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Kärnten bei der Lehre Österreich-Spitze!

Die Lehre als zukunftsträchtige Ausbildungsform ist wieder im Kommen: Kärnten führt die Trendwende mit einem Plus von 6,5 Prozent bei den Lehrlingszahlen (Österreich: + 3,1 Prozent) sogar an.

Nationalratsabgeordneter Peter Weidinger und WK-Präsident Jürgen Mandl sind sich einig: Die Lehre ist eine zukunftsträchtige Ausbildungsform
© WKK/Studiohorst Nationalratsabgeordneter Peter Weidinger und WK-Präsident Jürgen Mandl sind sich einig: Die Lehre ist eine zukunftsträchtige Ausbildungsform

Über viele Jahre war die Lehre das Stiefkind unter den Ausbildungsformen mit Jahr für Jahr rückläufigen Zahlen. Nun hat Kärnten bei der Lehrausbildung nicht nur die Trendwende geschafft, sondern ist sogar Spitzenreiter der österreichischen Bundesländer. Das hat mit einem Bewusstseinswandel in der Bevölkerung zu tun, aber mindestens ebenso viel mit akribisch gemachten Hausaufgaben, unterstrichen heute der neue Kärntner Abgeordnete zum Nationalrat, Peter Weidinger, und Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl: "Wir haben es geschafft, die Akzeptanz der Lehre deutlich zu heben."
 



Kärnten führt: Österreichweit größtes Plus
bei Lehranfängern in Betrieben (+ 9,3 Prozent)
Die Anzahl der Lehrlinge im 1. Lehrjahr ist in Kärnten um 6,5 Prozent (Ö-Schnitt + 3,1 Prozent) gestiegen ist. Betrachtet man nur die Ausbildung in den klassischen Lehrbetrieben (ohne die Ausbildungsverhältnisse mit überbetrieblichen Ausbildungseinrichtungen wie WIFI, BFI etc.) zeigt sich ein noch positiveres Bild, nämlich ein Plus von 9,3 Prozent ­- der Spitzenwert unter den Bundesländern, der Ö-Schnitt beträgt nur + 4,1 Prozent. Mandl: "Der Anteil der Lehranfänger am hauptsächlich relevanten Geburtenjahrgang 2002 ist im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls stark angestiegen, nämlich um 4,4 Prozent und betrug in Kärnten 47,3 Prozent. Folglich ist der massive Anstieg bei den Lehrlingen im ersten Lehrjahr nicht auf eine größere Anzahl an 15-Jährigen als klassische Lehranfänger zurückzuführen, sondern insbesondere darauf, dass sich wieder ein größerer Anteil der Pflichtschulabgänger - und so viele wie nie in den letzten Jahren - für eine Lehre entschieden hat. Das ist für den Wirtschaftsstandort sehr erfreulich."
 
Die Tatsache, dass die Zahl der 15-Jährigen (lt. entsprechendem Geburtenjahrgang) in den nächsten Jahren - nachdem in den vergangenen sieben Jahren ein Minus von über 20 Prozent zu verzeichnen war - relativ konstant bleibt, trägt ebenfalls zu einem positiven Ausblick bei. "Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang auch die steigende Ausbildungsbereitschaft der Kärntner Unternehmen, die einen enorm wichtigen Beitrag zur Qualifizierung unserer Jugend und zur Sicherung des Kärntner Fachkräftenachwuchses leisten", unterstrich Mandl.
 
Neue Fachkräfte für die Kärntner Unternehmen
2475 Kandidaten haben im Jahr 2017 ihre Lehrabschlussprüfungen positiv absolviert. 1001 davon sogar mit Auszeichnung oder gutem Erfolg. Die Erfolgsquote der Kärntner Lehrlinge liegt dabei klar über dem Österreichschnitt. Die hohe Ausbildungsqualität der Kärntner Unternehmen zeigt sich auch daran, dass die Kärntner Lehrlinge im Vorjahr 13 Top 3-Plätze bei diversen Bundeslehrlings- bzw. Staatsmeisterschaften erringen konnten.
 
Kärntner Lehrstellenmarkt: herausfordernde Lehrlingssuche
Insbesondere aufgrund des in Kärnten massiven Rückgangs der (an der Geburtenanzahl gemessen) Anzahl an 15-Jährigen (über 20 Prozent alleine in den letzten sieben Jahren) ist für die Kärntner Betriebe die Besetzung ihrer Lehrstellen bereits seit einigen Jahren vielfach herausfordernd. Laut einer Studie beurteilen gut zwei Drittel der Unternehmen die Lehrlingssuche als zumindest eher schwierig. Dies wird durch die Entwicklung der entsprechenden AMS-Zahlen bestätigt. Standen im März 2017 noch 1,5 Lehrstellensuchende einer sofort verfügbaren Lehrstelle gegenüber, ist es aktuell nur mehr ein Lehrling. Diese Entwicklung ist vorwiegend darauf zurückzuführen, dass das Lehrstellenangebot mit dem Rückenwind der guten Konjunktur wieder merklich im Steigen begriffen ist. Mit aktuell alleine beim AMS gemeldeten 462 sofort verfügbaren Lehrstellen ist ein Zuwachs von 53 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. Die Zahl der Lehrstellensuchenden hingegen ist um 3,7 Prozent gesunken.
 
Bemühungen der WKK tragen Früchte
Laut mehreren Befragungen ist der Fachkräftemangel das bestimmende wirtschaftspolitische Standortthema der Kärntner Unternehmen. Diverse Studien prognostizieren in den nächsten Jahren eine massive Lücke an über die Lehre qualifizierten Fachkräften. Mandl: "Es bedarf daher eines gemeinsamen Kraftaktes der wichtigsten Player und der Politik, um dieser zentralen Herausforderung entgegenzutreten." Die Wirtschaftskammer Kärnten ist sich ihrer dabei wesentlichen Rolle bewusst, bringt sich gestalterisch ein und setzt seit Jahren vielzählige Aktivitäten zur Sicherung des Fachkräftenachwuchses. Dazu gehören u.a.:

  • Test- und Ausbildungszentrum (TAZ)
    Über 20.000 Jugendliche (80 Prozent aller Jugendlichen in Kärnten) wurden bereits im topmodernen Testcenter auf ihre Stärken und Talente getestet. Unternehmen werden vom TAZ auch bei der Lehrlingsauswahl unterstützt, indem sie ihre Anforderungsprofile an zukünftige Lehrlinge hinterlegen können.
  • Talenteakademie
    Wir fördern unsere talentiertesten Lehrlinge, die eine wichtige Botschafterrolle für die duale Ausbildung einnehmen, indem wir sie auf Staats-, Europa- und Weltmeisterschaften vorbereiten. Auch die Wahl zum Lehrling des Jahres wird von der Talenteakademie organisiert.
  • Berufsorientierung
    Eine wesentliche Zielsetzung der Wirtschaftskammer Kärnten ist es auch, im Zuge der frühzeitigen Berufsorientierung bei möglichst allen Jugendliche und Eltern endlich das Bewusstsein für die Vorzüge, die Vielfalt und die Top-Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten, die eine Lehrausbildung bietet, zu schaffen. Messeauftritte, Vorträge bei Elternabenden, Infoveranstaltungen für Berufsorientierungslehrer, die WK-Imagekampagne "Du bist genial" und unzählige Aktivitäten der Fachorganisationen sollen dazu beitragen.
     
  • Beratung, Unterstützung und Förderung der Lehrbetriebe
    Die Lehrlingsstelle der WKK bietet aktiven und zukünftigen Lehrbetrieben umfassende persönliche Beratungsleistungen z.B. zu Rechtsfragen oder neuen Berufsbildern und hilft u.a. über die mit dem AMS gemeinsam organisierte Lehrstellenbörse und die Schnupperbörse bei der Suche nach geeigneten Lehraspiranten. Zusätzlich wickelt das Förderreferat der Lehrlingsstelle die Lehrbetriebsförderung für den Bund ab, berät Unternehmen umfassend und individuell über die vielfältigen Fördermöglichkeiten und zahlt an die ausbildenden Betriebe jährlich rund 10.000.000 Euro an Bundesförderungen aus.
     
  • "Lehre nach Matura" als Antwort auf den Fachkräftemangel
    Ein wesentlicher Eckpfeiler der Bemühungen ist es auch, bestimmte Zielgruppen verstärkt für die Lehre zu begeistern. In Österreich/Kärnten absolvieren derzeit nur zwei Prozent der Maturanten nach ihrer schulischen Ausbildung eine praxisorientierte Lehrausbildung und machen sich auf diese Art zukunftsfit. Das große Potential dieses Karrierewegs zeigt die Tatsache, dass sich in Deutschland über 20 Prozent der Abiturienten für eine duale Ausbildung entscheiden. Mandl: "Unser Ziel ist es, auf Grundlage des bereits erhobenen - und erfreulicherweise sehr großen - Lehrstellenpotentials für Maturanten aktiv an der Schaffung und Gestaltung eigener Berufsschulklassen mitzuwirken und u.a. über eine Informationskampagne sowie Infoveranstaltungen an den Schulen die Maturanten von den Vorzügen dieser Ausbildungskombination zu überzeugen."

Das Lehrberufspaket der Bundesregierung
Das System Lehre ist ein ungebrochenes Erfolgsmodell und trägt wesentlich dazu bei, dass Österreich traditionell eine im EU-Raum vergleichsweise sehr niedrige Jugendarbeitslosigkeit aufweist. NAbg. Peter Weidinger, Mitglied im zuständigen Parlamentsausschuss für Forschung, Innovation & Digitalisierung: "Die Tatsache, dass unsere Jugendlichen bei den Euro- und World-Skills stets die vordersten Plätze einnehmen, ebenso wie jene, dass rund 50 Prozent der Unternehmer ihre Karriere mit einer Lehre gestartet haben, zeigt die große Leistungsfähigkeit der dualen Ausbildung und deren Bedeutung für den Wirtschaftsstandort. Jetzt geht es darum: Wie schaffen wird die Transformation der Gesellschaft in das Zeitalter der Digitalisierung?"
 
Entscheidung im Ministerrat
Das Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) hat im Frühjahr eine Lehrlingsoffensive gestartet, die schon im Herbst in die Umsetzung gehen soll. "Ziel der Initiative ist es, die neuen Chancen der Digitalisierung mit dem bewährten Konzept der dualen Ausbildung zu vereinen, um Fachkräfte auszubilden, neuen Herausforderungen zu begegnen und Österreich zur einer ,leading digital nation' zu machen", erklärte Weidinger.
In einem ersten Schritt werden 13 neue Berufsbilder geschaffen. Die entsprechende Verordnung tritt mit 1. Juni in Kraft, der Ausbildungsbetrieb für die neuen Lehrberufe startet ab dem kommenden Ausbildungsjahr im Herbst 2018. Folgende Lehrberufe werden adaptiert bzw. neu geschaffen:

  • Bautechnische Assistenz NEU
  • Chemieverfahrenstechnik
  • E-Commerce-Kaufmann/-frau NEU
  • Glasverfahrenstechnik NEU
  • Maskenbildner/-in NEU
  • Medienfachmann/frau
  • Polsterer/in
  • Rauchfangkehrer/in
  • Steinmetz/in
  • Steinmetztechnik NEU
  • Tierärztliche Ordinationsassistenz NEU
  • Zahntechnik
  • Zahntechnische Fachassistenz NEU

Das Ziel: Die Lehre attraktiver machen
Neben der Schaffung neuer, zeitgemäßer Berufsbilder und der Modernisierung einiger bestehender Ausbildungswege gibt es laut Weidinger noch weitere Bestrebungen, um die Lehre wieder attraktiver zu machen. Dazu gehört die Verbesserung der Mobilität und Vermittlung von Lehrlingen forcieren: Jugendliche und Betriebe sollen besser zusammengeführt, die überregionale Lehrstellenvermittlung ausgebaut werden. Darüber hinaus will Weidinger aber auch die Durchlässigkeit und internationale Sichtbarkeit erhöhen: "Das Motto lautet ,Vom Meister zum Bachelor'. Das erhöht das Ansehen der Lehre, schafft internationale Vergleichbarkeit und erleichtert die nationale Durchlässigkeit. Die Lehre muss ein Zukunftsweg sein und keine Einbahnstraße!" Durch die getroffenen Maßnahmen erfahre die Lehre eine enorme Aufwertung, die den jungen Menschen die Sicherheit gebe, auf dem Arbeitsmarkt von morgen bestehen zu können. Weidinger: "Damit steht jeder Karriereweg offen, alles Möglichkeiten für ein sinnerfülltes Berufsleben sind gegeben."
 
Anhang: Lehre in Kärnten
Beliebteste Lehrberufe:
In der Beliebtheitsskala liegen bei den Mädchen die Berufe Einzelhandelskauffrau (705), Friseurin und Perückenmacherin (Stylistin) (243), Bürokauffrau (188), Restaurantfachfrau (158) und Verwaltungsassistentin (108) an der Spitze. Bei den Burschen Metalltechniker (780), Elektrotechniker (555), Kraftfahrzeugtechniker (489), Einzelhandelskaufmann (347) und Koch (227). Der Anteil jener, die in einem der 5 beliebtesten Burschen bzw. Männerberufe ausgebildet wurden, lag bei den Mädchen bei 54,5 und bei den Burschen bei 52,9 Prozent.
 
Lehrlinge nach Bezirken:
Klagenfurt 1588, Spittal 1093, Villach 1092, Wolfsberg 845, St. Veit 670, Völkermarkt 440, Villach Land 420, Feldkirchen 385, Klagenfurt Land 319, Hermagor 238
 
Lehrbetriebe nach Bezirken:
Klagenfurt 471, Spittal/Drau 404, Villach 324, Wolfsberg 243, St. Veit 233, Villach Land 177, Völkermarkt 160, Klagenfurt Land 143, Feldkirchen 129, Hermagor 112
 
 Lehrlinge nach Sparten:
Gewerbe und Handwerk - 3148 (44,4 Prozent)
Handel  - 1193 (16,8 Prozent)
Industrie - 882 (12,4 Prozent)
Tourismus und Freizeitwirtschaft - 782 (11 Prozent)
Information und Consulting - 119 (1,7 Prozent)
Bank & Versicherung - 58 (0,8 Prozent)
Transport & Verkehr - 52 (0,7 Prozent)
Sonstige Lehrberechtigte und Überbetriebliche Lehrausbildung - 856 (12,2 Prozent)
 
Lehrbetriebe nach Sparten + Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr:
Gewerbe und Handwerk - 1238 (VJ 1266 = - 2,2 Prozent)
Handel - 330 (VJ 332= - 0,6 Prozent)
Industrie - 91 (VJ 85 = + 7,1 Prozent)
Tourismus und Freizeitwirtschaft - 272 (VJ 260 = + 4,6 Prozent)
Information und Consulting - 89 (VJ 80 = +11,3 Prozent)
Bank und Versicherung - 18 (VJ 18)
Transport und Verkehr - 21 (VJ 20 = + 5 Prozent)
Sonstige Lehrberechtigte und
überbetrieblichen Ausbildungseinrichtungen - 169 (VJ 161 = + 5 Prozent)

Hintergrund 
Derzeit befinden sich österreichweit 106.613 Lehrlinge in Ausbildung (- 0,3 Prozent), davon 33.721 im 1. Lehrjahr (+ 3,1 Prozent). In ganz Österreich haben aktuell mehr als zwei Drittel der Unternehmen Probleme, Stellen mit qualifiziertem Fachpersonal zu besetzen. Jedes zweite Unternehmen beklagt bereits Umsatzeinbußen aufgrund des Fachkräftemangels. Die Ursachen:

  • In Österreich gibt es 200 verschiedene Lehrberufe, aber 44 Prozent der Frauen entscheiden sich für drei (Handel, Friseur, Büro)
  • Nur ein Drittel der Lehrlinge ist weiblich
  • Nur 5 Prozent der Lehranfänger sind 21 Jahre oder älter
  • Nur 9,2 Prozent aller Lehrlinge machen Lehre mit Matura
 
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Kärnten
Berufsausbildung, Lehrlingsstelle, Meisterprüfungsstelle, Ingenieur-Zertifizierungsstelle
Mag. Benno Tosoni
T 05 90 90 4 - 850
E benno.tosoni@wkk.or.at

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