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Kärntner Holzbau mit 160 Jahren Tradition

Von der Holzstiege zum fertigen Blockhaus –im Kärntner Liesertal bietet Holzbau Kabusch kontinuierliche Tradition seit 160 Jahren.

© Patrick Sommeregger-Baurecht Von der Entwurfsplanung bis zum fertigen Blockhaus – bei Holzbau Kabusch wird im Team zusammengearbeitet.

Rund zehn Kilometer fährt man eine enge und kurvige Straße in Richtung Katschberg entlang, bis man rechter Hand eine imposante Halle sieht und weiß, dass man auf dem richtigen Weg ist. Massive Holzstämme, Sägespäne und Maschinen soweit das Auge reicht – in Kremsbrücke arbeitet Holzbau Kabusch seit 160 Jahren mit dem Rohstoff Holz.

In dem kleinen Ort mit nur knapp 120 Einwohnern im Liesertal ist Geschäftsführer Günther Kabusch förmlich mit Holzspä-nen in der Wiege aufgewachsen. Schon als Kind war er im Familien­betrieb mittendrin und somit war auch klar, dass er mit 15 Jahren seine Lehre im Betrieb des Vaters absolviert. „Ich wollte immer den Betrieb übernehmen“, sagt Günther Kabusch. Schon als 30-Jähriger hatte er gemeinsam mit seinem Vater die Geschäftsführung über. Die volle Verantwortung übernahm er zehn Jahre später 2006. „Mein Vater hat mir immer freie Bahn gelassen – und das ist auch der einzig richtige Weg, sonst wäre ich früher oder später wahrscheinlich auch gegangen. Bei vielen hapert es an der Übergabe an die Jungen und oft werden die Betriebe dann eben nicht weitergeführt.“ Handwerk hat in der Familie Kabusch Tradition und Zukunft.

Die erste Werkstatt von Gründer Andreas Kabusch befand sich ein Stück weiter in Pleßnitz. „1850 hat mein Ururgroßvater den Betrieb gegründet, seitdem wurde er von fünf Generationen Kabusch geführt. Mein Vater Kurt war 35 Jahre selbstständig“, erzählt der Firmenchef stolz. Nach dem Zweiten Weltkrieg übersiedelte die Firma zum heutigen Standort nach Kremsbrücke. „In den Fünfzigern hatten wir mehr als 60 Mitarbeiter – viele aus der Gegend hatten hier Arbeit.“ Günther Kabusch erweiterte den Betrieb 2006 um die heutige Haupthalle. In Zukunft setzt man vermehrt auf Niedrigenergiehaus- und Passivhausbau. Das Liesertaler Unternehmen verwendet vorrangig Kärntner Fichtenholz aus der Region, spezielle Kundenwünsche werden großgeschrieben: „Ein Kunde wollte unbedingt alles aus Kieferholz – das holen wir dann aus Deutschland.“ Mit der eigens eingerichteten Kinghaus GmbH baut Kabusch nun österreichweit Fertighäuser – und zwar nicht nur aus Holz. „Wir arbeiten dabei stark mit anderen Unternehmen aus den jeweiligen Regionen zusammen – als Komplettanbieter muss man sich auf Kooperationspartner verlassen können.“

„Auf mein Team kann ich mich immer verlassen und die Mit­arbeiter sich auf mich.“ Das familiäre Klima des knapp Zehn-Mann-Unternehmens ist spürbar. Auch Kabuschs Frau Marion arbeitet mit und einige Mitarbeiter sind seit Jahrzehnten im Unternehmen. Kabusch bildet seit Jahren auch erfolgreich Lehrlinge aus. Kabusch: „Der Vorteil? Man versteht sich blind und vertraut einander.“ Privates und Firmenangelegenheiten zu trennen musste er erst lernen: „Ich nehme Probleme nicht mit nach Hause.“


Interview mit dem Geschäftsführer Günther Kabusch

Holzbaumeister Günther Kabusch übernahm in jungen Jahren den Familienbetrieb.
© Patrick Sommeregger-Baurecht Holzbaumeister Günther Kabusch übernahm in jungen Jahren den Familienbetrieb.

Warum sind Betriebe wichtig für die Region?

Wir kleinen und mittleren Betriebe sind diejenigen, die Wohlstand bringen. Unternehmen sichern die ländlichen Strukturen. Früher gab es bei uns in Kremsbrücke alle Gewerke, heute sind nur wenige geblieben, die sich die Mühe noch machen. Es lohnt sich oft nicht mehr. Vor allem die Indus­trie vernichtet viele Arbeitsplätze.

Inwiefern?

Die Industrie schlägt Preise an, mit denen die Kleinen nicht mithalten können. Es gibt zwar immer mehr Firmen, aber auch einen immer kleineren Markt. Es wird immer mehr und schneller produziert – die Nachfrage fehlt aber. Wir brauchen heute dreimal mehr Aufträge, um auf das gleiche zu kommen. Auch die Teilgewerbe sehe ich als Bedrohung des qualifizierten Handwerks. Sie bieten güns­tiger an, haben aber nicht die Ausbildung dafür – der Kunde zahlt drauf. In diesem Bereich gibt es Handlungsbedarf.

Welche konkreten Herausforderungen ergeben sich außerdem?

Es ist schwer, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Gerade große Betriebe bilden nicht umfassend aus, bei kleineren Be­trieben müssen Lehrlinge überall mit an­packen und können alle Bereiche kennenlernen. Das Ausbildungssys­tem muss dringend überdacht werden. Viele machen sich selbstständig, ihnen fehlen aber die kaufmännischen Grund­lagen und dann klappt es auch nicht.

Wie bringen Sie sich ein?

Ich sehe mich als wichtigen Arbeitgeber für eine entlegene Region. Besonders die Jugend ist wichtig für uns – deshalb bilden wir seit Jahrzehnten Lehrlinge aus.

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