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Kärntens Stiegenmacher auf der Treppe nach oben

Seit 35 Jahren ist die Tischlerei Rindlisbacher in Mühldorf als der „Stiegenmacher“ über die Grenzen Kärntens hinaus bekannt. Begonnen hat alles als Ein-Personen-Unternehmen in der Scheune des Vaters.

Seit 35 Jahren ist die Tischlerei Rindlisbacher in Mühldorf als der „Stiegenmacher“ über die Grenzen Kärntens hinaus bekannt. Begonnen hat alles als Ein-Personen-Unternehmen in der Scheune des Vaters.
© WKK/Sommeregger-Baurecht

„Am ersten Lehrtag habe ich gewusst, dass ich einmal selbstständig werde“, erzählt Kurt Rindlisbacher von der gleichnamigen Tischlerei in Mühldorf. Das Arbeiten mit Holz war schon immer seine große Leidenschaft und dieser sei er bereits in jungen Jahren gefolgt. Mit 23 Jahren wagte er den Schritt in die Selbstständigkeit und zählte zu den jüngsten Unternehmern des Landes. „Ich habe wirklich bei null begonnen“, erzählt der Tischler rückblickend. Sein Vater stellte ihm als Starthilfe ein leerstehendes Wirtschaftsgebäude in Lendorf zur Verfügung. Bald folgten der erste Mitarbeiter und 1985 die erste Messeveranstaltung des Betriebes in Spittal. Das Unternehmen wuchs und daher wurde 1997 die alte Lodenfabrik in Mühldorf erworben und zur neuen Produktionsstätte umgebaut. Der Betrieb richtete den Fokus fortan auf Geländer und Stiegen.

Heute zählt die Tischlerei 18 Mitarbeiter inklusive vier Lehrlingen. Fachkräftemangel sei bei Rindlisbacher kein Thema: „Bis auf eine Person haben wir alle unsere Mitarbeiter selbst ausgebildet.“ Das sei auch das Erfolgsgeheimis des Betriebes. Die Wertschätzung gegenüber jedem einzelnen Mitarbeiter und auch untereinander werde täglich gelebt und sei auch Teil des Unternehmensleitbildes. Nur auf dieser soliden Vertrauensbasis sei es etwa möglich, dass Lehrlinge im zweiten Lehrjahr selbst produ­zieren und die Verantwortung für ihre Werke tragen.

Die Beratung steht im Vordergrund

Auf den 1800 Quadratmetern in Mühldorf ist auch ein Schauraum mit über 70 Geländer- und Stiegenmodellen untergebracht. Hier können sich Kunden Inspirationen holen, um sich selbst ein konkreteres Bild von ihrem Bauvorhaben zu machen. „Dabei stehe das Beraten an erster Stelle“, betont Benjamin Rindlisbacher. Der Sohn und Nachfolger von Kurt Rindlisbacher ist seit zehn Jahren im Betrieb und bestrebt, den Weg des Vaters weiterzugehen. „Wir möchten den Kunden dabei helfen,  eine Entscheidung zu treffen, und ihn nicht zu einem Kauf über­reden. Unsere Produkte sind ­immerhin Investitionen, die dich ein Leben lang begleiten“, erzählt der Juniorchef.

Der Plan scheint aufzugehen. Jedes Jahr werden über 200 Stiegen und Geländer produziert. 30 Prozent der Kunden sind Partner, von Architekten über Baufirmen bis hin zur Strabag. 70 Prozent der Kunden stammen aus dem pri­vaten Bereich. Aktive Werbung gebe es keine, der Betrieb lebe von der persönlichen Weiterempfehlung. Die Nachfrage komme aus ganz Österreich, Südtirol bis Süddeutschland und nehme weiter zu. Ein Grund für den Zuspruch sei das Umdenken der Menschen. „Der Kunde weiß Qualitätsarbeit und natürliche Rohstoffe mehr denn je zu schätzen“, sagt der Seniorchef. Im Trend lägen derzeit vor allem Eiche und Altholz in Kombination mit Stahl und Glas. Besonders beliebt seien rustikale Oberflächen mit Struktur. „Alles Einzelstücke mit einem Güte­siegel auf Lebenszeit“, berichtet Benjamin Rindlisbacher stolz. Vom Erstgespräch
bis zur Montage vergehen durchschnittlich zwei Monate. In vielen Fällen gelingt es, bereits beim Erstgespräch einen Entwurf zu zeichnen  und direkt im Anschluss mit der Produktion zu beginnen. Entscheidend sei dabei, dass der Informationsfluss direkt an die Mitarbeiter gehe, um die genauen  Vorstellungen des Kunden umsetzen zu können.

Dabei würden sich die Anfragen nach Möbeln häufen. Eine Entwicklung, die Kurt Rindlisbacher freut: „Ich habe mit Möbeln begonnen – jetzt diesen Bereich weiter auszubauen, damit würde sich der Kreis wieder schließen.“

Interview mit Kurt Rindlisbacher

„Kärntner Wirtschaft“: Was macht gelebtes Unternehmertum aus?

Kurt Rindlisbacher: In erster Linie  geht es darum, mutig Entscheidungen zu treffen und so auch für viele Mitarbeiter und die gesamte Region die Zukunft zu sichern. Ich liebe es aber ebenso, Ideen zu Papier zu bringen und dann in die Realität umzusetzen.

Für welche Werte hat ein Unternehmen zu stehen?

Bei uns im Betrieb ist es die Wertschätzung jedes einzelnen. Wir versuchen so gut es geht unsere Mitarbeiter dabei zu unterstützen, dass sie frei im Kopf und mit sich und ihrer Arbeit zufrieden sind.

Ihr Wunsch an die politischen Entscheidungsträger?

Ich denke, wir müssen in der Bildung ansetzen. Es herrscht noch immer das Bild vor, Kinder etwas „Vernünftiges“ lernen zu lassen  und die schulische Ausbildung etwa einer Lehre vorzuziehen. Im Sport oder der Musik werden Talente hingegen sehr früh entdeckt und gefördert. Auch handwerk­liches Talent sollte so früh wie möglich unterstützt werden.

Wie stehen Sie zum Standort Kärnten?

Man kann in jeder Region erfolgreich werden, Durchhaltevermögen ist grundsätzlich wichtig.

In meinem nächsten Unternehmerleben würde ich ...

... wieder Tischler werden.

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