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Kärntner Industrie traf sich im Zeichen der Energie

Energiekosten, Arbeitskräftemangel und Überbürokratisierung: Bei der jüngsten Spartenkonferenz der Kärntner Industrie tauschten sich Betriebe über aktuelle Themen aus und der Blick auf die Statistik bestätigte erneut: Mit 37 Prozent Anteil an der Bruttowertschöpfung ist die Industrie weit vor allen anderen Branchen die Wirtschaftskraft im Land.

Kuess, Mandl, Penker, Kanduth, Velmeden, Pacher, Mörk
© WKK / Foto Linzer
Zwar ist die Kärntner Industrie mit 455 Mitgliedsbetrieben eher klein- und mittelständisch strukturiert, aber dennoch erwirtschaften die Unternehmen mehr als ein Drittel der Bruttowertschöpfung des Landes. Das ist der höchste Anteil unter allen Branchen. Damit ist Kärnten ein Industrieland, das nicht nur in Forschung und Entwicklung Impulse setzt, sondern auch rund 1.000 Lehrlinge ausbildet. „Wir machen sehr viel, um den Jugendlichen das spannende Feld der Industrie näher zu bringen“, sagte Michael Velmeden, Spartenobmann der Industrie in der Wirtschaftskammer Kärnten.

So wurden die Onlineinformationsplattform www.industriekarriere.at komplett überarbeitet und Social-Media-Kanäle eingebunden. Dennoch fehle es der Industrie massiv an Arbeitskräften. Arbeitsgenehmigungen für Mitarbeiter aus anderen Staaten, Zuverdienstmöglichkeiten für Pensionisten, steuerfreie Überstunden, bessere Kinderbetreuung, um Vollzeitarbeit für Frauen zu ermöglichen – die Liste der Vorschläge der Wirtschaft an die Politik ist lang. „Die Standortsicherung hat für mich höchste Priorität. Schließlich kommen aus der Wirtschaft Wertschöpfung und damit Wohlstand. Aufträge sind vorhanden, aber wir brauchen eine akzeptable Wettbewerbsfähigkeit – derzeit vor allem hinsichtlich der Energiekosten. Unterstützung wird kommen und ist existenziell notwendig“, unterstrich Jürgen Mandl, Präsident der Wirtschaftskammer Kärnten. Speziell für kleinere Betriebe ist die aktuelle Situation bedrohlich. „Wenn seitens der Bundesregierung die lang geforderte Entlastung nicht kommt, kann es jetzt einige Betriebe das Leben kosten – und das können wir uns nicht leisten“, warnte Mandl.

Hitzige Energiedebatten und ausufernde Kosten

Die nächsten Monate werden für die Industriebetriebe nicht leicht. Schon jetzt kämpfen manche Betriebe mit einer Verfünfzehnfachung ihrer Energiekosten. „Da es einen, schon lange geforderten, Masterplan seitens der Bundesregierung nicht gibt, wird ein solcher nun von der Bundessparte ausgearbeitet“, berichtete Andreas Mörk, Geschäftsführer der Bundessparte Industrie in der Wirtschaftskammer Österreich. Besonders in ländlichen Regionen ist die Industrie zusätzlich ein wichtiger Energieversorger. So werden zum Beispiel von FunderMax in St. Veit an der Glan rund 4.000 Haushalte mit Fernwärme versorgt und rund 75.000 MWh Ökostrom pro Jahr produziert. „Wir beziehen unser Holz aus regionalen nachhaltigen Quellen. 72 Prozent unserer Lieferanten kommen aus Österreich. Am Standort St. Veit/Glan haben wir rund 430 Mitarbeiter und stellen pro Jahr rund 24 Millionen Quadratmeter Biofaser und rund 14 Millionen Quadratmeter Dekorspan her“, erzählte Arnulf Penker, Geschäftsführer von FunderMax.

Auch andere Betriebe wollen verstärkt auf erneuerbare Energie setzen. Allerdings fehlen Rahmenbedingungen oder es scheitert an der langwierigen Bürokratie. Das reicht von der Fotovoltaikanlage bis hin zum Netzausbau. „Der Ernst der Situation scheint bei der Politik noch nicht angekommen zu sein“, zeigte sich Velmeden verwundert. Dennoch konnte er etwas Positives berichten: Auf gewidmeten Industrie- und Gewerbeflächen können Betriebe in Kärnten für den Eigenbedarf Fotovoltaik- und Solarthermieanlagen errichten. „Im Moment leiden wir und es kostet viel Kraft, aber wir werden diese Zeiten auch überstehen“, gab sich Velmeden optimistisch.

Rückfragen:
Wirtschaftskammer Kärnten
Sparte Industrie
Mag. Alexander Kuess
T 05 90 90 4 - 200
Ealexander.kuess@wkk.or.at

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