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In ihrem Schloss kommt das Gailtal auf den Tisch

Familie Steinwender hat sich mit ihrem Schloss Lerchenhof ganz der regionalen Küche verschrieben. Sie nennen das eine „Null-Kilometer-Philosophie“: Produkte sollen so kurz wie möglich transportiert werden.

Angelika Dobernig
Im Schloss Lerchenhof leben vier Generationen unter einem Dach: Gertrude Steinwender, Johann Steinwender mit seinen Söhnen Johannes und Lorenz sowie Gerhild und Hans Steinwender.
© Santner Im Schloss Lerchenhof leben vier Generationen unter einem Dach: Gertrude Steinwender, Johann Steinwender mit seinen Söhnen Johannes und Lorenz sowie Gerhild und Hans Steinwender.
Wer sich mit Hans Steinwender auf eine „Energiewanderung“ begibt, sollte festes Schuhwerk tragen. Zwei Stunden lang geht es über Stock und Stein – und auch die Füße könnten dabei nass werden. Denn der Weg führt zum hauseigenen Wasserkraftwerk im Gösseringgraben bei Hermagor. „Wir haben es vor zwei Jahren in Betrieb genommen. Seitdem sind wir völlig energieautark, produzieren Wärme und Energie zu hundert Prozent selbst“, erklärt der Hermagorer Hotelier. Bei den Gästen ist die Wanderung beliebt, sagt er: „Unser Haus steht für Nachhaltigkeit und Ehrlichkeit. Gäste wissen es zu schätzen, wenn man ihnen einen Einblick gibt. Dadurch steigt auch die Wertschätzung für unsere Produkte und unsere Philosophie.“


Bei der Wanderung geht es auch vorbei am Schweinestall, in dem Mangalitza-Schweine grunzen, und hinein in die Selchkammer, wo Gailtaler Speck geräuchert und an der  Luft getrocknet wird. „Unser Motto lautet: Gib dem Produkt Zeit!“, erzählt Steinwender. Das Schwein werde mindestens ein Jahr lang aufgezogen, der Speck bekomme dann sechs Monate Zeit zum Reifen, bevor es schließlich zum Räuchern gehe.Der persönliche Kontakt zu den Gästen ist dem Schlossherrn wichtig. Im Herbst geht er mit ihnen wandern, im Sommer begleitet er sie auf Cabrio-Touren. „Dann zeige ich ihnen besonders schöne Plätze im Alpen-Adria-Raum. Wir fahren durch schöne Altstädte und zu Aussichtsplätzen, die sie sonst nicht finden würden.“ Ohne dieses Engagement geht es nicht, ist er sich sicher: „Wenn man einen Tourismusbetrieb im ländlichen Raum hat, muss man seinen Gästen etwas Besonderes bieten, sonst hat man keine Chance. Das ist anders als bei Betrieben in der Stadt oder direkt im Schigebiet: Bei uns kommt niemand einfach so vorbei, sondern muss gezielt zu uns fahren. Dafür braucht es eben auch einen besonderen Anreiz.“ Zuhause läuft währenddessen der Betrieb ohne Probleme: Gattin Gerhild kümmert sich im Service um die Gäste, Sohn Johann ist in der Küche im Einsatz. „Bei uns macht jeder alles. Zwar sind die Arbeiten grob aufgeteilt, aber es gibt keine fixen Bereiche“, erzählt der Junior-Chef.


Gründungsmitglied der „Slow Food“-Region


Gemeinsam mit seinen Eltern hat Johann Steinwender in den vergangenen Jahren vor allem das Thema „Slow Food“ forciert. So ist man seit vier Jahren Gründungsmitglied der weltweit ersten „Slow Food Travel“-Region im Gail- und Lesachtal. Doch schon lange zuvor wurde diese Philosophie am Lerchenhof gelebt, sagt er:  „Wir beschäftigen uns bereits seit langem mit
den Produkten aus der Region und beziehen Produkte von 80 heimischen Produzenten. 90 Prozent unserer Lebensmittel kommen aus dem Gail- und Gitschtal.“ Er bezeichnet dies als „Null-Kilometer-Philosophie“: Alles wird aus der Region bezogen mit so geringen Transportwegen wie möglich. Auch in Zukunft soll es weiter in diese Richtung gehen. „Bei uns dreht sich alles um Nachhaltigkeit, das ist unsere persönliche Überzeugung. Wir wollen unseren Gästen höchste Qualität und Gastfreundschaft bieten.“

Dazu kommt noch viel Kreati­vität. So ist man seit zwei Jahren das erste Cabrio-Hotel im Alpen-­Adria-Raum, bietet unterschiedliche Pauschalen für Hotelgäste an und lässt sich auch in der Küche immer wieder Neues einfallen. Wie zum Beispiel die „Kärnten-Tapas“: Kleine Gerichte aus der Kärntner Küche werden im Schloss Lerchenhof mit passenden Getränken kombiniert. „Uns ist es wichtig, regionale Produkte neu zu inszenieren“, sagt Johann Steinwender.

Dieser Artikel erschien in Ausgabe 40 der "Kärntner Wirtschaft".

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