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Kärntner Wirtschaft fordert längere Übergangsfristen für PCR-Tests

Hohe Inzidenz gefährdet die touristische Wintersaison, warnt WK-Präsident Mandl und kritisiert Schneckentempo der Verwaltung.

Wirtschaftskammer-Präsident Jürgen Mandl
© WKK/Bauer

Als grundsätzlich richtig, aber zu spät und für die heimische Wirtschaft überfallsartig bezeichnete heute Kärntens Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl die jüngsten Ankündigungen des Landes. Seit vor dem Sommer habe die Wirtschaftskammer intensiv versucht, die PCR-Gurgeltests nach dem erfolgreichen Vorbild Wiens auch in Kärnten einzuführen. Mandl: „Ich war dazu persönlich mehrmals in Wien und habe alle Kontakte hergestellt. Wir haben als Wirtschaftskammer ein fixfertiges Konzept vorgelegt. Aber das Interesse der zuständigen Kärntner Stellen war äußerst verhalten. Und jetzt brennt wieder der Hut, und die heimischen Betriebe sollen die Zeche zahlen.“

50.000 Tests täglich 

Die Kärntner Wirtschaftskammer habe auch massiv daran mitgewirkt, dass es seit Monaten unter dem Titel „Betriebliches Testen“ in Kärnten die Möglichkeit zu rund 50.000 täglichen Antigentests in den Kärntner Unternehmen gebe, die nicht nur von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, sondern vielfach auch von Angehörigen genutzt würde. Mandl: „Noch vor kurzem ist diese Initiative bis Jahresende verlängert worden, viele Betriebe haben sich für die kommenden Wochen mit Antigentest eingedeckt. Durch die überfallartige Einführung von verpflichtenden PCR-Tests ab dem 15. November bleiben sie jetzt auf tausenden Antigentests sitzen, während gleichzeitig niemand weiß, wie ab kommender Woche die wesentlich aufwändigeren PCR-Tests funktionieren werden.“

Auf die Pendler vergessen

Ebenfalls völlig offen sei die wichtige Frage, wie die rund 17.000 Tagespendler, die in Kärnten arbeiten, aber in Italien oder in Slowenien wohnen würden, zu den Tests kommen sollten. Mandl: „Das sommerliche Schneckentempo der öffentlichen Verwaltung auf Bundes- und Landesebene darf jetzt nicht zu unzumutbaren Belastungen für die Unternehmer und ihre Beschäftigten führen!“ Mandl fordert daher von Bund und Land eine angemessene Übergangsfrist bis Mitte Dezember, damit sich die Betriebe und ihre Mitarbeiter auf die neuen Rahmenbedingungen einstellen und das neue Testsystem mit einem flächendeckenden Angebot einspielen könne, bevor die Unternehmen mit teils empfindlichen Strafen belangt werden könnten.

Mehr als doppelt so hohe Inzidenz 

Gleichzeitig warnte der Wirtschaftskammerpräsident eindringlich vor den dramatisch steigenden Inzidenzzahlen in Österreich. Diese würden heute 391,9 betragen, während sie in Deutschland bei 154,7 und in Italien bei 51,0 liegen würden. „Auch wenn Inzidenzen nicht mehr die einzige Maßzahl sind, muss Österreich aufpassen, nicht wieder mit Reisewarnungen in seinen wichtigsten touristischen Herkunftsmärkten in die Wintersaison zu gehen“, warnt Mandl.

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