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Im Auftrag des Tones seit 122 Jahren erfolgreich

Ein gutes Gespür und viel Erfahrung – darauf kommt es für Klavierbauer an. Alexander Langer hat beides. Er führt die 122-jährige Tradition des Klavierbauens im Klavierhaus Langer in Klagenfurt fort.

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© Marion Lobitzer Tamara Bruckner hat viel von ihrem Chef Alexander Langer gelernt. Nun bereitet sie sich auf die Gesellenprüfung vor.

Wenn ein Klavier von der Sonne beschienen wird, im Winter der trockenen Luft ausgesetzt ist oder vielleicht auch noch auf einer Fußbodenheizung steht, verziehen sich die Holzteile, die Tastatur schlägt Wellen oder die Pedale beginnen zu quietschen. Spätes­tens dann ist ein Klavierbauer gefragt, der in aufwendiger Kleinarbeit das Klavier repariert und somit dem Musiker ein erneutes Spiel- und Klangerlebnis bescheren kann. Alexander Langer, Geschäftsführer des Klavierhauses Alois Langer in Klagenfurt, ist einer davon, der sich dann mit der nötigen Liebe zum Detail ans Werk macht. „Eine Klaviertaste hat zirka 15 Einstellungen. Muss man sie gerade legen, also wieder auf eine Höhe bringen, kann das also schon eine Zeit lang dauern“, erklärt er.

Reparaturen als gute Lehrbeispiele

Solche großen Reparaturen seien, auch wenn sie nicht mehr an der Tagesordnung stehen, ein gutes Lehrbeispiel. Langer, der bei seinem Vater gelernt hat, bildet aktuell als einziger Klavierbauer Kärntens einen Lehrling, Mat­thias Karnel, aus. Seine Mitarbeiterin Tamara Bruckner ist seit kurzem ausgelernt und bereitet sich gerade auf die Gesellenprüfung vor. „Wir bilden mit dem Ziel aus, die Lehrlinge zu behalten“, betont Langer, denn entsprechende Fachkräfte zu finden, sei schwierig. Vieles würden die jungen Leute auch erst in der Praxis erlernen, Konzertstimmungen etwa. „Da braucht man viel Erfahrung und Gespür – auch um zu erkennen, was die Künstler wirklich wollen.“ Langer selbst kann da einige Referenzen vorweisen, da er bereits musikalische Größen wie Udo Jürgens, Robbie Williams, Dieter Bohlen, Ingolf Wunder oder Chick Corea betreut hat.

Doch auch Musiker, die ihre ersten Versuche am Klavier wagen, sind bei Langer in besten Händen. In den Ausstellungsräumlichkeiten im Parterre und im ersten Stock warten verschiedene Pianos und Flügel darauf, von Einsteigern sowie erfahreneren Musikern entdeckt zu werden. Langer selbst hat das Klavierspiel zwar in Kinderjahren erlernt, ist ihm aber nicht treu geblieben. „Dass man auch Klavierbauer sein kann, ohne selbst Klavier zu spielen, dafür bin ich das beste Beispiel“, sagt Langer schmunzelnd.

In den Räumlichkeiten des Klavierhauses finden sich auch acht Flügel in der Preisklasse von 10.000 bis 140.000 Euro, die je nach Anforderung bei Konzerten, Festivals oder auch Hochzeiten zum Einsatz kommen. „Einen Flügel haben wir erst kürzlich nach Bukarest zu einem Konzert gebracht“, erzählt Langer. „Solche Aufträge kommen immer wieder zustande, da wir Yamaha-Premiumhändler sind und direkt von Yamaha Anfragen weitergeleitet bekommen.

Im digitalen Zeitalter angekommen

Die Geschichte des Klaviers reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück, doch mittlerweile ist es im Zeitalter der Digitalisierung angekommen. „Seit einem Jahr bieten wir auch digitale Instrumente an, was bei den Kunden gut angenommen wird“, erzählt Langer. Zum einen seien Digitalpianos in verschiedenen, auch niedrigeren Preisklassen zu haben, zum anderen seien sie wartungsfrei und unempfindlich gegenüber Hitze und Kälte. Allerdings müsse hin und wieder ein Update eingespielt werden.

Doch auch wer beim klassischen Klavier bleibt, muss auf Technik nicht verzichten. 70 Prozent der verkauften Instrumente seien derzeit schon sogenannte Silent Pianos, sagt Langer. Dabei spielen die Musiker mit Kopfhörern, die Umgebung bleibt vom Spiel unbehelligt.

Auch im Verkauf spiele die Digitalisierung eine wesentliche Rolle. „Würden wir unsere Homepage abschalten, könnten wir gleich die Türe zusperren“, sagt Langer. Das werde aber nicht passieren – auch ein Standortwechsel aus der Innenstadt an den Stadtrand sei kein Thema. „Zwar ist es mit dem Be- und Entladen in der Innenstadt schwieriger, doch das Haus, in dem wir unsere Werkstatt und die Ausstellungsräume haben, ist in Familienbesitz.“


Interview mit Alexander Langer

Alexander Langer Klavierhaus Klavierbau
© Marion Lobitzer Alexander Langer führt das Familienunternehmen seit 2009.

Was macht erfolgreich gelebtes Unternehmertum aus?

Alexander Langer: Für mich heißt das, dass man einen Beruf ausüben kann, den man gerne macht, und dass man mit Liebe dabei ist – denn dann wird auch die Arbeit gut. 

Warum sind Unternehmerpersönlichkeiten wichtig für die Region?

Ohne Unternehmer stünde alles still. Egal ob Obstverkäufer oder Spielwarenhändler – es braucht immer jemanden, der etwas riskiert, der, wie man so schön sagt, „in den Gatsch hupft“, sonst hat eine Region nur wenig Chancen.

Für welche Werte hat ein Unternehmen zu ­stehen?

Qualität, Ehrlichkeit und Flexibilität.

Was sind die größten Gefahren für das Unternehmertum?

Das ist sicher die zunehmende Bürokratie. Die Zettelwirtschaft wird immer mehr und kostet Geld. Da bleibt für die eigentliche Arbeit immer weniger Zeit.

In meinem nächsten Unternehmerleben würde ich ...

... bis jetzt im Wesentlichen alles gleich machen.

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