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Lehre als Chance zur Integration

Zuwanderung und Integration spielen auch in Kärntens Betrieben zunehmend eine Rolle.

Lehrling Asylberechtigter
© Fotolia/goodluz Bereits jeder neunte mittelständische Betrieb in Österreich beschäftigt laut einer Umfrage von Ernst & Young Flüchtlinge. 85 Prozent der befragten Unternehmen wären bereit, Flüchtlinge einzustellen.

Die Flüchtlingswelle und der steigende Bedarf nach Integration von Asylwerbern, Asylberechtigten oder subsidiär Schutzberechtigten (siehe Box) wird in vielen Unternehmen Kärntens als Chance gesehen.

Im vergangenen Jahr wurden in Österreich 42.073 Asylanträge gestellt. Die Antragszahlen gingen im Vergleich zum Vorjahr um mehr als die Hälfte zurück, dennoch stelle die Situation für den Arbeitsmarkt eine große Herausforderung dar. In Summe waren im Juli dieses Jahres 519 Asylberechtigte, Konventionsflüchtlinge und subsidiär Schutzberechtigte in Kärnten arbeitslos gemeldet. Das sind fast ein Drittel mehr als im Vorjahr.

Die Lehre bietet sich dabei als Chance an, vor allem betroffene Jugendliche in den Arbeitsmarkt zu integrieren und somit dem Lehrlings- und drohenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Laut Arbeitsmarktservice sind derzeit 43 Asylberechtigte in Kärnten in einem aufrechten Lehrverhältnis. Über ein Viertel der Jugendlichen wählte den Lehrberuf Koch/Köchin, gefolgt von einem Lehrberuf im Einzelhandel, in der Metalltechnik, Mechatronik und Elektrotechnik.

Während junge Asylwerber auf ihren Asylbescheid warten, dürfen sie nur mit Sonderbewilligung und nur in Berufen, in denen ein Fachkräftemangel herrscht, eine Lehre beginnen. In Kärnten haben derzeit zehn Asylwerber ein aufrechtes Lehrverhältnis, wovon die meisten eine Lehre als Koch/Köchin, Restaurantfachmann/-frau, Gastrofachmann/-frau und Bäcker absolvieren. 

Den Durchblick behalten

Ines Hrassnig führt den Familienbetrieb Optik Buffa in Klagenfurt bereits in sechster Generation und kennt das Problem, geeignete Fachkräfte zu finden. Als Glücksgriff erwies sich der Syrer Maher Naji, der das Unternehmen seit dem Frühjahr unterstützt. Auf eine Empfehlung hin lud Hrassnig den 25-Jährigen zu einem Vorstellungsgespräch ein. Vor seiner Flucht arbeitete Naji sechs Jahre als Optiker in Damaskus. „Die Zusammenarbeit funktioniert vorbildhaft und wir profitieren voneinander“, erzählt Hrassnig. Für sein Ziel, den Lehrabschluss, belegt der Optiker Deutschkurse. 

Lehre mit Perspektive

Fahrhad Rahmati ist mit seiner Mutter aus Afghanistan geflüchtet und lebt jetzt in Kärnten. Über ein Projekt der Industriellenvereinigung fanden Jutta Isopp von der Firma Messfeld und der 22-jährige Afghane zusammen. Was mit einem Schnuppertag begann, hat sich zu einer Lehre als Mechatroniker entwickelt. Den Schulabschluss hat Rahmati in Österreich nachgeholt. Isopp ist vom Tatendrang des Lehrlings begeistert: „Von Anfang an hat Fahrhad unser Team bereichert und ich würde ihn auch nach der Lehre sehr gerne im Unternehmen behalten.“ 

Allein der Wille zählt

Im Asylheim Jadersdorf im Gitschtal stach Zeeshan Ali Bangash (Mitte) mit seiner aufgeweckten Art einer Betreuerin der Einrichtung sofort ins Auge. Sie hat erkannt, dass der junge Mann aus Pakistan arbeiten möchte, und beim Biedermeier-Schlössl Lerchenhof in Hermagor um eine Stelle angefragt. „Beim ­ersten Gespräch hat uns Zeeshan  überzeugt“, erzählen Seniorchef Johann und Juniorchef Hans Steinwender vom Lerchenhof. Seitdem absolviert der 23-Jährige eine Kellnerlehre im Betrieb. Um seine Sprachkenntnisse zu verbessern, erhält er jeden Freitag Nachhilfe.

Talente finden und fördern

„Ich beurteile Menschen nicht nach ihrer Religion oder Sprache, sondern nach ihren Fähigkeiten“, erzählt Josef Ortner von Reinraumtechnik Ortner in Villach. Das spiegelt sich auch in der Unternehmensphilosophie wider. Zwei Lehrlinge des Betriebes stammen aus Afghanistan. Jamshid Ali Mohammadi (Mitte) erlernt den Beruf des Metallbautechnikers in der Produktion in Möllbrücke und Yaser Haidari ist als Lagerist in Villach tätig. Er spricht sieben Sprachen und hat mittlerweile den Führerschein gemacht. Beide Lehrlinge beeindru­cken durch ihr Engagement.

Hier stimmt die Spannung

Drei Lehrlinge lernen bei EMK Elektrotechnik Kuternig in Feistritz im Rosental. Einer von
ihnen ist der 18-jährige Hekmat Zarifi aus Afghanistan. Der Lehrling wohnt in Görtschach bei Ferlach und arbeitet seit über einem Jahr im Betrieb. Nach dem Schulabschluss und Deutschkursen hat sich Zarifi schriftlich für eine Stelle beworben, den Aufnahmetest und die Probezeit bestanden. Geschäftsführer Manfred Kuternig ist mit seinem Lehrling sehr zufrieden. „Sprachliche oder kulturelle Barrieren gibt es kaum und wir freuen uns auch in Zukunft über talentierte Fachkräfte.“

Feinschmecker unter sich

Seit September 2014 lebt der 17-jährige Anatoly Pogoyan aus Armenien in Kärnten. Beim AMS erkundigte er sich nach Berufsmöglichkeiten. Zwei Kochlehrlinge waren beim Stofflwirt hoch über dem Ossiacher See ausgeschrieben. „Nach drei Schnuppertagen war klar, dass wir Anatoly im Team haben möchten“, erzählt Stofflwirt Bernd Mitterer. Es sei ohnehin nicht einfach, in der Gastronomie gute Lehrlinge zu finden, umso erfreuter sei das gesamte Team über den Neuling. Den ­Abschluss hat Pogoyan an der Polytechnischen Schule nachgeholt.

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