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Komplexe Lösungen in Software gegossen

Unternehmer und Universitätsprofessor Philipp Hungerländer sieht die Welt mit ganz eigenen Augen – im Fokus steht die Mathematik und das Optimieren von Abläufen. Mit „Hex“ verbindet er Theorie und Praxis.

Claudia Blasi
Seine Begeis- terung für Mathematik lebt Philipp Hungerländer als Universitätsprofessor aus. Als Geschäftsführer von „Hex“ stehen strategische Fragen und Führungsqualitäten im Vordergrund.
© Peter Just Seine Begeisterung für Mathematik lebt Philipp Hungerländer als Universitätsprofessor aus. Als Geschäftsführer von „Hex“ stehen strategische Fragen und Führungsqualitäten im Vordergrund.
Mathematik macht Spaß – ein Satz mit Seltenheitswert. Nicht jedoch aus dem Munde von Philipp Hungerländer. Er promovierte „sub auspiciis“ – also mit der höchstmöglichen Auszeichnung für Studienleistungen in Österreich – in Mathematik und Betriebswirtschaft an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. Vor drei Jahren machte sich der assoziierte Professor am Institut für Mathematik mit „Hex“ selbstständig. „Endlich konnte ich die Theorie in die Praxis bringen“, erzählt der Jungunternehmer mit Firmensitz im Klagenfurter Lakeside Park.
Die Aufgabe von Hex sieht Hungerländer im Unterstützen von Unternehmen bei Planungsprozessen. Das geschieht durch Algorithmen, die in Software gegossen werden und dadurch Abläufe in der Produktions-, Lager-, Transport- und Personallogistik optimieren. Konkret etwa beim Erstkunden, der ÖBB. Hier entwi-ckelte das Team ein intelligentes Verkehrsplanungssystem, das auf Methoden der künstlichen Intelligenz basiert. Die Software liefert Vorschläge für eine effiziente Lok-umlauf- und Personaleinsatzplanung und schlägt zum Beispiel vor, welches Triebfahrzeug welchen Zug ziehen soll. Auf diese Weise werden Ressourcen und CO2 eingespart und den Mitarbeitern bleibt mehr Zeit für die wesentlichen Aufgaben.

Rufbus "Rudi" mit Mobilitätspreis ausgezeichnet

Anwendung finden die Softwarelösungen neben der Bahn auch in der Holz- und Lebensmittelindustrie sowie im Personenverkehr. Ein aktuelles Projekt im Auftrag des Verkehrsverbundes Kärnten beschäftigt sich damit, den öffentlichen Verkehr durch Kleinfahrzeugflotten zu unterstützen. Seit September 2019 dient das Untere Drautal mit seinem „Rufbus Rudi“ als Pilotregion. Über die Buchungsplattform geben Fahrgäste das gewünschte Ziel ein und erhalten dann die optimale Route vorgeschlagen. Das Projekt wurde kürzlich mit dem Mobilitätspreis des Verkehrsclubs Österreich ausgezeichnet.

„Damit die Software beim Kunden stabil läuft, ist ein eingespieltes Team erforderlich“, betont Hungerländer. Ein Pool aus 15 Softwareentwicklern, Statistikern, Mathematikern und Projektmanagern sorgt für einen reibungslosen Ablauf – von der Analyse des Kundenproblems, über die Modellierung bis hin zur passenden Software. Alle Mitarbeiter seien übrigens aus Kärnten. „Das große Netzwerk der Universität war beim Zusammenstellen des Teams sehr hilfreich“, erzählt der leidenschaftliche Sportler.

Er selbst setzt bei der Unternehmensführung auf flache Hierarchien, hohe Eigenverantwortung und gemeinsame Ziele. Sein Führungsstil scheint ihm Recht zu geben – Hex wächst schnell und auch die Corona-Krise hat keine Spuren hinterlassen. Im Gegenteil, die Beudeutung der Digitalisierung wurde präsent wie nie und „wir sollten ohnehin das Beste aus beiden Welten verbinden.“


Dieser Artikel erschien in der "Kärntner Wirtschaft", Ausgabe 22.

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