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Ihr Unternehmergeist kommt aus den Flaschen

Jahrelang waren sie Mitarbeiter, nun sind sie selbst Unternehmer: Christian Fruhwirth, Erich und Franz Salcher füllen als „Kärntnerfrucht“ jedes Jahr 16 Millionen Liter ab – vom Fruchtsaft bis zum Ingwer-Shot.

Jahrelang waren sie Mitarbeiter, nun sind sie selbst Unternehmer: Christian Fruhwirth, Erich und Franz Salcher füllen als „Kärntnerfrucht“ jedes Jahr 16 Millionen Liter ab – vom Fruchtsaft bis zum Ingwer-Shot.
© WKK/Lobitzer Jahrelang waren sie Mitarbeiter, nun sind sie selbst Unternehmer: Christian Fruhwirth, Erich und Franz Salcher füllen als „Kärntnerfrucht“ jedes Jahr 16 Millionen Liter ab – vom Fruchtsaft bis zum Ingwer-Shot.

In der Produktionshalle dampft, rattert und klirrt es – hunderte Glasflaschen machen sich auf den Weg zur Abfüllanlage, über die sie mit 92 Grad heißem Fruchtsaft befüllt und anschließend verschraubt werden. Dann geht ihre Reise durch die Halle weiter zum Abkühlen, dem Etikettieren und Verpacken. 16 Millionen Liter werden auf diese oder ähnliche Weise in Glas- und PET-Flaschen oder Shotgläser abgefüllt, 40.000 Flaschen können pro Stunde gefüllt werden. „Reiht man die 47 Millionen Flaschen, die wir jährlich abfüllen, aneinander, entspricht das der Strecke von Barcelona bis Moskau“, hat Christian Fruhwirth ausgerechnet.

Gemeinsam mit den Brüdern Erich und Franz Salcher hat Fruhwirth 2014 das Lohnabfüllungsunternehmen „Kärntnerfrucht“ gegründet. Ihr größter Kunde ist die Eckes-Gruppe, das wichtigste Produkt Pago. Bis 2013 haben die drei Unternehmer selbst bei Pago gearbeitet, doch als Eckes-Granini das Unternehmen Pago übernommen hat, stand der Produktionsstandort vor dem Aus. „Wir haben nicht lange überlegt, ob wir uns selbstständig machen sollen“, erzählt Franz Salcher, „wir wussten, dass Eckes das Produkt Pago braucht – das war ein guter Grundstock für den Start.“ Nach langen Verhandlungen seien sie als beste aus dem Bieterverfahren ausgestiegen, ergänzt Erich Salcher.

Mittlerweile konnten 16 neue Kunden gewonnen werden – große internationale Kunden seien ebenso dabei wie Start-ups, die innovative Getränke auf den Markt bringen, darunter sind etwa verschiedene Teegetränke, kalt gebrühter Kaffee, Aloe-Vera- oder Ingwer-Getränke. Bei den Mengen reichen die innovativen Getränke nicht an die großer Kunden heran, „doch wir sehen das als Investition in die Zukunft und hoffen auf eine gute Entwicklung“, wie Fruhwirth betont. Auch steigere die Vielfältigkeit die Bekanntheit in der Branche. „Wir haben einen Kunden aus Vietnam, für den wir ein Getränk mit vietnamesischen Früchten abfüllen.“ Unverarbeitete Früchte sieht man bei „Kärntnerfrucht“ allerdings keine – gearbeitet wird etwa mit Fruchtpürree. „Am besten ist, wenn die Früchte dort verarbeitet werden, wo sie wachsen. Bei uns werden die Rohstoffe dann trinkfertig gemacht, also ausgemischt“, erklärt Fruhwirth den Produktionsablauf.

Produziert wird auf Auftrag, sobald einer da ist, beginnt die Produktionsplanung, damit rechtzeitig alle Materialien vom Etikett bis zu den Packstoffen da sind. Dass dann, um einen Auftrag fertigzustellen, Mitarbeiter bis zu zwölf Stunden beschäftigt werden, seien Ausnahmefälle. „Dass die Gewerkschaft gegen den Zwölf-Stunden-Tag wettert, ist Mumpitz“, ärgert sich Franz Salcher. Die Mitarbeiter hätten durchaus Verständnis, dass mitten in einer großen Produktion nicht die Maschinen einfach abgestellt werden können, weil ihr Arbeitspensum erfüllt sei. Bei „Kärntnerfrucht“ gebe es daher ein flexibles Arbeitszeitmodell, mit dem Spitzen ausgeglichen werden können. „Wir halten alle Rahmenbedingungen ein, denn unsere Mitarbeiter sind unser Kapital“, sagt Salcher. 32 Mitarbeiter sind bei „Kärntnerfrucht“ beschäftigt, zu einem großen Teil konnten ehemalige Kollegen weiterbeschäftigt werden. „Und dabei sind wir stolz auf geringste Fluktuationen“, betont Erich Salcher.

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