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Landgasthäuser sterben aus: ein Drittel weniger Betriebe als noch vor elf Jahren

Die Kärntner Gastronomie ist seit 2005 deutlich geschrumpft: Die Zahl der Betriebe sank in den vergangenen elf Jahren um 33 Prozent. Schuld daran sind enormer bürokratischer Aufwand, unlautere Konkurrenz durch Vereine, rigorose Kontrollen und hohe Lohnnebenkosten.

Die Zahlen sind eindeutig: Immer mehr Wirte in den ländlichen Regionen schließen ihre Türen für immer. Im vergangenen Jahr hat die Zahl der Betriebsschließungen einen neuen Höhepunkt erreicht. "Wir warnen seit Jahren vor dieser Entwicklung, wurden aber von der Politik ignoriert", sagt Stefan Sternad, Obmann der WK-Fachgruppe Gastronomie. Er fordert ein sofortiges Umlenken und Umdenken, sonst werde diese Entwicklung nicht aufgehalten werden können: "Wirte im ganzen Land berichten mir von ihren Sorgen. Sie werden mit bürokratischen Auflagen blockiert und haben immer weniger Zeit für ihre Gäste, weil sie sich laufend um Verwaltungsaufgaben kümmern müssen. Der Gesetzgeber will offenbar keine Wirte, die ihren Gästen Geselligkeit und Kulinarik bieten, sondern will uns hinter Schreibtischen verbannen, damit wir die bürokratischen Vorschriften auf Punkt und Beistrich umsetzen."
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Für zusätzlichen Druck sorgt die Tatsache, dass in vielen Gemeinden die Vereins- und Gemeinschaftshäuser bereits Ausmaße von verdeckter Gastronomie - mit professionellen Schankanlagen und täglichem Ausschank - annehmen. Für Gastronome bedeutet diese Entwicklung der Verlust von Wertschöpfung und dem Lebensunterhalt von Familien. "Das Absurde ist: Die Vereinshäuser wurden mit öffentlichen Steuergeldern bezahlt und bedrohen nun die Existenz von Betrieben und zerstören Arbeitsplätze. Die Politik muss endlich handeln und dafür sorgen, dass solche paragastronomischen Aktivitäten unterbunden werden", fordert Sternad.

Andernfalls werden gute und verlässliche Arbeitgeber in den Ruin getrieben. Noch ist Kärntens Tourismus ein wahrer Beschäftigungsmotor: Mehr als 29.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten in rund 4.700 Kärntner Tourismusbetrieben. Sollte sich nichts ändern, werden diese Zahlen aber weiter sinken, warnt Sternad. Viele Wirte berichten, dass sie ihre Betriebe in dem Fall schließen oder deutlich verkleinern werden müssen. "Wir reden hier von Tatsachen. Viele Betriebe schließen, weil die Belastungsgrenze bereits mehr als überschritten ist. Das Maß für uns Gastronomen ist übervoll." Von der Politik seien nun endlich Taten - anstatt Lippenbekenntnissen - gefordert: "Zum Schluss jammern, dass es im ländlichen Raum keine Wirte und Nahversorger gibt, das ist zu wenig."

Fakt ist: Der hohe bürokratische Aufwand und die unlautere Konkurrenz durch Vereine führen dazu, dass Gastronomiebetriebe aus betriebswirtschaftlicher Sicht kaum noch zu erhalten sind: "Die Gewinnspannen in der Gastronomie sinken, dadurch wird es immer schwieriger, Mitarbeiter zu beschäftigen und Investitionen zu tätigen", so Sternad. Dem Wirt bleiben von seinem Umsatz durchschnittlich vier Prozent an Gewinn. Neben der Bürokratie werden die Betriebe vor allem von den hohen Lohnnebenkosten gebremst. "Mitarbeiterkosten sind für unsere Betriebe der größte Kostenfaktor. Je nach betrieblicher Struktur machen sie 30 bis 40 Prozent der gesamten Ausgaben die Lohn- und Lohnnebenkosten aus." Deshalb sei eine Senkung der Lohnnebenkosten unbedingt notwendig.

Auch der unlautere Wettbewerb durch Vereine, Feuerwehren und gemeinnützige Organisationen tragen zu sinkenden Umsatz- und Gewinnzahlen bei. Die vielen Ausnahmen und Bevorzugungen für Vereine (von SV-Beiträgen über Steuerzahlungen bis hin zum Arbeits- und Gewerberecht) haben dazu geführt, dass Vereins- und Gemeinschaftshäuser sowie Zeltfeste von Vereinen, Feuerwehren und gemeinnützig tätigen Vereinen mittlerweile ebenfalls für Betriebsschließungen verantwortlich sind.

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