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Kurhaus Reichel stellt mit GKK-Vertragskündigung die Weichen für die Zukunft

Gestern hat das Kurhaus Reichel seinen Vertrag mit der Gebietskrankenkasse Kärnten gekündigt. Ab 1. Jänner 2019 werden die Therapieangebote des Unternehmens deshalb nicht mehr als Vertragspartner, sondern als Wahlpartner der GKK angeboten. 

Familie Reichel hat mit der Kündigung des bisherigen GKK-Vertrages die Weichen für die Zukunft gestellt. Am Bild: Antonia Sintschnig-Reichel, Johannes Reichel, Hellmuth Reichel, Magdalena Maieritsch-Reichel und Cäcilia Fenzl-Reichel (von links).
© WKK/Peter Just Familie Reichel hat mit der Kündigung des bisherigen GKK-Vertrages die Weichen für die Zukunft gestellt. Am Bild: Antonia Sintschnig-Reichel, Johannes Reichel, Hellmuth Reichel, Magdalena Maieritsch-Reichel und Cäcilia Fenzl-Reichel (von links).

Das Kurhaus Reichel ist einer der Kärntner Gesundheitsbetriebe mit der langjährigsten Tradition: Seit über 60 Jahren werden hier Patienten behandelt. Aktuell arbeiten mehr als 50 Mitarbeiter in dem Unternehmen. Dass nun der Großteil dieser Mitarbeiter beim AMS-Frühwarnsystem angemeldet werden musste, beschreibt Hellmuth Reichel „als einen der schwersten Schritte in unserer Unternehmensgeschichte“. 

Man habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht , aber nachdem das Kurhaus in den vergangenen drei Jahren trotz einer Auslastung von über 95 Prozent und rund 120.000 durchgeführten Therapieleistungen pro Jahr – aufgrund der nicht kostendeckenden Tarife der GKK - nicht mehr betriebswirtschaftlich geführt werden konnte, musste das Unternehmen nun reagieren. „Nach langer, reiflicher Überlegung haben wir uns schließlich dazu entschlossen, den Vertrag mit der Gebietskrankenkasse Kärnten zu kündigen“, berichtet Magdalena Maieritsch-Reichel, die gemeinsam mit ihren Geschwistern Antonia Sintschnig-Reichel, Cäcilia Fenzl-Reichel und Johannes Reichel die Geschäfte des Kurhauses führt. Diese Kündigung ist am Donnerstag, dem 13. September 2018, geschehen.

Neuausrichtung 2019

Für Patienten bedeutet das: Bis Ende des Jahres läuft aufgrund der dreimonatigen Kündigungsfrist alles wie bisher. Danach können sie weiterhin gerne die Angebote und Dienste des Kurhauses in Anspruch nehmen. Das Kurhaus wird nämlich nicht geschlossen. „Ganz im Gegenteil: Wir werden weiterhin in gewohnter Qualität, mit verbessertem Patientenservice und hoffentlich mit möglichst vielen unserer bisherigen Mitarbeitern weiterarbeiten“, sagt Johannes Reichel. Wie viele Mitarbeiter ab 1. Jänner 2019 noch im Kurhaus beschäftigt sein werden, hänge in erster Linie von der Nachfrage durch Patienten ab. Diese werden ab 1. Jänner 2019 nicht mehr die kompletten Kosten von der Gebietskrankenkasse ersetzt bekommen, sondern einen Kostenanteil von 80 Prozent der Krankenkassentarife. „In welcher Personalbesetzung wir ab kommenden Jahr arbeiten werden, hängt deshalb vor allem davon ab, wie viele Patienten künftig trotz dieses Selbstkostenanteils zu uns kommen“, erklärt Maieritsch-Reichel. Einen ersten Trend werde man durch die Zuweisungen in den Monaten November und Dezember erkennen können. 

Tarife müssten kostendeckend sein

Die Entscheidung, die Familie Reichel nun getroffen hat, ist ein Zeichen ihrer unternehmerischen Verantwortung, sagt Guntram Jilka, Geschäftsführer der Fachgruppe Gesundheitsbetriebe in der Wirtschaftskammer Kärnten: „Man kann als Unternehmen nicht unendlich lange in einem nicht kostendeckenden Vertragsverhältnis verweilen. Das wäre unverantwortlich und würde unweigerlich zur Schließung des Unternehmens führen. Es war ein wichtiger und richtiger Schritt von Familie Reichel, diesen Vertrag zu kündigen.“ Er hofft, dass die Gebietskrankenkasse Kärnten erkenne, unter welchem Druck sich die Kärntner Gesundheitsbetriebe durch nicht kostendeckende Verträge befinden. „Die aktuellen Tarife befinden sich um bis zu 23 Prozent unter Kostendeckung. Wir brauchen hier ein rasches Umdenken und eine neue Form der Partnerschaft zwischen der GKK und den Gesundheitsbetrieben. Sonst wird es leider noch weitere Betriebe geben, die ihre Arbeit nicht in dieser Form fortsetzen können“, so Jilka.

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