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Kärntens Rauchfangkehrer verhinderten viele Kaminbrände

Kärnten ist das einzige Bundesland, das engmaschige Brandschutzkontrollen durch die Feuerbeschau vorsieht. Das macht sich bezahlt: Die Brandschäden sind in den vergangenen Jahren deutlich gesunken.

Feuerbeschau macht Sinn, bringt Sicherheitsgewinn: stv. Innungsmeister Bernhard Gritsch, WK-Innungsmeister Michael Verderber und Dietmar Schreier vom Landesfeuerwehrverband.
© WKK/studiohorst

Brennbare Russbeläge in Kaminen werden im Fachjargon als „Verpechungen“ bezeichnet. Diese können beispielsweise durch Mängel bei der Feuerstätte, durch Verbrennungsluftmangel oder die Verwendung von zu feuchtem Holz als Brennstoff entstehen. Das Gefährliche daran: Die Ablagerungen können zu Kaminbränden führen. „Im Vorjahr hat es kärntenweit rund 100 Kaminbrände aufgrund von Verpechungen gegeben“, berichtete Michael Verderber, Landesinnungsmeister der Kärntner Rauchfangkehrer, beim heutigen Pressegespräch.

Ohne der Arbeit der 40 Kärntner Rauchfangkehrerbetriebe, die für etwa 172.500 Gebäude mit circa 301.000 Wohnungen in Kärnten zuständig sind, hätten es weit mehr sein können: In rund 800 Kaminen wurden die brennbaren Russbeläge nämlich von den Fachmännern und -frauen entfernt. „Es gehört zu unserer Arbeit, die Rauchfänge auf Verpechungen zu kontrollieren. Im Zuge der regelmäßigen Rauchfangkehrerarbeiten haben wir rund 800 Verpechungen erkannt und entfernt“, so Verderber. Dafür wurde vor allem die Methode des Rauchfangausschlagens angewandt. In seltenen Fällen wurden die Beläge durch gezieltes Entzünden entfernt.

„Insgesamt waren also etwa ein Prozent aller mit Festbrennstoffen benützten Abgasanlagen verpecht. In etwa 0,1 Prozent ist es zur Selbstentzündung dieser Pechbeläge gekommen“, fasste der Landesinnungsmeister zusammen. Eine erfreuliche Bilanz, die aber noch weiter verbessert werden könnte: „In manchen Fällen werden bauliche Veränderungen an oder in Gebäuden vorgenommen, die Auswirkungen auf Feuerstätten und Kamine haben. Auch die Nutzungsänderung von Räumen kann zu geänderten Mindestabständen von brennbaren Stoffen zu Kaminen führen. Auf Nummer sicher geht man mit der Beratung durch die Kärntner Rauchfangkehrer.“ Generell besteht die gesetzliche Anforderung an Abgasanlagen (Kamine), dass sie bei Verwendung von festen Brennstoffen russbrandbeständig sein müssen. Das heißt, sie müssen einen Russbrand gefahrlos überstehen können, sofern sie ordnungsgemäß verbaut und verwendet werden.

Folgende Hauptursachen gibt es für Verpechungen:

  • Die Verwendung von zu feuchten biogenen Brennstoffen. Holz muss beispielsweise zwei Jahre unter trockenen, gut belüfteten Verhältnissen sowie in der richtigen Stückgröße gelagert werden – bis es einen Feuchtigkeitsgehalt von etwa zehn bis fünfzehn Prozent hat.
  • Die Verbrennung unter Verbrennungsluftmangel. Dies kann beispielsweise passieren, wenn die Verbrennungsluftzufuhr zu früh unterbunden wird oder die Feuerstätte in Räumen ohne ausreichende Luftzufuhr aufgestellt wurden.
  • Die Verwendung ungeeigneter Feuerstätten oder Verbindungsstücke sowie die Verwendung von falsch dimensionierten Abgasanlagen.
  • Durch den Betrieb nicht ordentlich gereinigter Feuerstätten und Verbindungsstücken kommt es zu Querschnittsvermengungen und schließlich auch zu nicht ausreichender Verbrennungsluftzufuhr.

Die häufigsten Mängel im Jahr 2019

Kärntens Rauchfangkehrer entdeckten noch zahlreiche weitere Mängel im Zuge ihrer Überwachungs- und Kontrollaktivitäten, für die sie aufgrund der Kärntner Gefahren- und Feuerpolizeiordnung, der Kärntner Bauordnung sowie der Durchführungsverordnung des Kärntner Heizanlagengesetzes und der Kärntner Heizanlagenverordnung verantwortlich sind. Insgesamt wurden 27.645 Mängel bei 39.000 Überprüfungen festgestellt.

Damit wurde ein wichtiger Beitrag zur Sicherheit der Kärntnerinnen und Kärntner geleistet. Hier sei man Vorreiter, wie Michael Verderber betonte: „Kärnten ist das einzige Bundesland, das engmaschige Brandschutzkontrollen durch die Feuerbeschau vorsieht. Und der positive Effekt ist klar zu erkennen: Die Brandschäden sind durch die Behebung der aufgezeigten Mängel in den letzten Jahren deutlich gesunken. Das zeigt, wie wichtig die Arbeit des Rauchfangkehrers sowie die Einhaltung von regelmäßigen Kontrollen ist.“

Rauchwarnmelder sind gesetzlich vorgeschrieben

Neben der Feuerbeschau ist auch die gute Zusammenarbeit von Rauchfangkehrern und Feuerwehr ein wesentlicher Grund für geringe Anzahl an Feuerwehreinsätzen. „Wir besprechen gemeinsam die Probleme der Konsumenten und suchen nach praktikablen Lösungen. So können wir im Vorfeld viele Gefahrenherde beseitigen“, erklärte Dietmar Schreier, Leiter der Abteilung Feuerpolizei und Brandverhütung des Kärntner Landesfeuerwehrverbandes.

Er weist außerdem darauf hin, dass Rauchwarnmelder seit 2013 verpflichtend in Wohnräumen zu installieren sind. Vorgeschrieben ist dies in der Kärntner Gefahrenpolizei- und Feuerpolizeiordnung. „Es gibt leider immer noch Wohnungen ohne Rauchwarnmelder. Ich kann nur an die Bevölkerung appellieren, dieses Thema ernst zu nehmen. Denn Rauchwarnmelder sind nicht nur gesetzlich vorgeschrieben, sondern retten Leben“, so Schreier. 

Die wichtigsten Infos im Überblick:

  • Seit 2013 sind Rauchwarnmelder in Ein- und Mehrfamilienhäusern, Eigentumswohnungen, Ferienwohnungen, Villen und sonstigen abgeschlossenen Einheiten für Wohnzwecke anzubringen.
  • Laut Gesetz müssen diese nur innerhalb von Wohnungen und hier nur in den Aufenthaltsräumen sowie entlang der Fluchtwege (Gänge, Vorräume) installiert werden.
  • Als Aufenthaltsräume gelten Räume, in denen sich Personen längere Zeit aufhalten, das sind insbesondere Schlaf- und Wohnräume. Abstellräume und Sanitärräume zählen nicht dazu.
  • Obwohl die Küche als Aufenthaltsraum gilt, wurde diese vom Gesetzgeber aufgrund der vorhersehbaren, hohen Wahrscheinlichkeit von Fehlauslösungen durch Kochtätigkeiten vom Installationsumfang ausgenommen. Steht die Küche in offener Verbindung mit dem Wohnraum, ist der Rauchwarnmelder möglichst weit entfernt von der Kochstelle im Wohnbereich zu installieren.
  • In Stiegenhäusern von Mehrparteienhäusern besteht keine Verpflichtung zur Installation von Rauchwarnmeldern.
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Kärnten
Landesinnung der Rauchfangkehrer
Mag. Manfred Zechner
T 05 90 90 4-100
E manfred.zechner@wkk.or.at

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