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Ideenreich durch die Krise

Der erste Lockdown hat Florist Stephan Holger Schulz kalt erwischt, doch für den Gründer war das kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Mit seinem „Window-Shop“ eröffnete er sich eine andere Art des Verkaufs.

Ines Tebenszky
Stephan Holger Schulz hat sich mit seinem Geschäft „Blumenschätze“ in Krumpendorf einen Traum erfüllt. Mittlerweile hat er mit Melanie Müller eine Mitarbeiterin an seiner Seite.
© Lobitzer Stephan Holger Schulz hat sich mit seinem Geschäft „Blumenschätze“ in Krumpendorf einen Traum erfüllt. Mittlerweile hat er mit Melanie Müller eine Mitarbeiterin an seiner Seite.
Schon als Lehrling träumte Stephan Holger Schulz davon, eines Tages sein eigenes Floristikgeschäft zu führen. Der gebürtige Sachse, der Kärnten durch seine Villacher Verwandtschaft kennen- und liebengelernt hat, arbeitete zuvor schon sechs Jahre in einer Klagenfurter Gärtnerei in der Floristik, wo er seinen Erfahrungsschatz aus seiner beruflichen Tätigkeit in Deutschland einfließen lassen konnte. Ende Jänner 2020 wagte er dann den Sprung in die Selbstständigkeit und eröffnete in Krumpendorf sein Geschäft „Blumenschätze“. „Ich wollte zum einen meine Kreativität verwirklichen und zum anderen meinen Kundinnen und Kunden ein Lächeln auf die Lippen zaubern“, erinnert sich Schulz an seinen Start ins Unternehmerleben. 

Erster Lockdown wie Schlag ins Gesicht 

Doch schon sechs Wochen später musste er wegen des ersten Lockdowns sein Geschäft für vier Wochen schließen. „Das kam einem Schlag ins Gesicht gleich. So eine Situation so kurz nach dem Eröffnen des eigenen Traums hat mich zu Beginn schon einige schlaflose Nächte gekostet. Besonders bitter war die Tatsache, dass ich bereits für die anstehende Osterzeit Waren und Dekoration eingekauft hatte, die ich aber genauso wie ich sie zuvor liebevoll ausgepackt und arrangiert habe, wieder in mein Lager räumen konnte“, erzählt Schulz. 
Auch im November 2020, als der zweite Lockdown bevorstand, hatte Schulz bereits für das Advent- und Weihnachtsgeschäft eingekauft. „Da konnte ich nicht einfach den Kopf in den Sand ste-cken. Es hat mich wieder ein paar schlaflose Nächte gekostet, bis mir die Idee zum ‚Window-Shop‘ gekommen ist.“ Schulz nimmt Bestellungen telefonisch entgegen, richtet sie her und die Kunden können ihre Waren vor dem Geschäft abholen kommen. „Diese simple, aber wirkungsvolle Idee hatten zum Glück dann auch andere. Dadurch ist dieser Service des Lieferns entstanden“, sagt Schulz. Das Angebot wurde gut angenommen. „Womit ich nicht gerechnet hatte, war die Tatsache, dass ich in dieser Zeit fast durchgehend am Telefon war. Während ich eine Bestellung entgegengenommen habe, hat im Hintergrund schon der nächste Anruf gewartet.“ Auch über Social Media wie Facebook und Instagram kamen Anfragen. 
Mittlerweile hat Schulz nicht nur eine Mitarbeiterin, sondern sich auch eine „kleine, feine Stammkundschaft“ aufbauen können, von der er viel Zuspruch – auch für seinen „Window-Shop“ – erfährt. Vor allem bei den jüngeren Kunden merkt er ein Umdenken in Richtung regional und qualitativ hochwertig. Dennoch bereiten ihm Lockdowns und Beschränkungen, etwa dass Hochzeiten nicht im üblichen Maß durchgeführt werden konnten, Kopfschmerzen. 

Spaß an der Arbeit nicht verlieren 

„Ich würde mir wünschen, dass wir alle zusammen diese Coronapandemie bald hinter uns lassen können. So dass wieder ein halbwegs normaler Alltag einkehren kann und die Menschen im Allgemeinen wieder mehr auf Qualität statt auf Quantität schauen und dadurch die heimische Wirtschaft unterstützen. Mein Ziel ist es, mit meinem Geschäft bis zu meiner Pension meinen Lebensunterhalt bestreiten zu können und den Spaß an der Arbeit nicht zu verlieren. Ich möchte gerne – vielleicht schon ab Mitte 2022 – mein Wissen an einen Lehrling weitergeben können.“

Dieser Artikel erschien in Ausgabe 24 der "Kärntner Wirtschaft". 

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