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Künstliche Intelligenz als Wohlstandsbooster

Das Fraunhofer Austria Innovationszentrum KI4LIFE in Klagenfurt und die WK Kärnten haben eine Standortbestimmung durchgeführt und starten eine KI-Offensive.

v.l.n.r. WK-Präsident Jürgen Mandl, Studienautor Dipl.-Ing. Benedikt Fuchs, Leiterin des Fraunhofer-Innovationszentrums KI4LIFE Dr. Eva Eggeling und Geschäftsführer Fraunhofer Austria Prof. Dieter Fellner präsentierten die Standortbestimmung.
© WKK/Peter Just v.l.n.r. WK-Präsident Jürgen Mandl, Studienautor Dipl.-Ing. Benedikt Fuchs, Leiterin des Fraunhofer-Innovationszentrums KI4LIFE Dr. Eva Eggeling und Geschäftsführer Fraunhofer Austria Prof. Dieter Fellner präsentierten die Standortbestimmung.
Schon heute spielt Künstliche Intelligenz eine wichtige Rolle in unserem Leben: Von der Gesichtserkennung, die morgens das Handy entsperrt, über die Sprachsteuerung des Navis bis zum vorgeschlagenen Netflix-Film am Abend – all diese Leistungen werden von KI unterstützt. „Ein spröder Begriff, aber am Ende geht es um den Wirtschaftsstandort und die Frage, wie wir unseren Wohlstand steigern können“, fasst heute Kärntens Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl die Bedeutung von KI zusammen. Dabei gelte es, besonders die kleineren Unternehmen vom Mehrwert der KI zu überzeugen.

Denn die Großen, machte Fraunhofer-Austria-Geschäftsführer Dieter Fellner klar, seien auf den Zug längst aufgesprungen. Er nannte plakativ-praktische Anwendungsbeispiele von KI, etwa eine bei BOSCH in Entwicklung befindliche Stichsäge, die das Ausreißen der Schnittränder am Ende vermeide: Die Säge erkennt das Ende des Werkstücks und verhindert selbst durch Anpassung Pendelhub und Sägeblattgeschwindigkeit das Ausfransen. Oder den Presslufthammer, der eine Person identifiziert und sich von dieser nur 50 Minuten lang bedienen lässt, um gesundheitliche Langzeitschäden zu vermeiden. Fellner: „Das maschinelle Lernen funktioniert über große Datenmengen, die aber auch ein kleinerer Betrieb zur Verfügung hat. Dazu gehört auch das Gespür langjähriger Mitarbeiter etwa für eine bestimmte Maschine. Bei jeder Fluktuation verliert das Unternehmen Wissen; unser Ansatz greift, da ist auch für KMU viel drinnen.“

Überzeugungsarbeit leisten

Doch laut Umfrage ist dazu in Kärnten noch Überzeugungsarbeit zu leisten: Zweifelt österreichweit ein gutes Drittel der befragten Unternehmen an der Relevanz von KI für den eigenen Betrieb, ist es in Kärnten fast die Hälfte. Weitere Fragezeichen sind die fehlende Kompetenz im Betrieb und die vermuteten hohen Kosten. Eva Eggeling, Leiterin des KI4LIFE: „Aber es gibt kein prinzipielles Veto, mit der weiteren Sensibilisierung und Ausbildung der Mitarbeiter können wir viel erreichen. Und bezüglich der Kosten gibt es den Digitalisierungsscheck, der die ersten Aufwendungen abfedert.“

Und der für jedes teilnehmende Unternehmen rund 10.000 Euro wert ist, wie Präsident Mandl ergänzte und verstärkte: „Wir müssen die Botschaft so anbringen, dass sie ankommt. Das Thema wird uns lebenslang begleiten.“ Auch er betonte die Praxisnähe vieler KI-Anwendungen: „Große Hotels platzieren auf den Buchungsportalen automatisch Preisänderungen bei Schlechtwetter. Das ist im Alltagsgeschäft für einen kleinen Betrieb per Hand schwer umzusetzen, kann aber auch für eine Frühstückpension Relevanz haben.“ Die Wirtschaftskammer selbst arbeitet derzeit an KI-Projekten im Zusammenhang mit Behörden, beispielsweise um Gewerbeanmeldungen einfacher und schneller zu machen.

Gemeinsam wollen KI4LIFE und Wirtschaftskammer nun verstärkt auf KMU in Kärnten zugehen. Studienautor Benedikt Fuchs: „Wir müssen vor allem kleinere Unternehmen abholen und von den Vorteilen der KI überzeugen, damit sie im Wettbewerb bestehen und nicht abgehängt werden.“

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