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Kärntner Biodiesel aus nachhaltiger Produktion

Nachhaltigkeit ist bei Biodiesel Kärnten nicht nur ein Schlagwort, sondern gelebte Firmenphilosophie. Das Arnoldsteiner Unternehmen erzeugt aus Altspeiseölen und Tierfetten rund 50.000 Tonnen Biodiesel pro Jahr. 

Ines Tebenszky
Pro Jahr werden von Biodiesel Kärnten in Arnoldstein 50.000 Tonnen Biodiesel aus Abfällen – überwiegend risikobehaftete Tierfette – hergestellt.
© Biodiesel Kärnten Pro Jahr werden von Biodiesel Kärnten in Arnoldstein 50.000 Tonnen Biodiesel aus Abfällen – überwiegend risikobehaftete Tierfette – hergestellt.
Für die einen ist es Abfall, für Biodiesel Kärnten ein wertvoller Rohstoff: Altspeiseöle, Tierfette oder Fettabscheiderfette. Denn Fettabfälle verarbeitet das Arnoldsteiner Unternehmen seit knapp 20 Jahren zu Biodiesel, 50.000 Tonnen pro Jahr werden produziert. Aus rund 95 Prozent des eingesetzten Materials entsteht unter strengen Qualitätskontrollen in allen Produktionsschritten der biologische, als nachhaltig zertifizierte Treibstoff, als Nebenprodukte fallen Bioheizöl, Kaliumsulfat, das als Dünger eingesetzt wird, und Glycerin an, das als technisches Glycerin etwa für Farben, Lacke, Kühl- oder Frostschutzmittel Verwendung findet. 

Die ersten Jahre seien nicht einfach gewesen, erinnert sich Geschäftsführer Peter Rudolf, schließlich habe man die Mineralölhändler gegen sich gehabt. „Aber die Firma Rudolf ist selbst Mineralölhändler und deshalb nicht blauäugig an die Sache he­rangegangen.“ Auch die unternehmerische Risikobereitschaft und Weitsicht der Firmengründer Erich Rudolf und Ewald Münzer seien für die positive Entwicklung wesentlich gewesen, wie Geschäftsführer Werner Stulier unterstreicht. „Es gab damals eine Studie, ob Raps oder Abfall das bessere Ausgangsprodukt für Biodiesel ist. Erich Rudolf hat sich entgegen der Studie für den Abfall entschieden, denn den gibt es immer.“ Verarbeitet werden also keine Lebensmittel wie Raps oder Soja. „Somit müssen wir auch keine Tank-gegen-Teller-Diskussion führen.“ 

Produziert wird der Biodiesel auf zwei Linien, in die insgesamt rund 32 Millionen Euro investiert wurden. Für die 17 Mitarbeiter ist es „kein 08/15-Job, sondern mit hoher Verantwortung und Abwechslung verbunden“, wie Stulier betont. Wie viele andere Unternehmen ist auch Biodiesel Kärnten aktuell auf Mitarbeitersuche, etwa für das Labor.

Während zu Beginn hauptsächlich Endverbraucher wie Transporteure oder große Agrarbetriebe den Biodiesel abgenommen haben, wird er heute verpflichtend dem Diesel beigemengt. „Aktuell liegt der Anteil von Biodiesel bei 6,75 Prozent – er erhöht sich aber ständig“, erklärt Rudolf. Beigemengt werde der Biodiesel etwa in Tanklagern oder Raffinerien in Triest, Venedig oder Koper. Abnehmer für Kärntner Biodiesel werden aber in einem Umkreis von rund 500 Kilometern beliefert – von Zagreb bis Mitteldeutschland, von Frankreich bis in die Slowakei. 
Auf dem Erfolg mit dem Biodiesel ruht sich das Unternehmen aber nicht aus, sondern arbeitet ständig an Neuerungen. Da das Nebenprodukt Glycerin ein Grundstoff für sogenannte advanced biofuels, also fortschrittliche Biotreibstoffe, ist, plant Biodiesel Kärnten im kommenden Jahr eine Glycerinaufbereitungsanlage zu errichten, vier bis fünf Millionen Euro sollen dafür investiert werden. „Begonnen haben wir mit Biodiesel, nun wollen wir auch aus den Nebenprodukten stärkere Wertschöpfung generieren“, blickt Stulier in die Zukunft.

Peter Rudolf mit Mitarbeiterin Verena Köchl, die nicht nur die Bewegungen am Firmengelände im Blick hat.
© Oskar Höher Peter Rudolf mit Mitarbeiterin Verena Köchl, die nicht nur die Bewegungen am Firmengelände im Blick hat.
Im Labor werden die Qualität der Rohstoffe, des Biodiesels und die Funktionsweise der Abwasseranlage geprüft (im Bild Werner Stulier). Derzeit werden Mitarbeiter gesucht.
© Oskar Höher Im Labor werden die Qualität der Rohstoffe, des Biodiesels und die Funktionsweise der Abwasseranlage geprüft (im Bild Werner Stulier). Derzeit werden Mitarbeiter gesucht.


Dieser Artikel erschien in Ausgabe 21 der "Kärntner Wirtschaft"

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