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Kooperationsklima: viel Luft nach oben

Leicht kühl und etwas bewölkt, so beschreiben Kärntens Unternehmer laut einer aktuellen Studie das derzeitige Kooperationsklima in ihrem Bundesland. Deutlich besser beurteilen sie hingegen ihre eigene Einstellung gegenüber dem Thema Kooperation und was ihre Fähigkeiten betrifft, erfolgreiche Kooperationen durchzuführen. Das Kooperationsumfeld in Kärnten wird grundsätzlich als zufriedenstellend empfunden – es gibt jedoch konkrete Wünsche hinsichtlich der Unterstützung bei Kooperationsprojekten.  

Zusammenarbeit Kooperation Studie Umfrage Ergebnisse
© WKÖ

Auf Initiative der ExpertsGroup Kooperationen und Netzwerke der Wirtschaftskammer Kärnten und mit Unterstützung des Wirtschaftslandesrates Christian Benger, der Industriellenvereinigung und der Fachhochschule Kärnten wurde Ende 2016 eine Online-Befragung über die Meinungen und Erfahrungen der Kärntner Unternehmer im Bereich Kooperation durchgeführt. Die wichtigsten Ergebnisse der durch die Firma Der Ladler (Marktforschung, Forschung und Evaluation) durchgeführten Studie:

Kooperations-Stimmung

Die Bewertung des Kooperations-Klimas in Kärnten mit einem Mittelwert von 3,03 (auf einer sechsteiligen Skala (1=sehr schlecht, 6=sehr gut) zeigt, dass Kärnten in der Selbsteinschätzung der Unternehmer nicht gerade zu den Kooperations-Weltmeistern zählt. Immerhin wurden die eigene Kooperations-Fähigkeit mit 4,26 und die eigene Kooperations-Freudigkeit mit 4,48 deutlich besser bewertet. „Viele Beispiele zeigen, dass Kooperationen Sinn machen, Standorte absichern, Betriebe erweitert werden, der Markt leichter zu bearbeiten ist. Für Start-ups sind Kooperationen mit traditionellen Unternehmen der Schlüssel zum Erfolg“, fasst LR Benger zusammen. Benger nennt als Beispiel die Initiative „Pulldock“, die bewusst junge Unternehmer mit traditionellen Betrieben an Hand von konkreten Projekten zusammen führt.

Kooperations-Verhalten

Der Alpen-Adria-Raum wird als Markt angenommen (über 27%), allerdings deutlich weniger, was Kooperationen mit Unternehmen aus diesen Märkten betrifft (2%). Die grundsätzliche Bereitschaft, Kooperationen mit Unternehmen oder anderen Partnern eingehen zu wollen, ist hoch – bei Start-up-Unternehmen nochmals deutlich höher. Kooperationen geht man vor allem in Kärnten ein, dann in Österreich, dann international und zuletzt im Alpen-Adria-Raum. Inhaltlich geht es bei diesen Projekten vor allem um den Bereich Vertrieb, Marketing und Kundenbetreuung. „Wesentliche Zukunftsthemen wie Digitalisierung oder Zusammenarbeit im Bereich der Forschung und Entwicklung stehen leider nur am Ende der Wunschliste“, so WK-Präsident Jürgen Mandl, „dabei gibt es gerade hier genügend Ansatzpunkte für künftige Kooperationen.“

Zwischenresümee

Die befragten Unternehmen gehen davon aus, dass Kooperationen Sinn machen und die Gestaltung einer Kooperation in einem Unternehmen zwar Aufwand verursacht, aber man dafür selbst schon gut vorbereitet ist. Dennoch bleiben einige Wünsche an Behörden, Institutionen sowie die Wirtschaftskammer Kärnten offen, die vor allem für die benötigte Unterstützung für das Zustandebringen und die Durchführung von Kooperationen betreffen. Projektleiter Udo Müller: „Dabei haben sich die drei Themenfelder deutlich herauskristallisiert: Der Bedarf an Kooperationsplattformen und Vernetzungsmöglichkeiten sowohl online als auch offline, weiters die Beratung und Unterstützung bei der Erstellung von Kooperationsvereinbarungen und schließlich das Thema Förderungen für Kooperationsvorhaben. Wir sind derzeit dabei, die Antworten und Anregungen im Detail auszuwerten. In Kürze wird es dazu eine Feedbackrunde mit Unternehmen und Institutionen geben. Auf dieser Basis wollen wir dann Werkzeuge entwickeln, die kooperationswillige Unternehmen bei ihrem Vorhaben unterstützen.“

Die komplette Studie kann mit folgendem Link heruntergeladen werden.

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