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Tourismus schlägt Alarm: Kurzarbeitsmodell für Saisonbetriebe ungeeignet

Kurzarbeit gibt es erst nach dem ersten voll ausbezahlten Kalendermonat. Das stellt viele Saisonbetriebe vor massive Probleme. Die WK-Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft fordert dringend Nachbesserungen beim Kurzarbeitsmodell ein.

Die aktuelle Kurzarbeitsregelung stellt Kärntens Tourismusbetriebe vor massive Probleme
© rilueda - stock.adobe.com
Die aktuelle Kurzarbeitsregelung stellt Kärntens Tourismusbetriebe vor massive Probleme: Die Beihilfe gibt es erst nach einem voll ausbezahlten Kalendermonat. „Das bedeutet, in Saisonbetrieben wird die Beihilfe erstmals im Jänner 2022 ausbezahlt“, erklärt Josef Petritsch, Obmann der WK-Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft. Für die Tourismuswirtschaft sei dies untragbar, eine rasche Änderung wird gefordert: „Wir brauchen ein 100-Prozent-Kurzarbeitsentgelt, für das es ab dem ersten Tag des Lockdowns einen Anspruch gibt und das rasch ausbezahlt wird.“

Anders werde man die Fachkräfte nicht in der Branche halten können, was die Betriebe wiederum nachhaltig schädigen würde. „Diese Arbeitskräfte werden wir nach Beendigung des Lockdowns dringend brauchen. Dafür benötigen wir jetzt dringend eine praktikable und zumutbare Lösung für unsere Mitarbeiter, sonst werden die kommenden Wochen und Monate den Fachkräftemangel im Tourismus drastisch verschärfen“, warnt Petritsch davor, dass die maximale Zumutbarkeit für den touristischen Arbeitsmarkt erreicht ist.

Ein Antrag muss genügen

Für Optimierungen spricht sich auch Stefan Sternad, Obmann der WK-Fachgruppe Gastronomie, aus: „Natürlich muss die Kurzarbeit ab dem ersten Tag des Lockdowns ausbezahlt werden, alles andere wäre für unsere Mitarbeiter untragbar.“ Auch die Antragstellung müsse dringend vereinfacht werden.  „Dasselbe Formular ständig neu ausfüllen zu müssen, kann nicht im Interesse der Politik sein. Wir fordern eine Weiterführung ohne neuerliche Antragstellung“, so Sternad. Als Ausgangspunkt der Berechnung für Saisonbetriebe solle außerdem das laut Arbeitsvertrag vereinbarte Entgelt des Kalendermonats, in dem der Antrag auf Kurzarbeitsbeihilfe gestellt wird, festgelegt werden. „Die Kurzarbeit sollte sich am tatsächlichen Lohnzettel orientieren“, fordert der Kärntner Gastronomiesprecher.

Reduzierter Steuersatz auf Dauer

Um die Tourismusbranche nach dem Lockdown wieder in Schwung zu bringen, wird eine langfristige Senkung des Mehrwertsteuersatzes gefordert. „Unsere Branche wird noch lange unter den Lockdowns und der noch immer fehlenden Planungssicherheit zu leiden haben. Vielen Unternehmerinnen und Unternehmern sind durch die plötzlichen Betriebsschließungen enorme Kosten entstanden, die ihnen nicht ersetzt werden. Ohne langfristigen Erleichterungen werden wir den Neustart kaum schaffen“, betonen Petritsch und Sternad. Sie fordern deshalb, die fünfprozentige Mehrwertsteuer dauerhaft für die Tourismusbranche einzuführen. Zusätzlich regen sie eine einmalige, steuerfreie Prämie für Tourismusmitarbeiter in der Höhe von 3.000 Euro an: „Wir würden unseren Mitarbeitern als Zeichen der Wertschätzung gern eine solche Prämie auszahlen. Voraussetzung wäre aber, dass die Regierung sich bereit erklärt, auf die damit verbundenen Steuern zu verzichten.“

Rückfragen:
Wirtschaftskammer Kärnten
Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft
Wolfgang Kuttnig, M.A.S.
T 05 90 90 4-600
E wolfgang.kuttnig@wkk.or.at

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