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Klimaschutz #schaffenwir

Kärntens Wirtschaft ist bereit für die „Green Economy“. Vom Land erwartet die Wirtschaft eine klare Energiestrategie, eine kärntenweite Umfrage soll Tempo in den Glasfaserausbau bringen.

WK-Spartenobmann Martin Zandonella, WK-Präsident Jürgen Mandl und WK-Fachgruppenobmann Christoph Aste setzen sind überzeugt: Breitbandausbau und Klimaschutz #schaffenwir
© WKK/fritzpress

Die innovative und traditionell umweltbewusste Wirtschaft in Kärnten zeigt eine starke Bereitschaft, Ökonomie und Ökologie als Symbiose und nicht als Gegensatz zu verstehen: Viele heimische Betriebe sind heute schon bei green innovations bestens aufgestellt, in manchen Nischen sogar Weltmarktführer. „Wir sehen also einer weiteren Ökologisierung der Wirtschaft auch unter dem Eindruck der aktuellen Klimaschutzdebatte durchaus positiv entgegen“, unterstrich Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl heute bei einem Pressegespräch. Eine CO2-Steuer lehnt Mandl entschieden ab: „Österreich hebt mit insgesamt 9,5 Milliarden Euro genügend Umweltsteuern ein. Ich setze auf Anreizsysteme wie höhere Investitionsfreibeträge oder kürzere Abschreibungszeiträume für Ökoprojekte.“

Kärnten besonders betroffen

Eine gute Ausgangssituation, denn die Herausforderungen sind groß: Mit plus 1,6 Grad bis Mitte des Jahrhunderts wird für Kärnten eine doppelt so hohe Klimaerwärmung prognostiziert wie im globalen Durchschnitt. Hitze im Sommer, Schneemangel im Winter, Starkniederschläge und Katastrophenereignisse mit Millionenschäden an Gebäuden, Infrastruktur und Forst- und Landwirtschaft sind die Folge. Welche Herausforderungen ergeben sich daraus aus Sicht der Kärntner Wirtschaft? Welche Maßnahmen sind notwendig, um Klimaanpassung und Klimaschutz in Kärnten ökologisch, sozial und ökonomisch ausgewogen zu meistern? Diese Fragen standen schon am Donnerstagabend im Mittelpunkt einer Diskussion des Ökosozialen Forums Kärnten, bei dem auch eine gemeinsame Resolution der Sozialpartner zum Klimawandel unterzeichnet wurde. Eines ist für Mandl klar: „Vom Land Kärnten, das zuletzt hinsichtlich des Ausbaus von Wasser- und Windkraft irritierende Signale abgegeben hat, erwarten wir uns eine klare Energiestrategie.“

Treibhausgasemissionen gesenkt

„Was immer Kärnten tut, wir werden die Weltklimakrise mit unseren Emissions-Maßnahmen nicht stoppen - aber vielleicht mit unseren Ideen, Innovationen und kreativen Betrieben“, ist Mandl überzeugt. Dieses hohe Bewusstsein für die Bedeutung des Umwelt- und Klimaschutzes habe hierzulande nicht erst mit den aktuellen Protestbewegungen begonnen, sondern bereits vor eineinhalb Jahrzehnten: Kärnten hat seine Treibhausgas-Emissionen seit 2005 um 18 Prozent gesenkt. Die größten Einsparungen konnten durch Gebäudesanierungen (-46%), in der Energiewirtschaft (-42%) und in der Abfallwirtschaft (-31%) erzielt werden. Mandl: „Die Kärntner Industrie konnte ihre THG-Emissionen in diesem Zeitraum durch massive Investitionen immerhin um 20 Prozent senken.“

Kärnten ist Vorreiter

Das schlägt sich übrigens auch im Bundesländervergleich nieder: Kärnten ist Umweltvorreiter und hat mit 17,1 Prozent des Bruttoregionalprodukts den höchsten Umweltumsatz (Umweltschutzaktivitäten und Ressourcenmanagement) in Österreich. Das hat wohl auch mit den ca. 15.000 Mitarbeitern zu tun, die in Kärntens Betrieben mit Umweltschutzaufgaben betraut sind. Spitzenreiter ist Kärnten auch beim Anteil der erneuerbaren Energieträger: Er steigt in Kärnten kontinuierlich an und erreicht 55,4 Prozent am energetischen Endverbrauch (2016). Die größten Klimasünder in Kärnten sind übrigens nicht die Kärntner Industriebetriebe, sondern eindeutig der Verkehr, der knapp fünfmal so viel emittiert wie die Industrie. Industrie, Abfallwirtschaft und Energiewirtschaft tragen gemeinsam gleich viel zu den THG-Emissionen bei wie die Landwirtschaft (Kärntner Umweltbericht 2017). Insgesamt beträgt der Anteil Kärntens an den weltweiten THG-Emissionen überschaubare 0,0015 Prozent.

Grundsätzlich sei es in Österreich gelungen, die Treibhausgas-Emissionen vom Wirtschaftswachstum zu entkoppeln. Dieser Erfolg ist zu größten Teilen der heimischen Wirtschaft zu verdanken: In Österreich wurden laut Statistik Austria allein im Jahr 2016 11,3 Mrd. Euro an Investitionen in den Umweltschutz getätigt. Mandl: „Der Löwenanteil der Umweltausgaben von 87 Prozent wird dabei von den österreichischen Unternehmen getätigt. In Kärnten investieren die heimischen Unternehmen rund eine Milliarde Euro jährlich in den Umweltschutz. Die Wirtschaft in Kärnten und in Österreich ist in Sachen Klimaschutz nicht Teil des Problems, sondern Teil der Lösung, damit das einmal klargestellt ist!“

Keine Vertreibung der Industrie

Diese Beurteilung gilt auch für Europa: Europa verursacht nur acht Prozent der globalen Emissionen, leistet aber 40 Prozent der Beiträge für die internationale Klimaschutzfinanzierung. „Bei allem Verständnis für die Sorgen – übrigens auch vieler Unternehmer – den Klimawandel betreffend mahne ich dazu, kühlen Kopf zu bewahren. Wir haben mithilfe von Innovation, Technologie und politischer Entschlossenheit den sauren Regen in den Griff bekommen, die Gewässer in Europa gereinigt und das Ozonloch weitgehend geschlossen. Ich bin zuversichtlich, dass wir auch das Klimaproblem lösen werden – allerdings nicht dadurch, dass wir mit überschießenden Regelungen die Industrie aus Europa vertreiben. Denn unsere Unternehmen sind die saubersten weltweit. Drängen wir sie aus dem Standort Europa hinaus, wird das die Umwelt und das Klima nur noch weiter belasten – von den dramatischen Folgen für Wohlstand, Arbeitsmarkt und Gesellschaft ganz zu schweigen.“

Kärnten kann‘s

Wie Christoph Aste, Energieexperte und Fachgruppenobmann der Kärntner Ingenieurbüros, erklärte, gibt es in Kärnten eine weit überdurchschnittliche Dichte von Unternehmen, die in vielen Umweltschutztechnologien weltweit eine besondere Rolle einnehmen: „Wir haben tolle Firmen, die was tun, die es anpacken!“ Dazu gehören (um nur einige Beispiele zu nennen):

  • GreenOneTec: Weltmarktführer bei Solarthermie
  • Energetica, Kioto: größte PV Solarmodul-Produktion in Europa
  • Kohlbach, Urbas und Agro: führend in der Biomasseverbrennung
  • Infineon: Hochleistungschips für Energiemanagement
  • EFG (Turbinenbau) und Amiblu (früher Hobas, Rohrproduktion/Leitungsbau) im Spitzenfeld für (Klein-)Wasserkraft
  • Austroflex: Produktion von Nahwärmeleitungen

Aste: „Kärntens Betriebe bieten Umweltservice auf höchstem Niveau: Sie planen und bauen Anlagen für erneuerbare Energie, installieren und warten modernste effiziente Heizanlagen, entsorgen täglich Müll und Abwasser und sind Weltmeister beim Recyceln und Wiederverwerten von Rohstoffen.“ Dazu komme einigen Unternehmen eine besondere Rolle zu: Sie beheizen ganze Städte, wie zum Beispiel Funder (St. Veit/Glan), Mondi (Frantschach und Wolfsberg), Müllverbrennung KRV (Arnoldstein und Villach), Regionalwärme (Klagenfurt, Feldkirchen, Maria Rain, Krumpendorf).

Viele Kärntner Hausaufgaben

Trotz dieser positiven Ausgangslage sind die künftigen Herausforderungen gewaltig, denn es drohen erhebliche Strafzahlungen, wenn Österreich seine Klima- und Energieziele bis 2030 verfehlt. „Um den jüngeren Generationen keine neuen Zahlungen aufzubürden, muss Österreich rasch geeignete Klimamaßnahmen setzen und noch deutlichere Signale zur fokussierten Entwicklung von Zukunftstechnologien setzen“, mahnt Aste. Auch in Kärnten müssten dringend die Hausaufgaben erledigt werden, wie etwa die Verdoppelung der Gebäudesanierungsraten, neue Fernwärmeanschlüsse, tausende neue Holzzentralheizungen und thermische Solaranlagen, der vermehrte Einsatz von Wärmepumpen zur Raumheizung, die weitere Steigerung der Energieeffizienz in Betrieben und die verstärkte Einführung von Fernkühlung. Aste: „Man muss erkennen, dass der Klimawandel und damit verbunden der sprunghafte Anstieg von Klimageräten bereits die Stromhauptlast vom Winter auf den Sommer drehen. Hier muss auch baulich Vorsorge getroffen werden!"

Öffentlichen Verkehr verbessern

Dazu kommt der Verkehr als einer der Hauptverursacher des Klimawandels. Laut Aste führe kein Weg daran vorbei, den öffentlichen Personenverkehr und den Anteil des Rad- und Fußgängerverkehrs deutlich zu erhöhen. Das setze allerdings den entschlossenen Ausbau und die Angebotsverbesserung des öffentlichen Verkehrs voraus. Die Chance der Koralmbahn will Aste nutzen: „Werden Fürnitz und Kühnsdorf zu starken Logistikstandorten ausgebaut, kann damit eine starke Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene erreicht werden.“

Energieausbau ermöglichen

Die Energiewende weg von fossilen hin zu erneuerbaren Energieträgern würde allerdings unweigerlich zu einer Steigerung des Stromverbrauchs führen, ist Aste überzeugt. Die „Mission 2030“ („Die österreichische Klima- und Energiestrategie“) sieht vor, dass bis dahin der österreichische Stromverbrauch aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden soll. Aste: „Um das zu erreichen, bedarf es eines umfangreichen Investitionsprogramms für neue ‚Erneuerbare‘. Leider fehlt es in der Bevölkerung und auch in der Politik an der nötigen Akzeptanz für Windkraft, Photovoltaik, neue Wasserkraftwerke und auch für den Stromnetzausbau. Und ohne die wird die Wende nicht gelingen.“
Der Experte rät daher dringend zur Festlegung von Standorträumen für Windkraftanlagen und zur öffentlichen Unterstützung bei der Umsetzung, ebenso zur Definition klarer Standortkriterien für Photovoltaikanlagen und zur Erarbeitung eines Ausbau- und Modernisierungsprogramm für Kleinwasserkraftwerke.

Breitband: Bitte warten

Ein wesentlicher Faktor bei der Umsetzung klimarelevanter Maßnahmen – zum Beispiel bei der Steuerung zunehmend dezentraler Energieproduktion und –versorgung, bei der Mobilität oder in der Logistik – ist künftig die Digitalisierung. „Alle diese Entwicklungen können nur funktionieren, wenn eine annähernd flächendeckende Glasfaser-Infrastruktur vorhanden ist“, warnte Martin Zandonella (Net4You), Internet-Unternehmer der ersten Stunde und Obmann der Sparte Information und Consulting. Das gelte übrigens auch für die Vernetzung von Industriebetrieben, die Landwirtschaft oder den Tourismus: „Wenn der Gast zuhause mehr Bandbreite zur Verfügung hat als hierzulande ein ganzes Hotel, dann hagelt es Kritik auf den Bewertungsportalen.“
Weil der Ausbau des Glasfasernetzes allerdings weit hinter dem Kärntner Masterplan zurückliege und „mehr als schleppend“ vorangehe, kündigte Zandonella eine kärntenweite Umfrage unter den Betrieben an: „Wir werden quer über alle Branchen und Bezirke die Zufriedenheit und die künftigen Erwartungen hinsichtlich der Internetanbindung abfragen. Die Ergebnisse stellen wir allen öffentlichen Stellen zur Verfügung, um die Prioritäten beim Ausbau festzulegen."

WK Kärnten: Mit gutem Beispiel voran

Seit mehr als 20 Jahren – mit der Auszeichnung im Rahmen des Projekts „Ökofit“ 1997 - achtet die Wirtschaftskammer Kärnten besonders auf den Umweltschutz. So wurden in den vergangenen Jahren die WK-Gebäude in Villach, Spittal, Wolfsberg, Völkermarkt, das TAZ, das WIFI-Hauptgebäude, das WK-Hauptgebäude sowie die Häuser in der Gabelsberger Straße thermisch saniert. In St. Veit, in Völkermarkt, auf dem TAZ und auf dem Technikzentrum in Klagenfurt wurden Photovoltaikanlagen mit in Summe ca. 200 kWp installiert. Die nächste Anlage im MAKERSPACE/Postgarage wird im Jahr 2020 in Betrieb gehen.

Seit 1994 wird im Bereich WIFI über ein Strommanagement der Spitzenverbrauch gesteuert und damit der Stromverbrauch deutlich reduziert. Die WK unterstützt auch die E-Mobilität: Vier Elektro- und ein Hybridfahrzeug sowie fünf Elektroroller sind in Betrieb. In Klagenfurt stehen vier, in jeder Bezirksstelle eine Ladestation für E-Fahrzeuge zur Verfügung. Mandl: „Selbstverständlich sind auch wir uns der Verantwortung bewusst und gehen – wo immer es möglich ist – mit gutem Beispiel voran.“

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