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Kärnten, Bali und retour

Etwas Einzigartiges zu schaffen ist nicht besonders einfach. Es braucht dafür schon eine gewisse Portion Mut und Kreativität. Chiara Ambrusch hat sich mit 23 Jahren selbstständig gemacht und ist heute mehr als zufrieden mit ihrer Entscheidung. Die junge Unternehmerin hat nie aufgehört, ihre Visionen umzusetzen – und das mit vollen Erfolg, wie sie selbst sagt.

Jungunternehmerin Chiara Ambrusch
© Anja Koppitsch Jungunternehmerin Chiara Ambrusch

Seit fast sieben Jahren ist Chiara Ambrusch nun selbständig. Sie führt den erfolgreichen Store „lil’fame“ in Klagenfurt. Zuvor hat sie sich in der Eventbranche und Dekoration einen Namen gemacht. Ihr Shop dankt ihr dieses wunderbare Können: die Liebe fürs Detail findet man hier in jeder Ecke.

Vor drei Jahren kam Chiara die Idee, in die Modebranche zu wechseln. „Ich wollte zuerst nur Fashionparties bei Freundinnen zu Hause organisieren. Das Ganze war wie eine „Tupperparty“, allerdings mit Fashion & Accessoires. So sind wir zu Beginn mit einem Auto, einige Monate später bereits mit einem LKW, zu unseren Kundinnen nach Hause gefahren, um Ihnen dort die Möglichkeit zu geben, Kleidung im Kreise ihrer Freundinnen und in einer gewohnten Umgebung - mit ein paar Gläschen Prosecco und kleinen Häppchen - anzuprobieren und auszusuchen. Zusätzlich waren wir dann auch auf Märkten und Festivals unterwegs“, so Chiara. Auch am Wochenende fand man sie mit einem kleinen Stand im Klagenfurter Strandband. Durch all diese Aktionen konnte sie den Bekanntheitsgrad von lil’fame sehr rasch steigern.  

Mit der Zeit wollten die Kunden dann auch abseits der Parties die Sachen probieren und durchschauen, sodass sie sich bald entschlossen, einen Showroom in Klagenfurt zu eröffnen, der exklusiv für ihre Kunden und nur auf Anfrage geöffnet werden sollte. Die Parties hätten künftig auch in diesem Showroom, der ersten Boutique in Klagenfurt, stattfinden sollen. Nach dem Versuch, den Laden an zwei Tage regulär zu öffnen, musste sie sehr schnell erkennen, dass die Anfragen gestiegen waren. Im Juni 2020 entschloss sie sich, in die Klagenfurter Fußgängerzone umzuziehen.

Momentan bestückt Chiara Ambrusch auch einen Pop-up Store in Wien. „Freunde von mir betreiben die Eventlocation ‚Studio67‘ in Wien. Normalerweise finden hier an etwa 300 Tage im Jahr Privat- und Firmenevents statt. Aufgrund des momentanen Veranstaltungsverbots haben sich die Betreiber deshalb überlegt, vorübergehend diesen Pop-Up Store für lil’fame zu machen.“ Chiara lacht und ergänzt: „Da schaut natürlich wieder der unternehmerische Überlebensgeist hervor. Statt Langeweile und schlechter Stimmung muss man einfach etwas Neues ausprobieren.“ 

Nicht immer ist alles geplant

Ihren Werdegang hatte Ambrusch nie so geplant. Doch besonders wichtig war und ist ihr die flexible Arbeitszeit und die freie Zeiteinteilung, nicht an fixe Arbeitstage oder Arbeitszeiten gebunden zu sein. Chiara lacht und erzählt, dass sie auch manchmal ein richtiger Sturkopf sein kann und möchte immer ihre Vorstellungen im Kopf so umsetzen, wie sie ihr gefallen. „Ich habe es relativ früh gemerkt, dass ein Angestelltenverhältnis weder für Chef noch für mich angenehm ist.“ Das Reisen ist ihr wichtig, da sie mittlerweile Ware auch aus Bali, Istanbul und Marokko bezieht - dies lässt sich auch perfekt mit der Arbeit kombinieren.  Natürlich wollen wir auch wissen, welchen Beruf sich die junge Unternehmerin als Kind eigentlich für sich vorgestellt hat. War es immer schon ihr Wunsch, in der Modewelt Fuß zu fassen? Nein, ganz im Gegenteil, Chiara wollte eigentlich etwas Anderes: „Lustig, darüber habe ich gerade vor wenigen Tagen nachgedacht. Ich wollte immer OP-Schwester werden. Aber nachdem ich bei meinem ersten Schulpraktikum, im Unfallkrankenhaus in Klagenfurt, beim Zuschauen einer Erstversorgung von einem Patienten fast umgekippt bin, musste ich leider einsehen, dass dies vielleicht nicht der perfekte Weg für mich sein kann.“

v.l.n.r.: Chiara ist besonders den
© Anja Koppitsch v.l.n.r.: Chiara ist besonders den "Babes" Yasmin Bischof mit Carmen Pletschko-Tauschitz (Firma Sopherl & Mitzi), Susi Kos (Inhaberin von Wunschkristall Armbändern) und Stiefmama Elke Eineter für ihre Unterstützung dankbar.

Sie hat geschafft, was sich viele wünschen: ein gewisses Maß an Unabhängigkeit. „Arbeiten muss man zwar jeden Tag ein bisschen, aber ich kann auch locker mal drei bis vier Wochen nicht in Klagenfurt sein. Nur die Vorplanung und ein tolles Team lassen sowas zu. So kann ich Urlaub und Arbeit auch perfekt kombinieren und das macht meiner Meinung nach Selbstständigkeit so besonders. Vor allem wenn man in Bali am Strand sitzen kann – mit dem Laptop am Schoß.“

Natürlich gibt es Momente, wo Ambrusch gerne mit einem ihrer Angestellten tauschen möchte: Zahlungen an das Finanzamt oder SVS. „Ich frage mich schon manchmal, wofür man arbeitet, wenn man die Zahlungen an den Staat so anschaut. Aber naja, so hat eben alles seine Vor- und Nachteile. Ich möchte aber jedenfalls nicht mehr tauschen“, steht die junge Unternehmerin hinter ihrer Entscheidung.  

Die Schönheit der Welt

„Wir haben viele schöne und außergewöhnliche Dinge von vielen schönen Orten dieser Welt. Ich denke, die bekommt man sonst nirgendwo. Auch die Liebe zum Detail bei der Einrichtung unseres Geschäfts. Ich finde, wir haben uns mit viel Liebe und Besonderheiten eingerichtet. Wir wollen ein bisschen das Gefühl von Urlaub vermitteln, wenn man unsere Boutique betritt.“ 

Währen der Corona-Zeit hat sich Ambrusch vor allem auf den Onlinehandel konzentriert. „Wir haben es leider noch nicht geschafft, einen Online-Shop aufzubauen, doch wir verkaufen einiges über Instagram. Vor allem beim ersten Lockdown im März haben wir versucht, uns von den anderen abgehoben. Denn wir waren so ziemlich die einzigen, die einen kostenlosen „Lieferservice“ angeboten haben. Wir haben unseren Kundinnen im Raum Klagenfurt - natürlich kontaktlos -  die gewünschten Artikel vor die Haustüre gestellt. Wenn etwas nicht gepasst hat, haben wir es wieder abgeholt. Das kam sehr gut an und sehr viele haben diesen Service genutzt. Dieses Angebot haben wir auch beim letzten Lockdown angeboten. Unsere Reichweite in den sozialen Medien hat sich dadurch sehr stark erhöht“, zieht Chiara Ambrusch ein positives Fazit.

Sie konnte auch vor Corona ihr Können unter Beweis stellen und für Aufmerksamkeit sorgen: „Wir möchten immer ein gewisses Shoppingerlebnis schaffen. So haben wir schon verschiedene Aktionen wie After-Work-Shopping, DJ-Shopping mit Prosecco, Cocktails oder auch einer Schminkshow veranstaltet. Leider ist das alles momentan nicht möglich, aber ich hoffe, dass wir das bald wieder anbieten können.“ 

Bekanntheit ist ein großer Erfolg

Chiara Ambrusch macht den Eindruck einer geborenen Unternehmerin. Es scheint fast so, als wären ihre Ideen genau das, was die Kundin sich gerade wünscht. Man könnte fast sagen, sie würde die Wünsche von den Lippen der Kunden ablesen. Deswegen zählen auch die Eröffnung ihrer Boutique am Alten Platz in Klagenfurt aber auch die kleine Sommer-Boutique in Velden im Beachhouse zu ihren größten Erfolgen. Ob es schon Niederlagen gegeben hat, verneint uns Chiara und hofft, dass es auch so bleibt.  

Die Macht der Gedanken

Zum Schluss wollen wir von der jungen Unternehmerin wissen, welchen Ratschlag sie für zukünftige Unternehmerinnen hat. „Ich denke, das wichtigste ist, immer positiv zu sein und zu bleiben. Man sollte immer fest an das glauben, was man tut und ich denke, dann kann auch fast nichts schiefgehen. Ich glaube an die Macht der Gedanken - auch wenn das ziemlich absurd klingt. Ich denke, dass man mit seinen Gedanken (fast) alles leiten kann. Das ist wahrscheinlich kein typischer Ratschlag für werdende Unternehmer.“ Chiara ist eben eine andere Unternehmerin als die meisten. Auf alle Fälle würde sie heute nichts anders machen, wenn sie könnte: „Ich denke, so wie alles gekommen ist, ist es auch gut so. Auch die wenigen, kleinen negativen Fehler gehören dazu, um weiter zu kommen und zu lernen. Und ohne die, wäre ich wahrscheinlich heute nicht da, wo ich jetzt bin.“  

Wenn man sie fragt, was denn eine gute Unternehmerin ausmacht, kommt dann doch die Selbstständige zum Vorschein: „Es gibt drei Punkte, die für mich wichtig sind und die ich gerne weitergeben möchte: Erstens, die Leidenschaft für das, was man tut. Zweitens, Kreativität. Vor allem auch in der Findung neuer Lösungen oder Wege - vor allem in Zeiten wie diesen. Und drittens, Zielstrebig: Wenn man kein Ziel vor Augen hat, kann man auch schwer etwas erreichen."

Stiefmama Elke hat Chiara von Anfang an besonders unterstützt.
© Anja Koppitsch Stiefmama Elke hat Chiara von Anfang an besonders unterstützt.

Der Weg geht weiter

Wie schaut es mit der Zukunft aus? Kann man überhaupt in Zeiten wie diesen an eine Zeit nach Corona denken? Für Chiara sieht es so aus: „Natürlich möchte man immer wachsen, größer und bekannter werden. Das sollte auch passieren - step by step und nicht überstürzt.“ Diesen Sommer wird ein Kiosk im Klagenfurter Strandbad dazukommen. Es ist wieder eine kleine neue Herausforderung und sie freut sich schon drauf. Auch ihr Onlineshop wird fertiggestellt.

Zudem hofft sie, dass sich der Pop-Up Store in Wien relativ schnell herumspricht. „Wenn der Store gut ankommt, möchte ich vielleicht einen Laden in Wien aufmachen. Aber generell wünsche ich mir für die Zukunft, dass alles wieder so wird wie es mal war. Das Leben muss auch mit gewissen Viren auf dieser Welt, die wahrscheinlich nicht mehr verschwinden werden, weitergehen. Die Wirtschaft leidet schon mehr als genug. Ich hoffe, dass es allen bald wieder gut geht.“ 

Rückfragen:
lil’fame

Alter Platz 14
9020 Klagenfurt
W www.lilfame.com
Instagram: @_lil_fame_ 

Wien Pop-Up Store: 
Öffnungszeiten: Donnerstag bis Samstag / jeweils von 12 - 19 Uhr 
Gumpendorfer Str. 67 
1060 Wien

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