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Kärntens Tourismus voll Vorfreude, aber auch mit Sorgen vor dem Neustart

Kärntens Tourismusbetriebe scharren in den Startlöchern. Die große Vorfreude darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Politik noch einige Hausaufgaben zu erledigen hat – vom Ausbau der Teststraßen bis zu Details bei den Rahmenbedingungen.

Noch sechs Tage und etwa 18 Stunden – dann fährt Kärntens Tourismus wieder hoch.
© AdobeStock/Kalim
Noch sechs Tage und etwa 18 Stunden – dann fährt Kärntens Tourismus wieder hoch. „Wir sind motiviert bis in die Haarspitzen, die Hygienekonzepte sind umgesetzt und die Betriebe auf Hochglanz poliert“, bringt es Stefan Sternad, Obmann der WK-Fachgruppe Gastronomie, auf den Punkt. Sowohl UnternehmerInnen als auch MitarbeiterInnen können es kaum noch erwarten, bis am kommenden Mittwoch wieder Normalität in den Betrieben einzieht.

Im Hintergrund habe man die Hausaufgaben erledigt: So haben Wirtschaftskammer Kärnten, Land Kärnten und Kärnten Werbung eine digitale App für die Gästeregistrierung entwickelt: www.kaernten.at/registrierung. Da es den angekündigten „grünen Pass“ noch nicht gibt, werden die Eintrittskriterien (getestet, geimpft, genesen) „analog“ kontrolliert: Bescheide sind von Gästen auf Papier oder am Handy mitzuführen. „Wir hoffen hier auf eine gute Zusammenarbeit mit den Gästen. Es hilft nichts, mit unseren Mitarbeitern deshalb zu diskutieren, wir alle müssen die Regeln einhalten.“ Positiv sei außerdem, dass die Tourismus-MitarbeiterInnen im Impfplan vorgereiht wurden: 4.000 Kärntner Tourismusmitarbeiter wurden bereits geimpft, viele weitere Tausend haben bereits Impftermine für die kommenden Tage.

Regelung für private Feiern dringend nötig

Grundsätzlich sei die Stimmung also gut. „Meine Kolleginnen und Kollegen sagen alle dasselbe: Endlich geht es wieder los!“, berichtet Stefan Sternad. „Und was mich ganz besonders freut: Die Wertschätzung für unsere Branche hat ein Rekordhoch erreicht. Die vergangenen Monate haben gezeigt, wie wichtig die Gastronomie für unser soziales Leben ist. Hier trifft man sich, redet, lacht, isst und trinkt gut. Das ist unseren Gästen ebenso abgegangen wie uns Wirten!“ Speziell in Speiselokalen sei die Buchungslage bereits gut.

Wenig Freude habe man aber mit Hürden, die es speziell für private Veranstaltungen wie Geburtstagsfeiern, Hochzeiten oder Taufen noch immer gibt. „Es ist auch schwer zu verstehen, warum es kein sicheres Feiern für Getestete, Genesene oder Geimpfte beim Wirt geben sollte. Auch eine Registrierungspflicht für gastronomische Veranstaltungen könnten wir problemlos umsetzen“, sagt Sternad. Gefordert wird, dass es hier bald klare Vorgaben gibt. Die Ankündigung, ab 1. Juli wieder Feiern mit bis zu 200 Personen in Gastronomiebetrieben zu erlauben, sei zwar positiv, „aber gebucht oder abgesagt wird jetzt. Wenn wir nicht schnell Details bekommen, bringt uns das alles nichts.“ Derzeit sei die Verunsicherung der Gäste groß, private Feiern werden eher abgesagt als gebucht.

Zusätzlich hofft die Fachgruppe Gastronomie auf ein baldiges Ausdehnen der Sperrstunde. „Es gibt zahlreiche Gastronomiebetriebe in Kärnten, die einen Großteil ihrer Umsätze nach 22 Uhr erwirtschaften“, betont der Wirtesprecher. Zwar habe sich bereits im vergangenen Jahr gezeigt, dass die Gäste durchaus bereit sind, ihre abendlichen Pläne vorzuverlegen und früher in Bars oder andere Betriebe der Abendgastronomie kommen. „Aber 22 Uhr ist trotzdem zu früh. Ab 1. Juli muss die Sperrstunde zumindest auf 1 Uhr verlegt werden.“

Hotellerie: Gute Buchungslage, Skepsis wegen Tests in Betrieben

Die Buchungslage in Kärntens Hotellerie ist je nach Betriebsart unterschiedlich: Einzelne Full-Service-Anbieter (Hotellerie mit Voll- oder Halbpension) erwarten bereits für den Mai eine gute Auslastung. Speziell in den Seeregionen sei die Nachfrage bereits groß. Der Großteil der Betriebe berichtet über Zurückhaltung für Buchungen bis Ende Juni, aber große Nachfrage für Juli und August. Viele Betriebe, die ausschließlich Beherbergung oder Bed & Breakfast anbieten, starten überhaupt erst mit Anfang Juni in die Saison. „Insgesamt ist die Nachfrage seit Bekanntwerden der Öffnungsschritte stark gestiegen. Uns fehlt zwar noch der deutsche Reisemarkt, aber die Österreicherinnen und Österreicher scheinen heuer wieder großes Interesse am Urlaub in Kärnten zu haben“, sagt Sigismund Moerisch, Fachgruppenobmann der Hotellerie.

Die Stimmung bei den Betrieben sei insgesamt gut. „Der 19. Mai ist mit viel Hoffnung, Aufschwung und Vorfreude verbunden. Alle haben das Gefühl: Es geht jetzt wieder bergauf!“ Getrübt wird die Freude aber vor allem durch die geplanten Tests in den Betrieben. Moerisch: „Die Selbsttests unter Aufsicht sind gut gemeint, aber völlig ungeeignet für die Beherbergungsbranche. Wir haben weder die Kapazitäten noch die Möglichkeiten, um solche Tests zu beaufsichtigen. Was wir brauchen, ist ein Ausbau der öffentlichen Teststraßen – und diese müssen auch für ausländische Gäste kostenlos zugänglich sein.“ Mangelnde Planbarkeit sorgt für zusätzlichen Unmut. „Es bleiben nur mehr sechs Tage Zeit – und noch immer gibt es keinen gültigen Verordnungsentwurf. Das macht es für alle Beteiligten schwierig, verbindliche Maßnahmen für den 19. Mai zu setzen“, so Moerisch.

Sport- und Freizeitbetriebe: 20-Quadratmeter-Regelung als Problem

Ein Aufatmen geht auch durch die rund 1000 Kärntner Sport- und Freizeitbetriebe. Zu ihnen zählen Kinos, Solarien, Kletterhallen und Fitnessstudios über Fremdenführer und Campingplätze bis hin zu Tanzschulen, Wedding Plannern und Schaustellern. „Es waren lange und harte Monate. Wir freuen uns sehr, dass wir jetzt wieder öffnen können“, betont Fachgruppenobmann Andy Wankmüller.

Für den Neustart werde die Branche aber Unterstützung durch die Politik benötigen. Dringend gefordert wird eine Senkung des Mehrwertsteuersatzes auf fünf Prozent – wie bei Gastronomie und Hotellerie. „In Relation gesehen wäre das ein minimaler Betrag, der unseren Betrieben aber immens helfen würde“, so Wankmüller.

Außerdem müsse die geplante 20-Quadratmeter-Regelung überdacht werden. „Viele Betriebe können so nicht wirtschaftlich arbeiten. Stellen sie sich vor, in der Kletterhalle oder im Fitnesscenter muss jeder Besucher 20 Quadratmeter Platz bekommen – wie soll das funktionieren? Wir benötigen zumindest eine Änderung auf zehn Quadratmeter pro Kunde“, fordert Wankmüller. Speziell für Klein- und Mittelbetriebe, die unter diesen Rahmenbedingungen kaum wirtschaftlich arbeiten können, wird außerdem eine Fortführung der finanziellen Unterstützungsmaßnahmen gefordert. „Und natürlich wird eine massive Ausweitung der Teststraßen nötig sein. Wir können mit den Zutrittsregelungen leben, aber es muss passende Rahmenbedingungen geben“, fordert der Fachgruppenobmann der Kärntner Sport- und Freizeitbetriebe.

Rückfragen
Wirtschaftskammer Kärnten
Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft 
Wolfgang Kuttnig, M.A.S.
T 05 90 90 4-600
E wolfgang.kuttnig@wkk.or.at

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