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Ikrath: "Urlaub als Gegensatz zum Alltag"

Trendforscher Philipp Ikrath unterscheidet Reisende und Touristen.

© KK/Kärnten Werbung/Zangerle Philipp Ikrath ist seit 2005 in der Jugendforschung tätig und weiß, dass die Jugend flexibel urlaubt.

Wenn die Jugend auf Urlaub fährt, will sie was erleben und den
Daheimgebliebenen unerwartete Dinge erzählen. Philipp Ikrath, Jugend- und Trendforscher, über den Unterschied zwischen einem Reisenden und einem Touristen und welchen Stellenwert Urlaub bei Jugendlichen hat.

Jugendliche planen erstmals mit Freunden auf Urlaub zu fahren. Was ist ihnen dabei wichtig?

Philipp Ikrath: Es ist schwierig, das pauschal zu beantworten. Für viele Jugendliche ist der erste Urlaub eine organisierte Maturareise, wo sie in der Masse unterwegs sind und eigentlich nicht viel mehr wollen. Es gibt aber auch junge Menschen, die davon träumen, zwei Monate durch Aus­tralien zu reisen. Was alle Jugendlichen vereint, sind die mangelnden Finanzen. Ein Urlaub darf nicht allzu viel kosten. Wie ein guter Urlaub aussehen soll, ist bei den Jugendlichen genauso unterschiedlich wie bei Erwachsenen.

Das heißt, man unterscheidet zwei unterschiedliche Typen von Urlaubern?

Genau, man spricht von Reisenden und Touristen. Der Tourist ist ein Herdentier, der sich in der Gruppe am wohlsten fühlt. Vor zu viel Fremdem wird ihm Angst und Bange. Das ist ein Typus, der sich im Ausland unwohl fühlt oder der Berührungsängste hat. Diese fahren dann eher auf Maturareise nach Mallorca und leben dort wie zuhause.

Und die anders eingestellten Jugendlichen?

Sie machen Rucksacktouren durch Laos oder Kambodscha. Oder suchen sich eine Reisedestination aus, bei der es darum geht, das Fremde zu entdecken. Der Reisende umarmt das Fremde, denn gerade das ist für ihn interessant.

Wann ist ein Land oder eine Region eine interessante Urlaubsdestination für Jugendliche? 

Egal wohin Jugendliche reisen, es muss vor Ort eine jugendkulturelle Infrastruktur geben. Statt gediegenen Restaurants wollen sie Lokale zum Feiern haben. Sie wollen sich amüsieren. Das gelingt nur dort, wo für junge Leute etwas geboten wird.

Womit kann man Jugendliche locken?

Das Image der Destination spielt eine sehr wichtige Rolle. Jugendliche informieren sich nicht vorab über einen Ort. Und das trotz des Zeitalters von Facebook und sozialen Medien, oder vielmehr gerade deswegen. Urlaubsentscheidungen werden sehr schnell und spontan getroffen.

An welcher Stelle rangiert der Urlaub bei Jugendlichen?

Nachdem Jugendliche im allgemeinen sehr stark freizeitorientiert sind, ist der Urlaub eine wichtige Sache. Urlaub bedeutet längst nicht nur mehr Spaß zu haben. Es ist die Zeit, in der sie sie selbst sein können. Jugend­liche sind durch die Schule die ganze Zeit „geknechtet“, jene, die bereits arbeiten, kommen sich bei der Arbeit fremdbestimmt vor. Der Urlaub ist die Zeit, in der sie selbstbestimmt agieren können. 

Wie sieht der Gast von morgen aus?

Der Gast von morgen ist ein sehr anspruchsvoller Gast, was aber nicht heißt, dass er gut verdienen muss. Er möchte maßgeschneiderte Angebote haben, die genau für ihn und seine Bedürfnisse konzipiert wurden. Auch die privaten Wohnungsvermietungsplattformen boomen. Man möchte im Urlaub wie ein Einheimischer leben. Klassische Sehenswürdigkeiten zu sehen ist nicht wichtig. Die Leute wollen durch unentdeckte Viertel einer Stadt streifen und so Orte finden, die in keinem Reiseführer stehen. Die Dinge, die man zuhause nach einem Urlaub erzählt, sind die unerwarteten Dinge, die man erlebt hat. Aber nicht nur Jugendliche, auch ältere Reisende machen solche Urlaube bereits.

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