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Kärntner Brackets kleben auch auf Zähnen in China

20 Prozent der ästhetischen Brackets, die weltweit verwendet werden, stammen aus St. Veit/Glan. Das Kopieren der Hightech-Zahnspangen gelang nicht einmal den Chinesen. Ganz im Gegenteil: China zählt zu den größten Kunden der EC Certification Service GmbH.

Angelika Dobernig
Elisabeth Moschik und Michael Steiner machen 70 Prozent ihres Umsatzes mit Brackets. Die restlichen 30 Prozent werden mit Aligners (transparenten Kunststoffschienen) erwirtschaftet.
© Christian Irrasch Elisabeth Moschik und Michael Steiner machen 70 Prozent ihres Umsatzes mit Brackets. Die restlichen 30 Prozent werden mit Aligners (transparenten Kunststoffschienen) erwirtschaftet.
Die Zahnspangen der EC Certification Service GmbH sind ein Exportschlager: Ihre Kunststoff-Brackets kleben auf Zähnen in China, den USA und in Korea. Insgesamt stammt jedes fünfte ästhetische Bracket, das weltweit eingesetzt wird, von dem St. Veiter Unternehmen.
Doch woraus die kleinen eckigen Dinger gemacht werden, wissen nur wenige. Material und Fertigungsprozess der Brackets sind so geheim, dass für sie nicht einmal ein Patent angemeldet wurde. „Wir haben darüber nachgedacht, aber wir hätten für das Patent alles offenlegen müssen. Da haben wir es gelassen“, erzählt Firmenchefin Elisabeth Moschik. 

Innovationen als Schlüssel zum Erfolg

Als dann vor einigen Jahren die erste Großbestellung aus China eintraf, rechnete man mit dem Schlimmsten: chinesische Kopien. Sie blieben aber aus, stattdessen trudelten immer mehr Bestellungen aus dem asiatischen Raum ein. Mittlerweile sind China und Japan, neben den USA, die wichtigsten Exportmärkte des Unternehmens. „Offenbar ist es ihnen bisher nicht gelungen, unsere Brackets zu kopieren“, sagt die Unternehmerin. Erleichterung, aber auch ein wenig Überraschung, ist in ihrer Stimme zu hören. Sie erzählt, dass ihr Mann Erich Moschik, der das Verfahren entwickelt hat, immer weiter an Innovationen gearbeitet hat. „Er hat immer gesagt: Wir müssen schneller sein als die anderen.“

Dazu gehörte beispielsweise die Entwicklung von besonders kleinen Brackets mit niedrigem Profil oder einem Material, das sich an die Farbe der jeweiligen Zähne anpasst. Dafür wurden medizinische Copolymere mit einem geringen Keramikanteil vermischt. „Mit dem richtigen Bogen sind sie kaum zu sehen.“ Hinter dem Erfolg der St. Veiter Zahnspangen steckt also eine Kombination aus Tragekomfort, Design und sehr guten Behandlungsergebnissen. Heute arbeitet der Unternehmensgründer im Hintergrund mit und konzentriert sich auf sein zweites Standbein, ein Ingenieurbüro.

Übergabe an den Sohn bereits in Planung

Das operative Geschäft führt seit Jahren Elisabeth Moschik – und mittlerweile wird sie von Sohn Michael Steiner unterstützt, der das Unternehmen demnächst auch übernehmen wird. Aktuell führt der 35-Jährige den zweiten Unternehmensstandort in Graz, wo er sich mit fünf Mitarbeitern vor allem um die digitale Planung und Modellierung der Zahnspangen kümmert.
Der Ablauf ist dabei immer derselbe: Zahnarzt oder Kieferorthopäde schicken einen Scan des Gebisses, anhand dessen erstellt das EC-Team einen individuellen Behandlungsplan. „Jeder Fall ist anders und muss analysiert werden“, so Steiner. Je nach Kundenwunsch und -bedürfnissen werden Brackets oder das neueste Produkt des Unternehmens, transparente Kunststoffschienen, verwendet. Mitunter kommt auch eine Kombination der beiden zum Einsatz. Michael Steiner erklärt: „Mit unseren Schienen lassen sich beinahe alle Zahnfehlstellungen korrigieren, manchmal ist aber ein Zwei-Phasen-System sinnvoller. Dabei werden die Zähne mit Brackets für eine effektive Zahnschienen-Behandlung vorbereitet. Jedes System hat eben seine Vor- und Nachteile.“ 

Die digitalen Fertigungspläne werden aus Graz nach St. Veit geschickt, wo sie für die hauseigenen 3D-Drucker aufbereitet werden. Bis zu 24 Stunden benötigen die Drucker für das fertige Produkt, das schließlich – nach mehrstufiger Qualitätskontrolle unter etlichen Mikroskopen – als Systemlösung an den Arzt versandt wird. „Fehler sind in unserer Branche keine erlaubt. Die Qualität muss immer perfekt sein“, betont Elisabeth Moschik.


Dieser Artikel erschien in Ausgabe 3 der "Kärntner Wirtschaft". 

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