihre Lehrabschlussprüfung positiv absolviert, über 1000 mit Auszeichnung oder gutem Erfolg. Die Erfolgsquote der Kärntner Lehrlinge liegt dabei klar über dem Österreichdurchschnitt. Um an diese Zahlen weiterhin anzuknüpfen, werden Lehrbetriebe von der WK gefördert. Rund zehn Millionen Euro an Bundesförderungen wurden im vergangenen Jahr von der Lehrlingsstelle ausbezahlt. Eine Investition, die den Betrieben dabei hilft, Fachkräfte im eigenen Betrieb bedarfsorientiert auszubilden und sich somit langfris­tig abzusichern.
Die Herausforderungen der Zukunft liegen darin, geeignete Lehrlinge zu finden und verstärkt auch Maturanten und Hochschulabbrecher für die Lehre zu gewinnen. Mit den zahlreichen Maß­nahmen der WK, wie der Talenteakademie, der Schnupperbörse, Elternabenden und Lehrlingswettbewerben, soll dieses Vorhaben gelingen. 


Interview mit Benno Tosoni, Leiter der WK-Lehrlingsstelle

Tosoni, Lehrlinge, WK
© WKK Benno Tosoni leitet die Berufsausbildung der WK und wünscht sich mehr Lehr­betriebe in Kärnten.

Wie gut ist die heimische Ausbildung im internationalen Vergleich?

Wir sind im Spitzenfeld und werden von anderen Ländern um das duale Ausbildungssystem beneidet. Lehrlinge aus Kärnten und Österreich schneiden bei internationalen Wettbewerben sehr gut ab. Bei den Euro-Skills 2016 in Göteborg holten wir zum dritten Mal in Folge die meis­ten Medaillen.

Warum sollte ein Betrieb Lehrlinge ausbilden?

Weil die Zahl der potenziellen Lehrlinge sinkt und es immer schwieriger wird, Fachkräfte zu finden. Im
eigenen Betrieb kann man bedarfsorientiert ausbilden.

Was zeichnet einen guten Lehrbetrieb aus?

Das verständliche Vermitteln des Fachwissens für den
Beruf, der vielseitige Einsatz der Lehrlinge im Betrieb, aber auch Verständnis und die Fähigkeit zur Motivation – schließlich ist man als Ausbildner ein Vorbild.


Fünf Irrtümer in der Lehrlingsausbildung

  1. Mein Betrieb kann nicht ausbilden, weil wir nicht das gesamte Berufsbild abdecken.
    Stimmt nicht. Der Lehrling kann die fehlende Qualifikation durch Kurse oder bei einem anderen Betrieb erwerben. Der überwiegende Teil sollte jedenfalls im eigenen Betrieb vermittelt werden.
  2.  Ohne Meister im Betrieb kann man keine Lehrlinge ausbilden.
    Auch fachlich einschlägig ausgebildete Personen mit Nachweis der Ausbilderqualifikation dürfen Lehrlinge ausbilden, zum Beispiel Personen mit erfolgreich absolvierter Lehrabschlussprüfung, entsprechendem Schulabschluss und entsprechender Berufserfahrung. Zum Nachweis der Ausbilderqualifikation ist etwa ein Ausbilderkurs oder die Ausbilderprüfung notwendig.
  3. Die Weiterbildung der Ausbilder kostet Geld.
    Das WIFI fördert Weiterbildungsmaßnahmen für Ausbilder im Ausmaß von 75 Prozent der Kosten bis zu einer Gesamthöhe von 2000 Euro pro Jahr.
  4. Lehrlinge ­kosten zu viel.
    Es gibt über die Lehrlingsstelle der WK Förderungen für Betriebe, die Lehrlinge ausbilden  und personenbezogene Förderungen vom AMS. 
  5. Lehrlinge sind nicht ­kündbar.
    In der dreimonatigen Probezeit kann das Lehrverhältnis jederzeit aufgelöst werden. Auch danach besteht, bei Vorliegen bestimmter Gründe, die Möglichkeit einer vorzeitigen Auflösung. 


Interview mit dem WK-Lehrlingsbeauftragten Bernhard Plasounig

Plasounig, WKK, Lehrling
© WKK Bernhard Plasounig, Lehrlingsbeauftragter der WK, bildet in seinem Betrieb fünf Lehrlinge aus.

Was wird getan, um das Image der Lehre zu verbessern?

Die WK tut wirklich sehr viel, um die Lehre bei den
Jugendlichen attraktiver zu machen. Von Kärnten aus wurde die Lehre mit Matura gestartet und auch die Lehrlinge der Talenteakademie sind ein Aushängeschild für die tollen Leistungen in unserem Land.

Wie schätzen Sie die weitere Entwicklung ein?

Es zeichnet sich ein neuer Trend ab: die Lehre nach der Matura. Viele Absolventen einer höheren Schule entscheiden sich im Anschluss für eine verkürzte Lehre.

Was können Unternehmer tun, um junge Menschen für eine Lehre zu gewinnen?

Ganz einfach die Türen öffnen und alte Vorbehalte über Bord werfen. Natürlich ist die Ausbildung eine große Aufgabe, doch sie steht in keinem Verhältnis zum Lohn.

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