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Koralmbahn: Kärntens Wirtschaft drängt auf rasche Weiterplanung

Gemeinsamer Besuch bei Infrastrukturministerin Gewessler soll den künftigen Eisenbahnausbau von Klagenfurt nach Villach und bis zur Staatgrenze auf Schiene bringen.

Setzen sich bei Infrastrukturministerin Leonore Gewessler (Mitte) für einen Eisenbahnausbau bis zur italienischen Staatsgrenze ein: WK-Direktorstellvertreter Meinrad Höfferer und WK-Präsident Jürgen Mandl.
© KK

Die Fertigstellung des Koralmtunnels schreitet voran, 2026 soll die Hochleistungsstrecke von Graz nach Klagenfurt ihren Betrieb aufnehmen. Wie es von Klagenfurt aus weitergeht, wie die Wörtherseeregion und die Bevölkerung in Villach entlastet und der Anschluss zur italienischen Pontebbana hergestellt werden soll, steht allerdings in den Sternen. Viele Initiativen der vergangenen Jahre haben wenig gebracht, nun will die Wirtschaft das verfahrene, aber immens wichtige Vorhaben wieder auf Schiene bringen: WK-Präsident Jürgen Mandl sowie die Kärntner Nationalratsabgeordneten Peter Weidinger (ÖVP) und Olga Voglauer (Grüne) statteten heute Infrastrukturministerin Leonore Gewessler einen Besuch ab, um auf die besondere Bedeutung der Fortsetzung der Planungsarbeiten hinzuweisen. Mandl: „Ein atmosphärisch sehr gutes Gespräch mit einem sehr dringenden Hintergrund: Wenn wir bis 2040 eine Alternative dazu finden wollen, dass die Baltisch-Adriatische als europäische Gütertransversale mitten durch Klagenfurt, Villach und die touristische Kernzone Kärntens am Wörthersee donnert, müssen wir jetzt mit der Planung weiterkommen."

Von 160 auf 290 Züge täglich

Mandl, Weidinger und Voglauer machten nochmals die Dimension des Problems deutlich: Sind es bisher etwa 160 Züge pro Tag auf der Wörtherseestrecke, werden es mittelfristig bis zu 290 Züge täglich; die Anzahl der Güterzüge wird sich auf 100 täglich vervierfachen. Weidinger: „Die drohende Güterzug-Lärmlawine ist existenzbedrohend für viele Tourismusbetriebe in der Wörthersee-Region.“

Die Wirtschaftskammer Kärnten bemüht sich seit Jahren, Bewegung in die Planung einer notwendigen, neuen und hochrangigen Schieneninfrastruktur im Zentralraum Kärnten zu bringen. Mandl: „Wir haben durch zwei Wörtherseekonferenzen nicht unwesentlich dazu beigetragen, dass das Land Kärnten einen diesbezüglichen Sechs-Parteien-Antrag beschlossen und in Folge mit dem BMVIT ein ‚Memorandum of Understanding – Zentralraum Kärnten‘ ausverhandelt hat, das Ende Mai 2017 von allen Regierungsmitglieder des Landes Kärnten und vom damaligen Verkehrsminister Jörg Leichtfried unterfertigt wurde.“ Erste Ergebnisse einer Korridorevaluierung würden nun vorliegen und neue Trassen für den Güterverkehr nördlich des Wörthersees sowie an der Tauernstrecke vorsehen. Mandl: „Wir haben die Frau Ministerin dringend darum ersucht, die Güterzugumfahrung Wörthersee umgehend in die strategische Planung der ÖBB und in das sogenannte Zielnetz 2040+ aufzunehmen.“

Halt in Kühnsdorf

Weitere ministerielle Gesprächsthemen waren der für die Region lebensnotwendige Zwischenhalt am Bahnhof Kühnsdorf, der Mobilitätsknoten Kühnsdorf sowie das Logistikcenter Austria Süd, das als Dry-Port für den Hafen Triest eine wichtige Rolle bei der Steuerung der europäischen Warenströme einnehmen könnte. Präsident Mandl zeigte sich zuversichtlich: „Ich danke Frau Ministerin Gewessler für das positive Gesprächsklima und hoffe, dass wir hier eine gute Basis für wichtige Weichenstellungen für Kärnten geschaffen haben.“

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