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Kärntens Tankstellen schlagen Alarm: Aussetzung der Mineralölsteuer dringend nötig!

Die heimischen Tankstellenbetreiber fordern eine temporäre Aussetzung der Mineralölsteuer, um Pendler und Wertschöpfungskette zu entlasten. „Mobilität ist ein Grundbedürfnis und kein Luxus“, stellt Fachgruppenobmann Jürgen Scherzer klar.

Nahaufnahme Tankstutzen an einer Tankstelle
© Sandor Jackal - stock.adobe.com

Für die heimischen Tankstellenbetreiber bedeuten die hohen Treibstoffpreise vor allem eines: weniger Frequenz – und dadurch weniger Umsatz. „Unsere Betriebe profitieren von den massiv gestiegenen Preisen überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil: Wir erhalten immer dieselbe Summe je verkauftem Liter, egal wie hoch der Preis gerade ist“, klärt Jürgen Scherzer, Obmann der WK-Fachgruppe Garagen-, Tankstellen- und Serviceunternehmungen auf. Anders verhält es sich mit den Steuereinnahmen: Diese nehmen mit steigenden Treibstoffpreisen zu. „Es profitieren also vor allem Staat und Mineralölkonzerne von dieser Situation, während unsere Betriebe mit dem Rücken zur Wand stehen.“ Die aktuell hohen Preise sorgen nämlich dafür, dass weniger getankt wird beziehungsweise der Tanktourismus in Nachbarländer zunimmt.

Konkret setzt sich der Treibstoffpreis folgend zusammen (Stand: März 2022):

  • 54,5 % Einkaufspreis des Treibstoffes
  • 27 % Mineralölsteuer
  • 17 % Umsatzsteuer
  • 1 % Ertrag für den Tankstellenpächter (1 bis 1,5 Cent pro Liter)
  • 0,5 % Abgabe für Pflichtnotstandsreserve

Enorme Auswirkungen auf alle Lebensbereiche

Insgesamt habe die Frequenz an den Tankstellen in den vergangenen Wochen deutlich abgenommen. „Das bringt unsere Branche massiv unter Druck, da es bei uns aus betriebswirtschaftlicher Sicht vor allem auf die Menge der verkauften Liter ankommt“, so Scherzer. Er appelliert an die Bundesregierung, dringend Entlastungsmaßnahmen umzusetzen. Konkret schlägt er eine zeitlich begrenzte Aussetzung der Mineralölsteuer auf alle Kraftstoffe vor. „Dies wäre nicht nur für unsere Betriebe eine dringend notwendige Entlastung, sondern für alle Konsumenten und Unternehmen“, sagt der Fachgruppenobmann.

Andernfalls werden Grundversorgung und Mobilität im ländlichen Raum gefährdet. Jedes Produkt, das im Lebensmittelhandel verkauft wird, und jeder einzelne Ziegel, der auf Baustellen eingesetzt wird, habe einen gewissen Transportweg hinter sich. Durch die exorbitant gestiegenen Treibstoffpreise werden all diese Produkte auch teurer werden. Scherzer: „Nicht nur die Transportwirtschaft, die unsere Versorgung mit den Waren des täglichen Bedarfs sicherstellt, braucht leistbare Treibstoffpreise. Auch zur Gewährleistung von Arbeitsleistung und Wertschöpfungsketten sind diese essenziell: Speziell in Kärnten haben viele Arbeitnehmer keine andere Wahl als mit dem eigenen Auto in die Arbeit zu fahren.“ Im Sinne der gesamten Volkswirtschaft müsse die Regierung den massiven Preissteigerungen entgegenwirken: „Mobilität ist ein Grundbedürfnis und kein Luxus. Es muss jetzt schnell reagiert werden, um negative Auswirkungen auf alle Lebensbereiche zu verhindern.“

Rückfragen:
Wirtschaftskammer Kärnten
Fachgruppe Garagen-, Tankstellen- und Serviceunternehmungen
Mag. Lisa Pickelsberger
T 05 90 90 4-510
lisa.pickelsberger@wkk.or.at

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