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Lehre in Kärnten

Die wichtigstens Infos zur Lehre in Kärnten, ob mit oder ohne Matura, gibt es bei der Wirtschaftskammer.

Lehre_Benno Tosoni_Wirtschaftskammer_Kärnten_Lehre mit Matura_Lehre in Kärnten
© Marion Lobitzer Benno Tosoni, Bernhard Plasounig und Lehrling Danijel Vasiljikovic im Gastrozentrum der WK.

„Karriere mit Lehre“ heißt der Leitspruch für viele Kärntnerinnen und Kärntner. Die Zahl der Lehrlinge im gesamten sinkt zwar, aber 2018 gibt es mehr Neo-Lehrlinge – also jene, die im ersten Lehrjahr sind – als noch in den Jahren zuvor. Mit einem Plus von 6,5 Prozent ist Kärnten österreichweit Spitzenreiter. 

2017 wurden in Kärnten 7090 Lehrlinge in 2131 Lehrbetrieben ausgebildet, die meisten davon stammen aus dem Gewerbe und Handwerk. Im Jahr davor waren es noch 7135 Lehrlinge. Die meisten Lehrlinge findet man immer noch in klassischen Lehrbetrieben und nicht in überbetrieblichen Ausbildungseinrichtungen.


Der Anstieg der Lehreinsteiger zeigt, dass die Lehre attraktiv und ein Sprungbrett für eine erfolgreiche Berufskarriere ist,
Bernhard Plasounig, WK-Lehrlingsbeauftragter


Gemeinsam mit Salzburg und Tirol hat Kärnten den größten Anteil an Lehre-mit-Matura-Lehrlingen. Über 700 Lehrlinge absolvieren diese Ausbildung in der Berufsschule bzw. abends oder am Wochenende bei einer Erwachsenenbildungseinrichtung. Für Lehrlinge eine Chance sich höher zu qualifizieren und später eventuell sogar ein Studium zu absolvieren. Denkbar ist eine Lehre mit Matura vom Augenoptiker bis zum Zimmereitechniker fast immer: Immerhin aus 80 verschiedenen Lehrberufen stammen die Lehrlinge, die aktuell an ihrer Zusatzqualifikation arbeiten.

Das nutzt die Lehre mit Matura dem Lehrling:

  • Die duale Ausbildung kombiniert die praktische Berufsausbildung mit guter Allgemeinbildung.
  • Durch die Matura wird die berufliche Fachkompetenz aufgewertet.
  • Aufstiegschancen im Unternehmen werden vergrößert.
  • Eine Integration in den Arbeitsmarkt ist für Lehrlinge mit Matura einfacher.
  • Den Lehrlingen wird ein offener Zugang zum Schulsystem, zu Fachhochschulen und Universitäten ermöglicht. Auch einer akademischen Karriere steht nichts mehr im Weg.
  • Während der gesamten Ausbildungszeit verdient ein Lehrling sein eigenes Geld und sichert sich wertvolle Sozialversicherungszeiten.

Vorteile gibt es nicht nur für den Lehrling, sondern auch für die Betriebe:

  • Begabte Mitarbeiter werden gefördert, und sind zufriedener und motivierter.
  • Lehrlinge mit Matura oder weiteren höheren Qualifikationen können zu einem Mitarbeiterpool gezählt werden, der für Schlüsselpositionen in Frage kommt.
  • Das Image des Lehrbetriebs steigt.
  • Für den Betrieb fallen keine Zusatzkosten an. Der Aufwand ist überschaubar.
  • Eigene Fachkräfte für das eigene Unternehmen.

Mit der Lehre setzen die Kärntner Betriebe auf das richtige Pferd. Denn, der Bedarf an Fachkräften ist groß. Der Trend zeigt, dass steigenden Lehrstellenangeboten eine geringere Zahl an Lehrstellensuchenden gegenübersteht. Oft leiden die Betriebe aufgrund demografischer Entwicklungen an einer geringen Auswahl geeigneter Lehrlinge.

Eine Herausforderung ist und bleibt es, die Lehre attraktiv zu machen. Mit der Talenteakademie, Lehrlingswettbewerben, der Wahl zum Lehrling des Jahres, der „Du bist genial“-Kampagne, Info-Messen und zahlreichen Beratungsangeboten, will die WK mehr Jugendliche in die Lehre holen. Ausbildungsbetriebe werden bestmöglich beraten und serviciert


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© Marion Lobitzer Bernhard Plasounig lässt sich in der WK Friseur-Werkstätte von den Lehrlingen Victoria Maier und Monika Gasparjan.


Lehrbetrieb für Lehre in Kärnten finden

Wer sich noch nicht ganz sicher ist, was die Zukunft bereithält, sollte sich über das vielfältige Lehrberufsangebot genau informieren oder eine Schnupperlehre in einem Betrieb zu absolvieren.

Aus Etui- und Kassettenerzeugern, Korbflechtern und Fassbindern werden mit der Zeit E-Commerce-Kaufleute oder Medizinprodukte-Kaufleute, Zimmereitechniker oder Steuerassistenten. Viele Berufe wurden ins Zeitalter der Digitalisierung geholt, einige sind heute Modullehrberufe. Das sorgt für eine höhere Durchlässigkeit und eine leichtere Spezialisierung. 2018 ist geplant 13 Berufe neu zu schaffen bzw. zu modernisieren.

 

In den vergangenen Jahren wurden über 70 Berufe modernisiert und viele neu geschaffen.
Benno Tosoni, WK-Lehrlingsstelle


In der Beliebtheitsskala liegen bei Mädchen immer noch die Berufe Einzelhandelskauffrau, Friseurin und Perückenmacherin (Stylistin), Bürokauffrau, Restaurantfachfrau und Verwaltungsassistentin an der Spitze. Die Burschen setzen auf Metalltechnik, Elektrotechnik, Kraftfahrzeugtechnik, den Einzelhandel oder wollen Koch werden. Rund 200 Lehrberufe stehen zur Auswahl. Das gesamte Angebot findet man auf einen Blick in der Lehrstellenübersicht der WK. Konkrete Jobs bietet das AMS in der Lehrstellenbörse.

 

Lehrlingsausbilder in Kärnten

Betriebe, die ausbilden wollen, In nur wenigen Schritten werden Kärntner Unternehmen zum Lehrbetrieb.

  1. Als erstes ist ein Antrag auf Feststellung der Eignung des Betriebes zur Lehrlingsausbildung in der WK-Lehrlingsstelle einzureichen. 
  2. Die Lehrlingsstelle der WK stellt im Zuge einer Betriebsbesichtigung fest, ob der Betrieb am jeweiligen Standort einen Lehrling im gewünschten Lehrberuf ausbilden kann. 
  3. Der Lehrbetrieb muss eine rechtliche und betriebliche Eignung vorweisen: Dazu muss der Betrieb die Gewerbeberechtigungen für jene Tätigkeiten haben, in denen der Lehrling ausgebildet werden soll und er muss so eingerichtet sein, dass dem Lehrling alle im Berufsbild enthaltenen Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt werden können. Für jene Betriebe, die diese nicht in vollem Umfang vermitteln können, besteht die Möglichkeit der Lehrlingsausbildung im Rahmen eines Ausbildungsverbundes.
  4. Ausbilder müssen eine Lehrlingsausbilder-Prüfung oder ein Ausbildertraining absolvieren. Das ist zum Beispiel am WIFI möglich. Ausbilder können auch Mitarbeiter sein. Die Weiterbildung von Ausbildern wird gefördert.
  5. Bei einem positiven Bescheid hat der Betrieb 15 Monate Zeit, einen Lehrling aufzunehmen. Die Suche nach einem Lehrling wird von der Lehrstellenbörse der WK und des AMS unterstützt. Auch finanziell gibt es für Lehrbetriebe, beginnend mit der Basisförderung, eine Vielzahl an Förderungen.

 

Dass wir zurecht weltweit um die duale Ausbildung beneidet werden, zeigt auch die Tatsache, dass Österreich bei den WorldSkills in Abu Dhabi wieder elf Medaillen erringen konnte.
Bernhard Plasounig, WK-Lehrlingsbeauftragter

 

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© Marion Lobitzer Benno Tosoni blickt Lehrling Christopher Wieser in der Lehrwerkstätte über die Schulter.


Lehre: Gesetzmäßige Bedingungen

Bei jugendlichen Lehrlingen ist der Lehrvertrag auch vom gesetzlichen Vertreter des Lehrlings, meist der Erziehungsberechtigte, zu unterschreiben. Auch das Arbeitszeitgesetz unterscheidet zwischen Jugendlichen und Erwachsenen. Hier kommt das Kinder- und Jugendbeschäftigungsgesetz (KJBG) zum Tragen.

Auf Arbeitszeiten bei Lehrlingen achten

Die tägliche Arbeitszeit für Jugendliche beträgt acht Stunden, die Wochenarbeitszeit richtet sich nach dem Kollektivvertrag. Innerhalb einer Woche kann die tägliche Arbeitszeit auf bis zu neun Stunden ausgedehnt werden, wenn dadurch eine längere Wochenfreizeit, etwa ein längeres Wochenende, erreicht wird. 

Ist die Tagesarbeitszeit länger als viereinhalb Stunden, haben Jugendliche Anspruch auf eine halbe Stunde Pause. Die Pause ist spätestens nach sechs Stunden zu konsumieren. Nach der täglichen Arbeitszeit steht dem Lehrling eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens zwölf Stunden zu. 

In der Zeit zwischen 20 und 6 Uhr dürfen Jugendliche nicht arbeiten. Ausnahmeregelungen gibt es zum Beispiel für das Gastgewerbe, den Lehrberuf Bäcker sowie für mehrschichtig arbeitende Betriebe. An Sonn- und Feiertagen gibt es ein grundsätzliches Beschäftigungsverbot für Jugendliche. Auch hier gelten allerdings Ausnahmeregelungen für das Gastgewerbe.

Gesetzliche Pflichten der Lehrlinge

Lehrlinge müssen sich im Betrieb und in der Berufsschule bemühen, mit Betriebsmitteln sorgsam umgehen und Betriebsgeheimnisse bewahren. Wenn sie nicht zur Arbeit oder in die Berufsschule kommen können, müssen sie den Lehrberechtigten sofort davon in Kenntnis setzen. Außerdem sind sie verpflichtet, dem Lehrbetrieb das Berufsschulzeugnis vorzulegen

Kommt es zu Differenzen zwischen Lehrbetrieb und Lehrling, helfen gezielte Coachings dabei Probleme aus der Welt schaffen.

„Lehre statt Leere“ ist eine Initiative der WK-Lehrlingsstellen, die das Programm „Coaching“ im Auftrag des Wirtschafts- und Sozialministeriums mit Partnereinrichtungen umsetzen. Das Programm umfasst Beratungs- und Unterstützungsleistungen rund um mögliche Probleme in der Lehrlingsausbildung. Neben dem Coaching gibt es noch weitere Angebote: 

  • Individuelle Beratung und Begleitung für Klein- und Mittelbetriebe bei akut ansteh­enden Herausforderungen in der laufenden Ausbildung von Lehrlingen. 
  • Unterstützung der Unternehmen bei der Begleitung von Entwicklungs- oder Problemlösungsprozessen in der Lehrlingsausbildung. 
  • Beratung und Unterstützung vom Recruiting bis zur Ausbildung von Jugendlichen unterschiedlicher kultureller Hintergründe.
  • Beratung und Begleitung bei Themen rund um die optimale Integration von weiblichen Lehrlingen. 
  • Unterstützung bei der Auswahl und Eingliederung von Lehrlingen im Betrieb. Auf Wunsch werden Unternehmer zu Frage­n der erfolgreichen Führung und Entwicklung der Lehrlinge begleitet.
  • Das Lehrbetriebscoaching ist für Lehrbetriebe in Österreich kostenlos. Auf Wunsch werden Unternehmer auch mit Beratungsstellen vernetzt, die Antworten auf organisatorische oder rechtliche Fragen kennen.




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